Nicht hängenlassen will die Stadt Meßstetten den künftigen Pächter des Kiosk auf dem Sport- und Freizeitgelände Blumersberg, wenn ein Lockdown kommt – und überhaupt pragmatisch agieren. Ihr Hauptanliegen ist es, dass das Gebäude und sein Umfeld sauber, die Preise ortsüblich und die Bedingungen familienfreundlich sind.Archiv-Foto: Müller Foto: Schwarzwälder Bote

Sport- und Freizeitgelände: Gemeinderat legt Bedingungen für den künftigen Kiosk-Pächter fest

Zwar ist das noch junge Sport- und Freizeitgelände Blumersberg coronabedingt nach wie vor geschlossen, einen Kiosk soll es dennoch bald bekommen. Der Gemeinderat hat die Weichen dafür gestellt.

Meßstetten. Spielen, toben, sich bewegen – das macht durstig und hungrig, und deshalb ist ein Kiosk samt sanitären Anlagen wichtig für das Sport- und Freizeitgelände Blumersberg – auch wenn dieses coronabedingt noch geschlossen ist. 32 Quadratmeter Fläche soll ein Pächter – inklusive Lagerräumen und Personal-WC – zur Verfügung haben und zudem 95 Quadratmeter Freifläche.

Dafür verpflichtet sich der Pächter, während der Saison, also vom 1. April bis 31. Oktober, die öffentlichen Toiletten für die Besucher des 2020 eröffneten Geländes zu reinigen und offen zu halten. Sollte das Holz für die Grillstellen, das Mitarbeiter des Bauhofes morgens bereitstellen, aufgebraucht sein, wird es zudem Aufgabe des Pächters sein, Holz aus seinem Lager zu den Grillstellen zu bringen, heißt es im Entwurf. Dieser legt außerdem die Öffnungszeiten fest: an Wochenenden und werktags innerhalb der Ferien vom Vormittag bis zum Einbruch der Dunkelheit, spätestens bis 22 Uhr, sowie werktags außerhalb der Ferien von 12 bis mindestens 18 Uhr.

Wie es denn mit "Events", also etwa Musikveranstaltungen, aussehe, wollte Oliver Rentschler, Fraktionschef der Bürgerliste, wissen und erfuhr von Bürgermeister Frank Schroft: "Da sind wir pragmatisch. Wir wollen dort kein Festivalgelände, aber wenn am Abend eine Sängerin singen soll, werden wir keine Probleme machen, sofern es nicht zu Ruhestörungen kommen."

In ihrem Entwurf für den Pachtvertrag hatte die Stadt zunächst einen Pachtzins von 2800 Euro pro Saison, also monatlich 400 Euro vorgesehen – zuzüglich Mehrwertsteuer, Betriebs- und Nebenkosten.

Die Stadträte wollen erst einmal preisgünstiger einsteigen

In diesem Punkt ging der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung allerdings nicht mit: 300 Euro monatlich seien für den Anfang genug, meinte Tarzisius Eichenlaub, Fraktionschef der Freien Wählervereinigung, und sein CDU-Pendant Ernst Berger schloss sich an: "Da können wir mitgehen." Schließlich komme es zu Beginn darauf an, den Kiosk zu beleben. Den Pachtzins anpassen könne die Stadt dann, wenn der Laden laufe, so Eichenlaub.

Alfred Sauter (Bürgerliste) fehlte aus nachvollziehbaren Gründen ein Passus im Pachtvertrag, was während eines Lockdowns zu zahlen sei. Immerhin hatte die Stadt das 6000 Quadratmeter große Gelände nicht lange nach dessen Eröffnung im Oktober schon wieder schließen müssen, um beim Eindämmen der Pandemie mitzuhelfen. Auch ihm signalisierte Frank Schroft: "Da sind wir pragmatisch." Sollte heißen: Im Fall eines Lockdowns werde die Stadt dem Pächter entgegenkommen.

Ein für Besucher nicht unwichtiger Passus findet sich unter Paragraf fünf im Pachtvertrag: "Die Verkaufspreise müssen angemessen und ortsüblich sein. Die Stadt ist berechtigt, hier Anpassungen vorzunehmen." Außerdem sei der Pächter verpflichtet, mindestens zwei alkoholfreie Getränke anzubieten, die bei gleicher Menge nicht teurer sind als das billigste alkoholische Getränk. Nicht zuletzt ist festgelegt, dass der Pächter für ein sauberes und ordnungsgemäßes Erscheinungsbild des Kioskgeländes zu sorgen hat – schließlich sind es vor allem Familien mit Kindern, die das Gelände anzieht.

Eichenlaub erklärte zudem, wie er sich die Sitzmöbel für die Freifläche des Kiosks vorstellt: vandalismussicher. "Das sollte etwas Schweres sein", betonte der Fraktionschef. Schroft versprach, die Stadt werde nach Tischen und Sitzgarnituren Ausschau halten und den Stadträten dann Vorschläge unterbreiten.

Das letzte Wort haben die Räte außerdem bei der Auswahl des Pächters, sobald der Pachtvertrag ausgeschrieben ist und Bewerbungen eingegangen sind. Dem Vertragsentwurf stimmten die Räte geschlossen zu.

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