Die Teilnehmer der Exkursion vor dem Mahnmal in der Gedenkstätte "Eckerwald" Foto: Seng Foto: Schwarzwälder-Bote

Holocaust: Das Gymnasium Meßstetten erinnert an die Opfer / Besuch der neunten Klasse in der Gedenkstätte "Eckerwald"

Meßstetten. Aus Anlass des 72. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz haben die Schüler des Gymnasiums Meßstetten mit einer eigenen Gedenkveranstaltung all derer gedacht, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland in Konzentrationslagern gequält und ermordet worden sind.

Die Geschichtskurse der zwölften Klasse machten sich dafür selbstständig Gedanken über eine bestmögliche und altersangemessene Information über die nationalsozialistischen Gräueltaten in den Konzentrationslagern.

So gab es zunächst eine einfache Einführung in das Thema für die Klassen fünf, eine informative Gedenkveranstaltung in der Aula für die sechsten bis achten Klassen und eine komplexere Darstellung für die Klassen neun bis elf.

Besonders eindrucksvoll waren Augenzeugenberichte und Lebensbeschreibungen, welche die Schüler vortrugen. Abschließend trafen sich alle Schüler zum gemeinsamen Gedenken in der Aula.

Im Zollernalbkreis gab es zahlreiche Konzentrations- und Arbeitslager. Zusammen mit den Geschichtslehrern Marc Peter und Kathrin Handschuh besuchte die neunte Klasse des Gymnasiums die Gedenkstätte "Eckerwald" bei Schörzingen, wo in den letzten Kriegsjahren KZ-Häftlinge beim sinnlosen Abbau von Ölschiefer zur Ölproduktion geschunden und danach ermordet wurden. Die Meßstetter Schüler sahen Überreste der Produktionsanlagen des "Unternehmens Wüste", welche die Häftlinge selbst – teils mit bloßen Händen – errichten mussten.

Anschließend begaben sich die Jugendlichen auf den etwa drei Kilometer langen Weg zwischen Produktionsstätte und Lager, den die Häftlinge jeden Morgen und Abend zurücklegen mussten – unzureichend bekleidet und oft nach mehr als zwölfstündiger Arbeit.

Ganz bewusst wurde die direkte Strecke gewählt, die durch unwegsames Gelände im Wald führt. Wer diesen beschwerlichen Gang, diesmal bei eisigen Temperaturen und Schnee, einmal selbst unternommen hat, bekommt eine kleine Ahnung von den damaligen Qualen der Menschen.

In der Gedenkstätte beim KZ-Friedhof, der ans ehemalige Lagergelände angrenzt, gedachten die Meßstetter Schüler abschließend der 549 Menschen, die während ihrer Lagerhaft in Schörzingen umkamen, darunter auch viele politische Widerstandkämpfer gegen das NS-System.