Irgendwann darf der Bagger anrücken, wenn im neuen Gewerbegebiet die ersten Bauten entstehen. Foto: Archiv

Gemeinderat Meßstetten stimmt Bebauungsplan für Gebiet "Am Hartheimer Weg II" zu. Debatte um Abstand der Bäume.

Meßstetten - Der Durchbruch in einem "langwierigen Prozess" ist gelungen: Der Meßstetter Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung dem Entwurf für den Bebauungsplan "Am Hartheimer Weg II" zugestimmt. Dort entstehen elf Gewerbegrundstücke.

In drei Sitzungen hatte sich die Arbeitsgruppe mit dem künftigen Gewerbegebiet "Am Hartheimer Weg II" beschäftigt. Außerdem fand ein Termin mit den verschiedenen Fachbehörden statt. Dabei kristallisierte sich die Variante heraus, ein weiteres Gewann Richtung Unterdigisheim teilweise einzubeziehen, um eine günstigere Erschließung zu ermöglichen. Gleichzeitig war als Kompensation auf die für ein Gewerbegebiet weniger attraktive und auch ungünstig zu erschließende starke Hanglage im Norden des ursprünglichen Plangebiets zu verzichten. Damit handelte man sich einen weiteren Vorteil ein, denn nun müssen nicht mehr besonders geschützte Biotope in diesem nördlichen Bereich in Anspruch genommen werden.

Bürgermeister Lothar Mennig zeigte sich denn auch zufrieden: "Das ist jetzt die mit Abstand beste Lösung bezüglich Topographie, Flächenzuschnitt, Erhalt der Biotope, Einteilung der Gewerbeflächen und Schutzabstand zum Wohngebiet." Der Planentwurf sieht eine Straße mitten durch das Gewerbegebiet vor mit einem Anschluss in Form eines Kreisverkehrsplatzes an die Landesstraße L 433 beim Abzweig nach Hartheim. Damit entstehen gleichmäßig große Gewerbegrundstücke mit einer Tiefe zwischen 40 und 60 Metern. Der Kreisverkehrsplatz bedingt Mehrkosten in Höhe von 150 000 Euro, ist aber die sicherste Anbindung.

Entwässert wird das Gebiet in einem modifizierten Mischsystem: Nicht belastetes Oberflächenwasser sowie Regenwasser von den Auto-Stellplätzen und den begrünten Dachflächen ist getrennt zu sammeln und muss auf den jeweiligen Baugrundstücken versickern.

Zulässig ist eine zweigeschossige Bauweise und eine Traufhöhe von maximal 7,50 Metern. Neben Flachdächern sind auch Pult- und Satteldächer zugelassen. Das Gebiet weist eine Fläche von rund vier Hektar auf. Die insgesamt elf Gewerbegrundstücke haben eine Größe zwischen rund 2000 und etwas mehr als 3500 Quadratmetern.

Eine dortige Strom-Freileitung muss verkabelt werden, es ist allerdings noch strittig, wer das bezahlt. Zu einer Debatte führte auch das Pflanzgebot von zwei Bäumen je Baugrundstück. Einige Stadträte sahen so viele Bäume für ein Gewerbegebiet als nicht sinnvoll an. Differenzen gab es zudem über den vorgeschriebenen Abstand zwischen diesen Bäumen.

Geplant war, alle 40 Meter einen Baum zu setzen, um so eine Allee zu gestalten und dem Gebiet ein Gesicht zu geben. Dabei hatten die Planer zugestanden, um drei Meter variabel zu sein. Die Mehrheit des Gremiums wünschte sich aber eine größere Flexibilität, die Standorte der Bäume festzulegen. Mit elf zu zehn Stimmen votierte der Gemeinderat deshalb dafür, den Abstand um sechs Meter variieren zu dürfen. Befürwortet hat das Gremium die Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe in die Natur und Landschaft: So ist beispielsweise für die Feldlerche, eine besonders geschützte Art, neuer Lebensraum zu schaffen.

Die Flachdächer sind zu begrünen. Auch für den Neuntöter ist für Lebensraum zu sorgen, etwa durch das Auslichten von Wacholderhecken, und magere Flachlandmähwiesen sind herzustellen – alles auf gemeindeeigenen Flurstücken.