Überlebenspaket vom Zunftmeister für den Meßstetter Ober-Sheriff: Tobias Roth (links) lässt Frank Schroft nicht verdursten. Foto: Steidle Foto: Schwarzwälder Bote

Fasnet: Die Narrenzunft Hau-Giebel Heinstetten stattet Bürgermeister Frank Schroft mit Orden aus

Die Narrenzünfte der Meßstetter Stadtteile haben ihren Schultes Frank Schroft mit einem kreativen Rathaussturm überrascht. Dieser fiel sehr viel kleiner aus als in den Jahren zuvor und fand unter Berücksichtigung der Coronaregeln statt.

Meßstetten. Ein "närrisches Überlebenspaket" hat Tobias Roth, Zunftmeister der Narrenvereinigung Hau-Giebel Hein­stetten, dem Meßstetter Schultes Frank Schroft überreicht, mit dem die Zunft auch schon ihre Mitglieder unter dem Motto "Ringtreffen dahoim" ausgestattet hatte.

Eigentlich wären die Hau-Giebler 2021 Ausrichter des Ringtreffens des Narrenfreundschaftsrings Schwarzwald-Baar-Heuberg gewesen, das wie alle großen Fasnachtsveranstaltungen Opfer der Pandemie wurde. Das Paket enthält alles, was der leidgeplagte Narr für eine coronakonforme Fasnetsparty im Familienkreis benötigt: Bier, Piccolo und ein Schnäpsle im Hau-Giebler-Layout, eine rustikale Narrenwurst, für die jüngsten Narren jede Menge Anstecker mit Hau-Giebler-Motiven und ein paar Süßigkeiten.

Höhepunkt im Paket ist aber der Orden, den normalerweise die "Großkopferten", also die Zunftmeister der Ringzünfte und die Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft am Sonntagmorgen vor dem großen Umzug im Rahmen des traditionellen Zunftmeisterempfangs erhalten hätten. Bei der Gestaltung hat die Zunft viel Kreativität, handwerkliches Geschick und eine gute Portion Selbstironie bewiesen. In Eigenleistung haben die Narren aus heimischem Holz eine kleine Bahnschaufel hergestellt und darauf kurzerhand die obligatorischen Schriftzüge eingebrannt. Damit erinnern die Hau-Giebler auf humorvolle Art und Weise an die früheren großen Ringtreffen, die sie ausgerichtet haben. Wobei sich der Winter auf dem Großen Heuberg stets von seiner intensiven Seite gezeigt hatte – etwa im Jahr 2010, als es den Heinstetter Narren anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens sogar gelungen war, das SWR-Fernsehen um Brauchtumsexperte Werner Mezger und Moderatorin Sonja Faber-Schrecklein für eine Live-Übertragung des Ringumzugs zu gewinnen. "Als der Umzug Ende Januar durch die Heinstetter Straßen schlängelte, versank das Ort förmlich in den Schneemassen", erinnert sich Zunftmeister Tobias Roth noch heute an diesen denkwürdigen Tag.

Aber auch diese Herausforderung habe seine Zunft damals mit Bravour gemeistert, erzählt Roth stolz. Kreativität und einen guten Zusammenhalt haben die Narrenzünfte aus den Meßstetter Stadtteilen Hartheim, Heinstetten und Unterdigisheim im Übrigen auch beim diesjährigen Sturm auf das Rathaus bewiesen.

Kostenrückerstattung in Millionenhöhe für ausgefallenes Ringtreffen

Auf Initiative der Michelezunft aus Hartheim zierten seit einigen Tagen ein Michele, ein Hau-Giebler, eine Unterdigisheimer Deichel-Maus sowie eine Boscha-Hexe aus Heinstetten den Eingangsbereich des Meßstetter Rathauses. Vermeintlich handelte es sich bei den vier Gesellen um Schaufensterpuppen, die das jeweilige Narrenhäs tragen.

Als jedoch die letzten Mitarbeiter der Meßstetter Stadtverwaltung am Mittwochabend vor dem "Schmotzigen" das Rathaus verlassen hatten, entlarvten sich die vier Puppen als echte Narren, die ihren Schabernack trieben. So gab die Deichelmaus im Passamt einen närrischen Ausweis an das Michele heraus, der Hau-Giebler ergatterte in der Stadtkasse eine Kostenrückerstattung in Millionenhöhe für das ausgefallene Ringtreffen und die Boscha-Hexe lud ihre närrischen Kumpanen ein zu einer Spritztour auf ihrem "Elektro-Besen", der sich als das elektrobetriebene Dienstfahrzeug der Stadtverwaltung entpuppte.

Zu sehen ist das närrische Spektakel im Rathaus auf dem Youtube-Kanal der Stadt Meßstetten: www.youtube. com – Suchbegriff: Stadt Meßstetten.

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