Museumsleiterin Hildegard Schade und Maler Michael Wendel beantworteten am Sonntag die Fragen der Museumsbesucher. Foto: Lissy Foto: Schwarzwälder Bote

Sonderausstellung: Museum für Volkskunst zeigt bis 28. Oktober Werke von Michael und Wilhelm Friedrich

Die Besucher des Meßstetter Museums für Volkskunst hatten am Sonntag Gelegenheit, sich mit Michael Wendel, dem Sohn des Hossinger Malers Wilhelm Friedrich Wendel, zu unterhalten. Das Museum stellt derzeit sowohl Werke des Vaters als auch des Sohnes aus.

Meßstetten. Die Ausstellung enthält einige Großformate von Michael Wendel; diesem ist es allerdings vor allem wichtig, dass die Bilder seines Vaters eine angemessene Würdigung erfahren – Wendel junior kann Motiv und Hintergründe jedes einzelnen Werks nennen und erläutern. Der heute 65-Jährige hat in seiner Kindheit viel Zeit mit seinem Vater verbracht. Er hat Wilhelm Günther Wendel auf der Motivsuche im Ort und in der Natur begleitet und ihm bei der Arbeit an der Staffelei zugeschaut. Wer könnte vor diesem Hintergrund besser "im Bild" sein als er?

Es konnte natürlich nicht ausbleiben, das der kleine Michael selbst begann, mit dem Holzschneidewerkzeug des Vaters zu hantieren, und den Umgang damit erlernte. Nach der Schule begann er eine Werkzeugmacherlehre. Aber der Drang zum Malen ließ ihn nicht los; ums Jahr 1980 wandte er sich ganz der Malerei in der Natur und dem Zeichnen mit schwarzer Kreide zu; dank seinem früh geschulten Blick fand er dabei sehr schnell den Zugang zum Motiv.

1993 starb Wilhelm Friedrich Wendel, und sein Atelier wurde aufgelöst. Just in diese Zeit fiel die vermehrte Hinwendung des Sohns zur Arbeit mit Holz. Der Malerei wurde er gleichwohl nicht untreu und seine Neigung zum Großformat und den hellen Farben immer ausgeprägter. In loser Folge entstehen figürliche Darstellungen, Landschaften und Hossinger Ortsansichten.

 Die aktuelle Sonderausstellung im Museum für Volkskunst, Sammlung Alfred Hagenlocher, dauert noch bis zum 28. Oktober und ist mittwochs, sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Anschließend wird die Weihnachtsausstellung vorbereitet; das Museum bleibt deshalb bis zum zweiten Advent geschlossen.