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Meßstetten Damit die Bienen im Garten satt werden

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Steingärten sind Hungerwüsten für Bienen und andere wichtige Insekten. Im Wohngebiet "In der Breite" werden sie deshalb nicht erlaubt.Foto: ©Fotoschlick – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Meßstetten-Oberdigisheim. Die Zeiten waren andere, als die Väter des Bebauungsplanes "In der Breite" in Oberdigisheim festgelegt hatten, wie die Häuser dort aussehen und wie sie stehen dürfen. Zu heutigen Anforderungen an moderne Wohnhäuser mag das nicht mehr so recht passen, und deshalb soll der Bebauungsplan geändert werden – den Aufstellungs- und Auslegungsbeschluss hat der Gemeinderat Meßstetten in seiner jüngsten Sitzung einstimmig gefasst, nachdem zuvor schon der Ortschaftsrat sein Einvernehmen erteilt hatte.

Claus Fecker, der Leiter des Stadtbauamtes, erklärte in der jüngsten Sitzung, was sich ändert. So fällt die Begrenzung der Traufhöhe auf 3,70 Meter weg – sie wird künftig entsprechend den zulässigen Dachformen definiert. Bei Pultdächern etwa ist eine maximale Gebäudehöhe von 8,50 Metern erlaubt, bei Flachdächern sind es 6,50 Meter.

Die Zahl der Vollgeschosse ist kein Dogma mehr. Künftig gibt es nur noch Vorgaben für die Grund- und die Geschossflächenzahl sowie für die Höhe. Die maximal zulässige Zahl der Wohnungen steigt von drei auf vier – heute sind kleinere Wohnungen gefragt, dafür um so mehr. Auch für die Firstrichtung gibt es keine Vorschriften mehr – in Zeiten von Photovoltaikanlagen auf dem Dach gibt deren Wirtschaftlichkeit vor, zu welcher Seite sich ein Dach neigen sollte. Möglich sind künftig neben den bereits zulässigen Satteldächern mit 32 bis 40 Grad Neigung auch mehrseitig geneigte Dächer mit 15 bis 42 Grad Neigung, Pultdächer mit fünf bis 15 Grad Neigung und Flachdächer.

Waren bisher nur naturrote und rotbraune Dachziegeln erlaubt, so dürfen sich Häuslebauer bald auch graue, schwarze und anthrazitfarbene aussuchen – ja sogar nicht reflektierende Metalleindeckungen verwenden, sofern daraus kein Schwermetall ausgeschwemmt werden kann.

Für Aufbauten und Einschnitte am Dach – also etwa Gauben und Loggias – entfallen die Regelungen. Erlaubt ist, was gefällt. Dasselbe gilt für die Fassadenverkleidung, für die es bisher Vorschriften gibt. Einzig grelle Farben, Kunststoffe, geschliffene Baustoffe und stark strukturierter Putz sind nicht zulässig, heißt es im Planentwurf. Allerdings gilt: Der überwiegende Teil der Fassade ist in hellen Farbtönen zu streichen.

Immerhin hat die Stadt auch eine Vorschrift zusätzlich eingefügt: Als Sichtschutzmaßnahmen sind Holzlattenzäune und Bepflanzungen nur bis zu einer Höhe von 1,80 Meter zulässig. Eine weitere neue Bestimmung ist im Sinne des Artenschutzes: Steingärten – beliebt, weil pflegeleicht, aber Wüste für Insekten – sind nicht drin. Wer In der Breite baut, kommt um den Griff zum Rasenmäher ab und an nicht herum.

Noch viele weitere Details regel der Bebauungsplan im Entwurf für die erste Änderung. Stadtrat Thomas Holl (Freie Wählervereinigung) hatte sich – im Brotberuf Förster – allerdings nicht nur mit den Gebäudevorschriften, sondern auch mit der Pflanzliste beschäftigt. Wobei er festgestellt hat, dass manche dort definierten Baumarten mit verschiedenen Namen für praktisch ein und dieselbe Art gelistet sind. Achim Mayer (CDU), der Ortsvorsteher von Oberdigisheim, hat sogar noch mehr entdeckt: "Die Pflanzliste enthält sogar giftige Arten." Wer In der Breite seinen Garten anlegt, ist also gut beraten, zuvor einen Fachmann zu konsultieren.

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