Der Sprengplatz Spitalwäldle bekommt einen kleinen Bruder auf dem Truppenübungsplatz. Foto: sb

"Schießbahn 10" - rund 2,3 Kilometer von Hein­stetten entfernt. Kleinere Sprengungen geplant.        

Meßstetten - Bundeswehr - Der Sprengplatz Spitalwäldle bekommt einen kleinen Bruder auf dem Truppenübungsplatz.

Hohe Wellen hatte schon lange vorher der Bau des Sprengplatzes Spitalwäldle auf Albstädter Gemarkung geschlagen. Nun soll ein weiterer hinzukommen – nicht weit von Heinstetten.

Die Bundeswehr hatte die Meßstetter vorgewarnt: Schon vor dem Bau des Sprengplatzes Spitalwäldle, der im Mai in Betrieb gegangen ist, hatte sie angekündigt, dass auf dem Truppenübungsplatz Heuberg noch ein solcher gebaut werden soll – bei der Schießbahn 10 und damit rund 2,3 Kilometer von Hein­stetten entfernt. Anders als auf dem Spitalwäldle-Platz, wo Sprengungen mit bis zu 250 Kilogramm Netto-Explosivstoffmenge erlaubt sind, sollen bei der Schießbahn 10 nur 30 Kilogramm maximal verwendet werden. Außerdem, so heißt es in der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat Meßstetten, sei es bei jeder Übung zunächst das Ziel, das Kampfmittel unschädlich zu machen, ohne dass es zur Detonation kommt.

4420 Quadratmeter groß soll die neue Fläche werden, wobei die Netto-Sprengfläche sich auf 50 mal 60 Meter, also 3000 Quadratmeter, beschränkt. Im Untergrund werde ein "Multibarrieresystem" eingerichtet, um zu verhindern, dass mit Sprengstoffresten verschmutztes Oberflächenwasser ins Grundwasser gelang. Das Oberflächenwasser soll von Traversen gesammelt werden und könne wegen der doppelten Wanne im Boden mit einer zusätzlichen Stahlbetonplatte und einer Leck-Anzeige nicht in den Untergrund gelangen, heißt es weiter. Am Tiefpunkt der Platzes werde das Wasser gesammelt und zur Reinigung in der Kläranlage der Bundeswehr abgeleitet.

Die Meßstetter Stadträte sind in ihrer jüngsten Sitzung lediglich über das Bauvorhaben informiert worden, weil es keiner herkömmlichen Baugenehmigung bedarf. Dennoch soll das Verfahren für die Bürger – nicht nur, aber vor allem in Heinstetten – transparent sein: Am Dienstag, 24. November, ab 19 Uhr findet deshalb eine Informationsveranstaltung für alle Interessierten in der Turn- und Festhalle Heinstetten statt. Dort stehen Vertreter des Staatlichen Hochbauamtes und der Kommandantur des Truppenübungsplatzes für Fragen zur Verfügung.

Deufel: Sicherheit muss gewährleistet sein

Stadtrat Josef Fischer sprach sich für den Versuch aus, "diesen Platz so weit wie möglich in den Truppenübungsplatz zurück zu drängen". Thomas Deufel, Ortsvorsteher von Heinstetten, ist es wichtig, dass es bei den 30 Kilogramm Netto-Explosivstoffmenge bleibt und "dass sicherheitstechnisch alles getan wird, was möglich ist". Doris Vivas ist besorgt wegen der Druckwellen, welche Sprengungen auslösen: "Erste diese Woche haben sie wieder geschossen, und dann weinen wirklich alle Kinder", berichtete sie.

Oliver Rentschler ist erbost, weil Meßstetten mit den Folgen solcher Bauvorhaben konfrontiert sei, während anderswo der Nutzen auflaufe. Bürgermeister Lothar Mennig stieß in dasselbe Horn: Er habe dem damaligen Verteidigungsminister Thomas de Maizière gesagt, dass die Akzeptanz für solche Bauvorhaben schwinden werde, wenn Meßstetten kein Bundeswehrstandort mehr sei.

Der Sprengplatz Spitalwäldle bekommt einen kleinen Bruder auf dem Truppenübungsplatz