Die Feuerwehr spannte Schlauchbögen als Spalier. Foto: Lissy

Ein Hochzeitstag voller Höhepunkte. Anekdoten aus dem Nähkästchen.

Meßstetten - Die Hochzeit des Jahres - oder des Jahrzehnts - haben Bürgermeister Frank Schroft und seine Frau Ann-Kathrin am Samstag in Meßstetten gefeiert - und dabei fast den Verkehr zum Erliegen gebracht.

Ab sofort werden sie eine "Ehe zu dritt" führen, wie Pfarrerin Susanne Stephan in ihrer humorvollen Predigt – sie war der erste Höhepunkt des Tages – feststellte: Bürgermeister Frank Schroft und seine Frau Ann-Kathrin haben fast ein Jahr nach der standesamtlichen Trauung nun auch den Segen Gottes für ihren Lebensbund erhalten. Vor wahrlich großer Kulisse, in der prominente Gäste wie der baden-württembergische Justiz- und Europaminister Guido Wolf, die parlamentarischen Staatssekretäre Annette Widmann-Mauz und Thomas Bareiß mit seiner Frau Andrea Verpoorten sowie Landtagsabgeordneter Karl-Wilhelm Röhm nur ein kleiner Teil waren.

Per Drehleiter in den siebten Himmel geschickt

Nach dem ökumenischen Gottesdienst, den Susanne Stephan mit ihrem katholischen Amtskollegen Joseph Kaniyodickal zelebrierte und den der Obernheimer Bürgermeister Josef Ungermann als Überraschungsgast an der Posaune zusammen mit Kantor Michael Eisele an der Orgel musikalisch veredelte, standen die Mitglieder der Skischule Meßstetten, in der die Braut sich sportlich und ehrenamtlich engagiert, vor der Kirche Spalier. Viele Kindergartenkinder warteten mit Blumen, und die Feuerwehr, die ihren tönenden Fuhrpark mitgebracht hatte, lockte die Frischvermählten durch ein Spalier aus Schlauch-Bögen, an dessen Ende Stadtbrandmeister Ralf Smolle dem Paar eine Heiligenfigur überreichte. Dass die beiden per Drehleiter in den siebten Himmel geschickt wurden: selbstredend.

Von oben bekamen Ann-Kathrin und Frank Schroft noch besser zu sehen, wie groß die Menschenmenge war, die zum Gratulieren beim Sektempfang zum Rathaus gekommen war. Dass der Zug aus der vollbesetzten Lamprechtskirche den Meßstettern einen Platz in den Staunachrichten bescheren würde, hatte Susanne Stephan beinahe zu Recht befürchtet.

Die weiteste Anreise hatten Bürgermeister Bertrand Ritouret und seine Frau Odile Bouly-Ritouret aus der französischen Partnerstadt Luynes, die längst auch privat mit dem Ehepaar Schroft befreundet sind.

Im Anschluss Feier in der Festhalle

Beim anschließenden Fest in der mit Maiglöckchen und Schleierkraut dekorierten Festhalle dankte das Paar – allen voran – seinen Eltern: Käthe und Wolfgang Schroft waren mit großer Verwandtschaft aus Burladingen gekommen, Marianne und Anton Reger sowie ihr Sohn Dominik, einer der Trauzeugen, und viele Verwandte konnten zu Fuß gehen.

In seiner launigen Festansprache verriet Anton Reger, dass es eine CDU-Sitzung gewesen war, bei der dem jungen Schultes seine künftige Frau zuerst ins Auge gefallen war, und erzählte Anekdoten aus den Jugendtagen der beiden. Diesbezüglich hatte der Burladinger Freundeskreis des Bräutigams noch tiefer im Nähkästchen gekramt und zeigte Fotos von Frank Schroft, auf denen er sich für eine Party selbst als Braut verkleidet hatte. Seiner Angetrauten, die in klassischem Crème-Weiß mit Spitzen-Ärmeln und blumengeschmücktem Haar alle Blicke auf sich zog, hätte Schroft das Wasser freilich nicht reichen können.

Wolfgang Schroft ließ es sich nicht nehmen, selbst zur Gitarre zu greifen und den Frischvermählten ein Ständchen zu bringen. Zum Hochzeitstanz und bis weit in den Morgen spielte die Band "Hautnah" gefühlvolle, aber auch flotte Stücke, so dass die Gäste ausgelassen das Tanzbein schwingen konnten.

Für den letzten Höhepunkt des Abends sorgte freilich die Lumpenkapelle "Schwoba Power", die musikalische Heimat des Bräutigams – ebenso wie für den ersten des Tages: Schon in der Kirche hatten die Burladinger auf Höchststufenniveau den Gottesdienst bereichert; am Abend ließen sie es musikalisch krachen – und sich von Braut und Bräutigam dirigieren. Die durften außerdem ihr schauspielerisches Talent unter Beweis stellen und unter der Regie der Skischule Meßstetten "Romeo und Julia" geben – sehr frei nach Shakespeare.

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