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Meßstetten Am vierten Advent soll alles glänzen

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Noch ist die Lamprechtskirche in Meßstetten eine Baustelle: Zum vierten Advent sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. Foto: Holbein Foto: Schwarzwälder-Bote

Die evangelische Lamprechtskirche in Meßstetten ist derzeit eine Baustelle. Nach langer Vorbereitung sind die Renovierungsarbeiten seit Anfang Mai in vollem Gange. Für den vierten Advent ist der Einweihungstermin vorgesehen.

Meßstetten. Die Heizkosten in der evangelischen Lamprechtskirche sind davon gelaufen. Das war einer der wesentlichen Gründe, weshalb sich die Verantwortlichen der Kirchengemeinde zu einer Renovierung entschlossen, um unter anderem ein neues Heizungssystem installieren zu lassen. Der Kessel dazu steht im Pfarrhaus; von dort werden das Pfarrhaus und die Kirche beheizt. Um die neuen Heizstationen in der Kirche aufzubauen, musste in dem Gebäude gegraben werden. Von den Heizstationen steigt warme Luft auf in die Kirche.

Komplett neu sind die Fen­ster im oberen Bereich des Gebäudes, zu erneuern sind auch die im Parterre, insgesamt rund zehn Fenster. Die Rahmen waren kaputt und waren alle aufzuarbeiten. Zudem sind die Fenster nun künstlerisch gestaltet. "Die Kirche ist dadurch heller und freundlicher", sagt Pfarrer Reinhold Schuttkowski. "Wir mussten viel mit dem Denkmalamt absprechen." Die Behörde legt fest, was verändert werden darf und was nicht. So musste die künstlerische Verglasung innen angebracht werden: "Wir wollten sie ursprünglich außen haben, das aber verweigerte das Denkmalamt, weil dies den äußeren Eindruck des Gebäudes verändert hätte."

Beim Graben für die Heizstationen fanden die Handwerker menschliche Knochen. Es waren aber keine historisch relevanten Funde, sondern die Reste des alten Friedhofs. "Es wurde alles fotografiert, katalogisiert, dokumentiert und wieder zugeschüttet", erzählt der Pfarrer. Gleichzeitig kamen Fundamente der Vor- und Vorvorgängerkirche zum Vorschein.

Erneuert ist die Heizung im Kindergarten

Zwei Projekte schlagen finanziell zu Buche: die Maßnahmen in der Lamprechtskirche mit einem Volumen im Umfang von 665 000 Euro und die neue Heizung im Kindergarten, die zusammen mit dem Kindergarten auch das Gemeindehaus beheizt und 80 000 Euro kostet. Für die insgesamt 745 000 Euro gibt es, da die Kirche denkmalgeschützt ist, einen Zuschuss der Landeskirche in Höhe von 35 Prozent und einen des Kirchenbezirks mit zehn Prozent. Der Rest ist zu decken aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde, wobei die Stadt Meßstetten unterstützt mit einem zinslosen Darlehen und einem "verlorenen" Zuschuss. Außerdem hat die Kirchengemeinde das Pfarrhaus im Bueloch – das Militärpfarrhaus –, das nicht mehr gebraucht wird, verkauft: Der Erlös floss mit ein in die Renovierung.

Derweil gehen die Arbeiten in der Kirche weiter: Der Boden wird erneuert und erhält dort, wo kein Holz ist, einen Belag aus Natursteinen, wo früher PVC aus dem Jahr 1960 auslag. Komplett neu gestrichen wird innen und außen, bis auf den Turm: "Den müssen wir speziell sanieren. Das wird in ein paar Jahren notwendig", erläutert Schuttkowski.

Ein Problemfeld ist die Reliefwand hinter dem Altar. Dort war eine Öffnung, aus der warme Luft strömte. "Diese Luft hat die Reliefwand verdreckt. Wir wollten das reinigen lassen, aber das erweist sich als relativ schwierig." So muss die Kirchengemeinde einen speziellen Restaurator kommen lassen, der die Wand säubert. Einfach abstrahlen und nachstreichen, das geht nicht: "Das sind noch einmal 15 000 Euro an Kosten zusätzlich. Aller Voraussicht nach ist das erst im Frühjahr machbar", sagt Schuttkowski.

Eine neue Lautsprecheranlage erhält das Gotteshaus – und einen Beamer mit Leinwand, die – hinter dem Chorraum heruntergelassen – Fläche bietet, um darauf Liedtexte, Videos, Filme, Motive zu projizieren. Der Holzboden ist abgeschliffen und neu gestrichen, die Bänke sind ausgelagert in einer Halle des früheren Polstergeschäfts Helmut Eppler in Meßstetten. Der Kirchsaal direkt unter der Empore erhält einen Natursteinboden, eine Akustikdecke und eine neue Beleuchtung, zudem eine kleine Teeküche für den "Kirchenkaffee".

Glaswand mit Motiven trennt den Kirchsaal ab

Eine neue Beleuchtung gibt es auch im Mittelschiff der Kirche. Zum Kirchsaal war bisher eine Schiebewand installiert. Die ist abmontiert. Den neuen Abschluss wird eine Glaswand bilden, geschmückt mit Motiven wie an den Fenstern – alles gestaltet von der Künstlerin Celia Mendoza aus München. Zwei Flügeltüren in der Mitte ermöglichen den Zugang vom Mittelschiff in den Kirchsaal.

Verantwortlich für die Baumaßnahmen ist das Architekturbüro Eppler und Bühler. Die Handwerker kommen fast alle aus Meßstetten und der direkten Umgebung – mit Ausnahme der Fensterfirma, die den speziellen Anforderungen des Denkmalamts gerecht werden muss. Pfarrer Schuttkowski ist zufrieden mit dem Verlauf: "Wir hatten ein bissle Verzögerung, aber das haben wir jetzt wieder im Griff." Und neue Sitzkissen für die Bänke gibt es auch.

 
 

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