Bürgermeister Lothar Mennig (links) und Oberstleutnant Engelmann (rechts) mit Guido Wolf Foto: Sauter Foto: Schwarzwälder-Bote

Zum letzten Mal Jahresempfang in der Zollernalbkaserne / Mehr als 250 Gäste kommen / Suche nach Nachnutzung

Von Alfred Sauter Meßstetten. Ein Hauch von Wehmut hat über der Zollernalb-Kaserne in Meßstetten gelegen: Zum neunten und letzten Mal in Folge veranstalteten die Luftwaffe und die Stadt Meßstetten einen gemeinsamen Jahresempfang in der Kaserne. Mehr als 250 Gäste folgten der Einladung des Standortältesten und Kommandeur des Einsatzführungsbereiches 1, Oberstleutnant Volker Engelmann, und des Bürgermeisters der Stadt Meßstetten, Lothar Mennig.

 

Mit dem Musikstück "Slawischer Tanz Nr. 6" eröffnete das Klarinettenquintett des Heeresmusikkorps 10 aus Ulm die Veranstaltung im Albcasino. Engelmann begrüßte die Vertreter aus den verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens und des Militärs, darunter den Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts, Ferdinand Kirchhof, sowie den Festredner, Guido Wolf, Landtagspräsident des Landes Baden-Württemberg.

Engelmann blickte auf die 50-jährige gemeinsame Zusammenarbeit zwischen den Soldaten auf dem Geißbühl und der Stadt Meßstetten zurück. Aus diesem Anlass werde am Freitag, 5. Juli, ab 22 Uhr ein Großer Zapfenstreich stattfinden. Mit Wehmut habe man im Oktober 2011 die Stationierungsentscheidung und die damit verbundenen Schließung der Zollernalb-Kaserne zur Kenntnis genommen. Noch in diesem Jahr, am 1. Oktober, werde sein Verband den Einsatzauftrag des Luftwaffengefechtsstandes im NATO-Verbund abgeben und am 31. Dezember hört der Einsatzführungsbereich 1 auf zu existieren.

"Es gilt nun nach vorne zu schauen und zu versuchen, persönlichen Härten abzufedern", so Engelmann. Weiterhin appellierte er an die Bürger der Stadt Meßstetten, sich innovativ für die Folgenutzung des Kasernengeländes einzusetzen.

Mit den Worten "Meßstetten ohne Bundeswehr – das ist, relativ gesehen, gravierender als Bonn ohne Bundeskanzler", eröffnete Landtagspräsident Guido Wolf seine Festrede. Die Bundeswehr sei ein fester Bestandteil in der Gesellschaft und müsse einen festen Platz im Bewusstsein haben. Für die Zukunft wünschte er den Bundeswehrangehörigen und der Stadt Meßstetten alles Gute und forderte die Verantwortlichen auf, mit viel Optimismus die Sache anzugehen.

Mennig ging auf die Nachnutzung der Kaserne und das kommunalpolitischen Geschehen der Stadt im vergangenen Jahr ein. Den Verbleib des Truppenübungsplatzes und die schlechten Verkehrsanbindungen auf dem Großen Heuberg sieht er als Nachteile bei der weiteren Nutzung der Kaserne. Beim Suchlauf für einen neuen Standort für das vorgesehene Großgefängnis durch das Innenministerium gelte Meßstetten leider nur als Notnagel und nicht als Favorit, so der Bürgermeister.

Als Dankeschön überreichten Engelmann und Mennig Landtagspräsident Wolf einen Ammoniten von der Schwäbischen Alb. Die Nationalhymne beendete den offiziellen Teil der Veranstaltung. Danach widmeten sich die Gäste beim Stehempfang dem Gedankenaustausch.