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Messerangriff in Alpirsbach 46-Jähriger soll an Schizophrenie leiden

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Im Landgericht in Rottweil läuft nun das Sicherungsverfahren gegen den 46-jährigen Beschuldigten. (Symbolfoto) Foto: Gollnow

Alpirsbach - Mehrere Schürf-, Schnitt- und Stichwunden, eine Platzwunde und Hämatome waren am 1. April das Resultat eines Angriffs in einem Gebäude in der Rötenbacher Straße in Alpirsbach. Im Landgericht in Rottweil läuft nun das Sicherungsverfahren gegen den 46-jährigen Beschuldigten.

Doch was war geschehen? Laute Schreie hörte ein Bewohner in Alpirsbach am 1. April, als er in seiner Garage aus dem Auto stieg. Zwei Bewohner im selben Haus waren ihm schon mehrfach durch ungewöhnliches Verhalten aufgefallen. Also habe er die Polizei alarmiert, erklärte er dem Richter Karlheinz Münzer als einer von zwölf Zeugen.

Mit blutigen Händen die Haustür geöffnet

Im Anschluss seien zwei Polizistinnen gekommen. Laut der zahlreichen Polizeibeamten, die als Zeugen sprachen, habe man sich, nachdem Verstärkung eintraf, in das Haus gewagt. Mit blutverschmierten Händen habe der Beschuldigte die Haustür geöffnet und direkt zugegeben, dass er "Mist gebaut" habe. Er habe sich nicht gewehrt und sei sehr ruhig geblieben.

Mit einem Porzellangegenstand und einem Messer sei er auf seinen Mitbewohner losgegangen. Grund für den Angriff? "Er hat mich im Kopf verrückt gemacht", so der Beschuldigte vor Gericht.

Den Geschädigten fand die Polizei auf einer Matratze mit zahlreichen Schnittwunden. Laut der Sachverständigen für Rechtsmedizin bestand durch die Messerstiche "keine akute Lebensgefahr". Allerdings ist der Geschädigte inzwischen aufgrund anderer Ursache verstorben.

Der Beschuldigte befinde sich seit der Tat in einstweiliger Unterbringung in einem Zentrum für Psychiatrie. Die Staatsanwaltschaft beantragt unter Annahme eines Verletzungsvorsatzes die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Denn der 46-Jährige soll unter anderem an Schizophrenie leiden und in schuldunfähigem Zustand agiert haben. Zudem sei er unter Alkoholeinfluss gewesen.

Der Beschuldigte erklärte, dass seine Erkrankung mit 24 Jahren ausgebrochen sei. Er habe eine stark reduzierte Sehkraft und beziehe Erwerbsunfähigkeitsrente.

Den Polizeibeamten aus Freudenstadt ist der Beschuldigte nicht unbekannt. Er sei bereits mehrfach alkoholisiert aufgefallen und von den Beamten nach Hause gefahren worden. Nachts solle er auf der Straße gestanden und Fahrzeuge angehalten haben.

Die ständigen wirren paranoiden Äußerungen über eine Mafia, die hinter ihm her sei, hinterließen bei den Beamten oft den Eindruck einer psychischen Erkrankung. Auch am Tatort soll er über diese Mafia geredet haben. Den Geschädigten habe der Beschuldigte in der Freudenstädter psychosozialen Hilfsgemeinschaft "Die Treppe" kennengelernt. In der Rötenbacher Straße in Alpirsbach wohnten die beiden dann zusammen.

Beschwerden waren keine Seltenheit

Sein aktueller Betreuer unterstreicht, dass er häufig Anrufe erhalten habe, da der Beschuldigte Passanten gestört und beleidigt haben soll. Seine ehemalige Betreuerin, die dem 46-Jährigen sieben Jahre lang zur Seite stand, konnte für ihn von 2015 bis 2019 einen Platz in einer geschlossenen Station finden. Nach einem Gutachten wurde der Antrag auf Verlängerung "als nicht mehr nötig angesehen". "Wenn er medikamentös gut eingestellt ist, ist er ein liebenswerter Mensch", ist sie sich sicher. Dies sei augenscheinlich momentan nicht der Fall.

Der psychiatrische Sachverständige erkundigte sich bei den Zeugen stets über das Verhalten des Beschuldigten. Er wird am Donnerstag vor der Urteilsverkündung zu Wort kommen.

Der Beschuldigte selbst zeigte sich einsichtig. "Ich möchte gesund werden." Auf die Frage von Richter Münzer, wo er denke, dass er gesund werden könnte, nannte er die Psychiatrie. Er wolle vor allem seinen Alkoholismus los werden. Zur Tat äußerte er sich ebenfalls: "Das war blöd. Das weiß ich."

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