Michael Rottmayr im Gespräch mit Nantwig Heinz, Heinrich Trick und Frank Stehle Foto: Schweizer

Ihren Plan hat die „Neckar-Alb Regenerativ“ in Balingen wohl erreicht: Sowohl vor der Bühne als auch an den Ständen tummelte sich viel Volk.

Erst wurde aus Habecks umstrittenen Heizungsgesetz das Gebäudemodernisierungsgesetz, und nur wenig später ließ Trump über Nacht den Iran beschießen – viele Verbraucher, vor allem die, welche noch Öl und Gas nutzen, sind verunsichert, wissen nicht, ob und wie (schnell) sie reagieren sollen. Da kam die Messe am Wochenende wie gerufen, denn so geballtes Wissen auf einem Fleck findet man nur selten. Und dazu noch die „tollen Anlaufstellen“, die Veranstaltungsleiter Martin Kiesling bei der offiziellen Eröffnung besonders hervorhob.

 

Denn wer sich letztendlich dazu entschied, Geld in den Keller (oder aufs Dach) zu investieren, der hatte die Qual der Wahl. Zahlreiche regionale Fachbetriebe buhlten um die Gunst der Kunden, verteilten Prospekte, und für die Kinder gab es Süßigkeiten. Sicherlich wurde so auch das eine oder andere Geschäft an den beiden Tagen gemacht. Wenn nicht, dann sind die Besucher jedenfalls, so Kieslings Überzeugung, mit einem Infovorsprung nach Hause gegangen.

Freilich ging es in der Volksbankmesse nicht nur um die fossilen Brennstoffe, sondern auch ums Heizen mit Solar, die Modernisierung des eigenen Häusles, zum Beispiel durch eine neue Küche, den Einbruchschutz oder die Gestaltung des Gartens. Vor der Halle präsentierten Autohäuser E-Autos und Hybrid-Fahrzeuge, aber auch sonst war im Freien einiges geboten. Am Samstag hielt sich dort der Zuspruch zunächst wegen des vorgezogenen April-Wetters zwar in Grenzen. Doch sobald die Wolkendecke aufgerissen hatte, zog es nicht wenige Besucher nach draußen.

Viel Beratung und zahlreiche bunte Flyer

Wie die Investitionen zu finanzieren und zu versichern sind, auch dazu gab es natürlich von Banken und Agenturen Beratung und bunte Flyer direkt vor Ort. Und apropos Ratschläge: Seitdem es die Messe gibt – das sind immerhin schon 22 Jahre – ist immer auch die Energieagentur Zollernalb mit einem Stand vertreten, deren Vertreter sicherlich Licht in das Dschungel der Fördermöglichkeiten brachten.

Einer davon, Michal Rottmayr, war besonders beschäftigt, er hielt Vorträge und moderierte auch das erste Expertengespräch am Samstag, in dem es vor allem um das Thema Photovoltaik ging. Jetzt sei die beste Zeit zu investieren, betonte Nantwig Heinz von der Firma Solera, die Förderungen lägen noch in einem guten Rahmen, und die Preise würden in diesem Jahr voraussichtlich noch steigen. Auch Frank Stehle von Smundo steht klar hinter der Sonnenenergie. Zukünftigen Kunden empfahl er, mit einem regionalen Anbieter zu bauen, dem sie zu gut vertrauen können. Und er riet, für Einfamilienhäuser einen Batteriespeicher von neun bis zwölf Kilowattstunde zur Photovoltaik-Anlage einzuplanen.

Eine Lanze für die Wärmepumpe

Eine Lanze für die Wärmepumpe brach Heinrich Trick, der Geschäftsführer der gleichnamigen Firma. Er nutzt sie schon seit 20 Jahren, seither liegt seine Energieersparnis bei rund 30 Prozent. Als „strategisch nicht schlau“ wertete Michael Rottmayr die Reform des Heizungsgesetzes, die Verunsicherung sei schon vorher sehr groß gewesen. Erneuerbare Energien hätten nun einmal zahlreiche Vorteile, sie würden unabhängiger vom Weltmarkt sein, seien CO2-neutral, stärkten die regionale Wirtschaft, schonten die Umwelt und böten beim Heizungstausch attraktive Förderungen.

Mit Blick auf den Krieg im Nahen Osten und die gestiegenen Preise plädierte auch Oberbürgermeister Dirk Abel gleich zu Beginn der Messe, dass sich die Menschen davon unabhängig machen. Auch die Stadt Balingen verfolge dieses Ziel, unter anderem durch das bereits angestoßene Windkraft-Projekt in einem Wald in Ostdorf: „Wenn es uns gelingt, können wir rund 20.000 Haushalte mit Strom versorgen.“ Deutschland, so spannte er den Bogen weiter, müsse weltweit ein Signal setzen – und so auch zeigen, dass es militärisch nicht angreifbar sei.

Kinder bauen Autos in der Spielwerkstatt

Von der Kriegsmaschinerie bekamen die jungen Besucher freilich nichts mit. Sie durften in der Spielwerkstatt Zollernalb aus bunten Lego-Steinen Autos bauen.

Übrigens: Wenn am ersten Tag in der Halle die Lichter ausgehen, ist noch lange nicht Schluss. Wie Veranstaltungsleiter Martin Kiesling verriet, findet abends immer ein gemeinsames Essen statt. Im vergangenen Jahr nahmen daran rund 140 Firmenvertreter teil. Dieses Mal wurde Spanferkel serviert – außerdem wartete ein üppiges Salatbüfett.

Wie auch schon die Gesundheitstage 2026 wurde die „Neckar-Alb Regenerativ“ von der Südwest Presse und dem Schwarzwälder Boten präsentiert. Und natürlich war das gemeinsame Medienhaus mit einem Stand vertreten. Am 14. und 15. November ist Martin Kiesling mit den Immobilientagen Zollernalb wieder in Balingen.