Auch wenn man sie oft auf der Autobahn sieht: So ein „Erlkönig“ mitten in Rottweil zieht dann doch die Blicke auf sich. Was haben wir denn da?
Der Mercedes mit dem wilden schwarz-weißen Muster vorne und hinten, der da an der E-Ladestation in der Hochbrücktorstraße in Rottweil steht, lässt etliche Passanten innehalten. Schließlich sieht man die getarnten Fahrzeuge mit Böblinger Kennzeichen sonst hauptsächlich auf der A81 an einem vorbeiflitzen.
Und was steht da nun? Es zeigt sich, dass es sich nicht etwa um ein neues Modell handelt, sondern um einen Mercedes EQS, für den von Mercedes ein „Facelift“ angekündigt worden ist.
Auffällig bei dem Fahrzeug in Rottweil sind die neuen Scheinwerfer in Sternform, die auch der CLA schon hat.
Und dann ist da noch ein Videohinweis auf der Seitentür zu sehen. Wenn Testfahrzeuge unterwegs sind, dann filmen sie nämlich auch. Und wer sich dafür interessiert, wie es da mit dem Datenschutz aussieht, wenn man selbst, etwa als Passant oder mit seinem Auto, gefilmt wird, der kann sich unter dem entsprechenden Link näher informieren.
Mercedes Benz erläutert auf der Seite im Netz, dass die Erprobungsfahrzeuge im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsprozesse mit Kamerasystemen sowie teilweise mit Außenmikrofonen und weiteren Sensorsystemen ausgestattet sind.
Wenn Personen erfasst werden, so sei „eine namentliche oder sonstige persönliche Identifizierung“ oder eine Zuordnung erfasster Fahrzeuge weder notwendig noch vorgesehen – und zumeist auch nicht möglich. Die Identifizierbarkeit könne aber auch nicht ausgeschlossen werden.
Die Rechtsgrundlage
Primäre Rechtsgrundlage für Mercedes für die Aufnahme und die Verarbeitung des Materials sei die „Wahrung berechtigter Interessen“ gemäß Datenschutz-Grundverordnung – nämlich hier die Forschung, Entwicklung und Erprobung zu Fahrassistenzsystemen, automatisiertem Fahren, Fahrfunktionen und sonstigen Diensten.
Wie viel der Erlkönig in Rottweil nun gefilmt hat, ist nicht bekannt. Zur Mittagszeit war jedenfalls Strom tanken angesagt. Und vermutlich hat sich auch der Fahrer in der Innenstadt derweil gestärkt – für die nächste Forschungsfahrt.