Das Basler Strafgericht muss sich mit einer Massenschlägerei beschäftigen. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentra

„Unsere Kinder sterben. Dann sollen eure Kinder auch sterben!“, heißt es in der Anklageschrift.

Wegen einer Massenschlägerei mitten in der Stadt müssen sich 14 kurdische Männer seit Montag vor dem Basler Strafgericht verantworten. Sie sollen 2022 das türkische Kinderfest auf dem Marktplatz angegriffen und dabei mehrere Menschen verletzt, beschimpft und bedroht haben.

 

Die Beschuldigten nahmen am 8. Mai 2022 am nationalen Kongress der „Kurdischen Demokratischen Gesellschaft Schweiz“ in Gerlafingen teil. Dort beschlossen sie, das ihnen „vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen Kurden und Türken verhasste Kinderfest in Basel zu sabotieren“, wie es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft heißt.

Sie trafen beim Festgelände ein, als die Veranstaltung gerade ihr Ende fand und sich nur noch wenige Kinder und deren Familienangehörige auf dem Marktplatz aufhielten. Dabei sollen sie Parolen für die Arbeiterpartei PKK sowie diverse Schimpfwörter und Drohungen geschrien haben – zum Beispiel „Unsere Kinder sterben. Dann sollen eure Kinder auch sterben!“, heißt es in der Anklageschrift. Einer der Angesprochenen soll die PKK-Parolen mit dem rechtsnationalistischen Wolfsgruß erwidert haben. Die Festgemeinschaft ignorierte gemäß Staatsanwaltschaft zuerst die Rufe und stellte die Musik lauter, um die Rufe zu übertönen. Anschließend hätten die Männer die Absperrgitter hochgehoben und mehrere Männer und Frauen damit beworfen. Mit einem Kuchenblech, einem Regenschirm, einem Brett und einem Pfannendeckel sollen sie auf die Feiernden eingeschlagen und eine Glasflasche geworfen haben.

Faustschläge und Tritte

Sie traktierten sie auch mit Faustschlägen und Tritten, wie die Staatsanwaltschaft weiter schreibt. Mehrere Personen, alles Erwachsene sowie ein 17-Jähriger, wurden dabei verletzt. Manche von ihnen unterzogen sich einer psychiatrischen Behandlung.

14 Männer angeklagt

Die Staatsanwaltschaft klagt die 14 Männer wegen Angriffs, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Beschimpfung an. Manche von ihnen müssen sich auch wegen einfacher Körperverletzung verantworten, einer zudem wegen versuchter schwerer Körperverletzung. Der Vorfall sorgte über die Schweiz hinaus für Reaktionen. Das türkische Außenministerium verurteilte im Mai 2022 den Angriff auf das Kinderfest. Der Prozess ist auf 8,5 Tage angelegt. Für alle 14 Männer gilt die Unschuldsvermutung.