Peter Hauth, Friseurmeister und Obermeister der Innung, vor seinen zahlreichen Auszeichnungen und Pokalen. Foto: Siegfried Feuchter

Peter Hauth, Innungsobermeister der Friseure, steckt als begeisterter Fasnächtler und Cliquenchef längst in der heißen Phase der fünften Jahreszeit.

Gerade hat er am späten Nachmittag seinem letzten Kunden an diesem Tag „den Kopf verschönert“, da stehen schon zwei Fasnächtler zu einer Besprechung an der Tür.

 

„Bei mir ist immer etwas los“, sagt der 68-Jährige, der seinen Friseursalon am Oberbaselweg aufgegeben und sich seit 1. Oktober vergangenen Jahres als Einzelkämpfer mit einem kleinen Salon im Pflegeheim Stella Vitalis niedergelassen hat.

Denn aufhören ist für Peter Hauth, zeitlebens umtriebig, engagiert und erfolgreich in seinem Beruf, vorerst keine Option. „Wenn es die Gesundheit zulässt, will ich noch bis 75 weitermachen.“

Dies mit etwas reduziertem Pensum. „Eigentlich habe ich am Oberbaselweg aufgehört, um es etwas ruhiger zu haben.

Doch daraus ist nichts geworden“, sagt der 68-Jährige. Doch immerhin: Samstags gönnt er sich seit dem Umzug einen freien Tag.

Ursprünglich wollte er Goldschmied werden

Auch wenn Peter Hauth, der in Weil am Rhein aufgewachsen ist, ursprünglich Goldschmied werden wollte, ist ihm der Beruf des Friseurs schnell zur Leidenschaft geworden. In der renommierten Friseurschule Amann in Lörrach, wo er seine Ausbildung absolvierte und 1981 mit Erfolg die Meisterprüfung ablegte, avancierte er bald zur rechten Hand des Chefs. In den 25 Jahren seiner Tätigkeit in der Friseurschule bildete er nicht nur viele Lehrlinge aus, sondern reiste als Art Director rund um die Welt – ob in die USA, nach Kanada, Südamerika, Japan, Asien oder Afrika. „Nur in den Ostblockstaaten war ich nicht.“

Bei vielen internationalen Wettbewerben, Meisterschaften und Friseurshows, bei denen neue Techniken und Looks sowie trendorientierte Haarstylings gezeigt wurden, heimste Peter Hauth zahlreiche Auszeichnungen und Preise ein, wie seine aufgereihten Pokale in seinem Salon unterstreichen.

„Es war eine tolle Zeit“, sagt der Weiler Friseurmeister, der sich 1987 mit einem eigenen Friseursalon am Oberbaselweg selbstständig gemacht hatte. Und sein Können bringt er auch berufsständisch bis heute ein und übernimmt Verantwortung.

Er vertritt die Interessen seiner Kollegen

Seit 30 Jahren ist Peter Hauth Obermeister der Friseurinnung im Landkreis Lörrach, darüber hinaus gehört er dem Vorstand des Landesverbandes Friseur und Kosmetik Baden-Württemberg an. Und in dieser Eigenschaft vertritt er als Delegierter die Interessen seiner Kolleginnen und Kollegen auch auf Bundesebene im Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks in Köln.

„Ich mache seit Jahren viel und ich mache es bis heute auch gern“, sagt der stark engagierte Friseurmeister, der sich freuen würde, wenn viel mehr Friseurgeschäfte als bisher Mitglied der Innung werden würden.

Er fertigt Larven an und entwirft Plaketten

Als „Ausgleichsventil und Lebenselixier“ zu seinem beruflichen Wirken bezeichnet der Vater eines erwachsenen Sohnes die Fasnacht. Schon in jungen Jahren hat ihn die närrische Zeit in den Bann gezogen. Mit zehn Jahren fing der Ur-Fasnächtler an, für Cliquen Larven anzufertigen.

Seine Kreativität zeigte sich auch später, als er Fasnachtsplaketten gestaltete. Und sein närrisches Engagement drückt sich zudem darin aus, dass er in der IG Weiler Straßenfasnacht aktiv ist und inzwischen seit 50 Jahren Vorsitzender der Fasnachtsclique Gränz-Pfluderi-Waggis ist. Diese Clique hatte er vor einem halben Jahrhundert mitgegründet.

Der Saalfasnacht ist er eng verbunden

Peter Hauth ist ein Straßenfasnächtler durch und durch. Der Saalfasnacht ist er insofern eng verbunden, indem er seit vielen Jahren bei den Zunftabenden für die Maske verantwortlich zeichnet und unter anderem die Perücken für Bühnendarsteller anfertigt. Ob Beruf oder Fasnacht, Peter Hauth ist stets mit Herzblut dabei. Denn es gehört zu seinem Anspruch: Wenn er eine Aufgabe übernimmt, dann will er sie auch mit Engagement und Verantwortungsbewusstsein wahrnehmen.