Michael Kaiser ist „Menschensammler“ im besten Sinn: Für seine Bücher spricht er mit Menschen aus der Region Heraus kommen spannende Geschichten und tiefe Einblicke in das Leben ganz unterschiedlicher Leute.
„Um mich soll es hier gar nicht gehen“, stellt Michael Kaiser zu Beginn des Interviews klar. Wir treffen den Journalisten und Autor in der Balinger Stadtkirche – ein Ort, an dem er selbst gerne Interviews mit den Menschen führt, die er für die Buchreihe „Edition Profile“ porträtiert. „Ich mag diese Kirche, man ist mitten in der Stadt, und doch hat man hier absolute Ruhe.“
Tausend Geschichten mitten aus dem Leben
Dabei geht es bei Kaiser beruflich selten ruhig zu: Fünf Bände der „Profile“ sind bislang erschienen, in jedem stellt er an die 200 Menschen vor. Tausend Geschichten mitten aus dem Leben sind also von ihm erzählt worden – und die sind so unterschiedlich wie die Leute, über die er schreibt.
Die kleinen Geschichten reizen den Autor
Es geht um Menschen aller Berufe
Wer das ist? „Leute wie Du und ich, die alle etwas gemeinsam haben – sie sind beruflich erfolgreich und machen das, was sie tun, mit Leidenschaft“, erklärt Kaiser. Das kann ein Uhrmacher sein oder ein Ehepaar, dessen Hund Schimmelsporen erschnüffeln kann. Eine junge Frau, die sich um schwerhörige Kinder kümmert hat er ebenso porträtiert wie die Geschäftsführerin einer Weltfirma, Tattookünstler oder eine Kirchenmusikerin.
Es sind die „kleinen Geschichten“, die für Kaiser den Reiz ausmachen. Wie die jener Frau, die keinen passenden Hula-Hoop-Reifen fand, sich selbst einen bastelte und das mittlerweile zum Geschäft entwickelt hat. Oder der begeisterte Camper, der sich über gerissene Autoscheiben im Winter ärgerte und der nun Expeditionsfahrzeuge für die Polarregion herstellt.
Kaiser ist gelernter Journalist
Ob der Autor selbst eine Lieblingsgeschichte hat? „Nein“, sagt der 60-Jährige und seine Augen blitzen. Stunden lang könnte er erzählen von all den vielen Begegnungen und den großen und kleinen Geschichten, die er aufgeschrieben hat. „Jeder Mensch kann etwas über sich erzählen“, weiß Kaiser.
Als Journalist weiß er, die richtigen Fragen zu stellen. Gelernt hat der gebürtige Balinger sein Handwerk bei unserer Zeitung, war viele Jahre lang Redakteur in der Balinger Lokalredaktion. Heute ist er als Freiberufler unterwegs.
Er fotografiert seine Protagonisten auch
Dazu, Menschen für Bücher zu porträtieren, kam Kaiser im November 2014. Damals stieß ihm eine Zeitungsannonce ins Auge. „Autor gesucht“ stand da. Von Berufs wegen neugierig rief Kaiser unter der angegebenen Telefonnummer an. Mit Verleger Peter Becker war er sofort auf einer Linie.
Kaiser schreibt nicht nur über die Menschen, er fotografiert sie auch. Und so, wie er für seine Gesprächspartner einen Blick für den Kern der Geschichten findet, so hat er auch ein Auge für das richtige Motiv. Matthias und Carmen Hölle vom Steinefurthof zum Beispiel hat er inmitten ihrer Hühnerschar abgelichtet. Musicalsängerin und Yoga-Expertin Beatrix Reiterer stützt sich auf Kaisers Foto lässig auf eine Gitarre, und Kosmetikerin Daniela Sinatra nimmt für den Autor selbst auf einem Behandlungsstuhl Platz.
So findet er seine Geschichten
Man merkt dem Journalisten die Leidenschaft für sein Metier an, wenn er von den unzähligen Interviews berichtet, die ihn im ganzen Zollernalbkreis zu den Menschen führen. Wie findet er seine Geschichten? Mittlerweile ist sein Adressbuch prall gefüllt, er bekommt Tipps und Empfehlungen. Jemand kennt jemanden, der jemanden kennt – und Kaiser erspürt und schreibt auf, was das Besondere ist.
Wer Interesse an einem Buch hat, kann sich beim Autor unter der E-Mail-Adresse kaiser.balingen@gmx.de melden