Das Saxofon-Quartett Arcis aus München eröffnete die Altensteiger Meisterkonzerte-Saison 2025 und schenkte dem Publikum einen aufregenden Abend.
Das bestens ausgebildete, erfolgreiche und mehrmals preisgekrönte Ensemble mit Claus Hierluksch (Sopransaxofon), Ricarda Fuss (Altsaxofon), Anna-Marie Schäfer (Tenorsaxofon) und Jure Knez (Baritonsaxofon) besteht seit 15 Jahren. In seinem Repertoire befinden sich sowohl Klassik als auch eigene Arrangements der besten Rockklassiker und zeitgenössischen Kompositionen.
Die an instrumentale Virtuosität angelehnte kreative Vielseitigkeit der künstlerischen Allrounder scheint sie geradezu zu provozieren, diverse Musikgenres aus einem eigenwilligen Blickwinkel zu zeigen, neue Klanggebilde zu erschaffen und spontane Emotionen hervorzurufen.
Neben Auftritten auf unzähligen Weltbühnen engagieren sie sich seit der Gründung des Ensembles für den Einzug ihrer Live-Musik in die Schulen, um die Jugend mit lebendiger Kunst zu konfrontieren und sie als zukünftige Konzertbesucher zu gewinnen.
Frappierendes Programm
Dem großen Altensteiger Publikum im Bürgersaal bot das Quartett sein frappierendes Programm „Quirky Nightclub Chronicles“ – eine Collage aus der Musik anerkannter Musik-Größen wie Frank Zappa, Duke Ellington, Astor Piazzolla oder Marc Mellits und aus den Kostproben talentierter Neulinge wie Shuteen Erdenebaatar (Mongolei) und Emma O’Halloran (Irland/USA).
Etliche Inspirationen fanden die Arcis-Musiker auch im Repertoire des US-amerikanischen Duos Rosabel und der deutschen Band Masterboy.
Im Laufe des Konzert kristallisierte sich das künstlerische Konzept der Münchner immer deutlicher heraus: Ihr Anliegen, das Publikum mit erstklassigen Interpretationen sowie ausgesuchten Klang- und Lichtspielen anzusprechen, zu fesseln und zu begeistern, ging voll auf.
Kaleidoskop der Musik und Gefühle
Den jeweiligen Charakter der Musik hoben farbige Akzente der schmalen Lichtsäulen hervor, und während das Rot die Wirkung des treibend unaufhaltsamen Rocks intensivierte, erschien die sanfte Lyrik in Weiß, Gelb oder Orange – wie in den zu „Echos of Life“, „Tapas“ und „Moments with Piazzolla“ zusammengefügten, kontrastreichen Miniaturen – ein echtes Kaleidoskop der Musik und Gefühle. Obendrein fanden die Saxofonisten einen direkten Draht zu den Konzertbesuchern und animierten sie zum Mitwirken.
Großes Publikumsinteresse weckten die modernen Instrumente Aerophone alias Blaswandler, die das Ensemble mit gleicher atemberaubender Virtuosität zur Schau stellte wie seine traditionellen Saxofone. Die klangliche Homogenität, interpretatorische Leichtigkeit, Fülle der Emotionen und nicht zuletzt die technische Präzision (darunter makellose Unisoni), die an einen Flirt mit der Musik denken ließ riefen eine lautstarke Resonanz in Publikumsreihen hervor.
Den Forderungen der Zuhörer nach einer Fortsetzung gab das Quartett am Ende des Konzerts nach und verabschiedete sich mit gleich zwei Zugaben.