Bauherren und Partner feiern den Durchbruch von „Lilia“. Foto: BBT SE

Mit dem erfolgreichen Durchschlag zweier Tunnelbohrmaschinen ist beim Bau des Brenner Basistunnels ein wichtiger Meilenstein erreicht worden.

„Lilia“ und „Ida“ kommen weit weniger niedlich daher, als ihre Namen vermuten lassen: Die Tunnelbohrmaschinen vom Typ Einfachschild-TBM wiegen mehr als 2400 Tonnen und sind rund 160 Meter lang. Diese beiden Kraftpakete haben seit Mai und Juni 2023 jeweils über 8 Kilometer Tunnel ausgebrochen und mit Betonfertigteilen (Tübbinge) ausgebaut, teilt das Schwanauer Unternehmen Herrenknecht mit.

 

Nun feierten Bauherren, Bauunternehmen und weiterer Projektpartner den Durchschlag von „Lilia“ und „Ida“ im Haupttunnel des Bauabschnittes H41 Sillschlucht-Pfons südlich von Innsbruck.

Insgesamt haben acht Tunnelbohrmaschinen (TBM) des Herstellers Herrenknecht bislang 83,4 Kilometer Tunnel in Österreich und Italien vorgetrieben.„Lilia“ ist die sechste Maschine, die für den Brenner Basistunnel ihre Arbeit in der östlichen Hauptröhre erfolgreich abgeschlossen hatte.

90 Tunnelkilometer sollen es am Ende sein

Ihre Schwestermaschine „Ida“, hatte Ende August in der Weströhre desselben Bauloses den Durchbruch gefeiert. Zwei weitere Maschinen befinden sich derzeit noch weiter südlich im Vortrieb. Am Ende werden die Herrenknecht-Maschinen rund 90 Tunnelkilometer absolviert haben.

Maschinenmontage von „Lilia“ Foto: BBT SE

Die Vorstandsmitglieder der Brenner Basistunnel BBT SE, Umberto Lebruto und Martin Gradnitzer, unterstrichen die Bedeutung der aktuellen Erfolge: „Das Jahr 2025 war außergewöhnlich hinsichtlich des Baufortschritts. Neben den Vortrieben der TBM Ida und Lilia wurde auch der Vortrieb der TBM Flavia im Baulos Mauls erfolgreich abgeschlossen.“

Auch seitens des Herstellers Herrenknecht wird der Fortschritt hervorgehoben. Unternehmensgründer Martin Herrenknecht brachte seinen Stolz zum Ausdruck und würdigte die Leistung der beteiligten Teams. „Die langen Maschinenvortriebe am Brenner sind eine knallharte Challenge“, so Herrenknecht.

Projektleiter Bernhard Wienhold ordnet die Leistung der Teams auf der Baustelle ein: „Da sind tagtäglich wahre Spezialisten am Werk – aufseiten unseren Service-Mannschaften und von den Bauunternehmen. Ich bin immer wieder beeindruckt vom Know-how und dem Engagement, das ich auf den Maschinen im Tunnel erlebe.“

Wege durch die Alpen

Die Alpen stellen für die transeuropäischen Verkehrsnetze eine natürliche Barriere dar. Neue Basistunnel ermöglichen geringere Steigungen und höhere Kapazitäten im Bahnverkehr. Bereits 2016 nahm die Schweiz den 57 Kilometer langen Gotthard-Basistunnel in Betrieb – ebenfalls größtenteils mit TBM aus Schwanau aufgefahren. Nach dem Brenner Basistunnel stellt der Mont-Cenis-Basistunnel zwischen Lyon und Turin das nächste bedeutende alpenquerende Bahnprojekt dar. Der Bauherr TELT hat dafür bisher sechs TBM sowie umfangreiche zusätzliche Tunnelbautechnik bei Herrenknecht bestellt.