So sieht es aktuell auf der Landratsamt-Baustelle an der Königstraße aus. Foto: Elena Baur

Beim neuen Rottweiler Landratsamt stehen schon bald die nächsten großen Schritte an, doch der Planer spricht auch offen über steigende Kosten.

Die Baugrube in der Königstraße lässt es kaum vermuten, aber beim neuen Landratsamt geht es mit großen Schritten voran. Während die Planer die nächsten Vergabepakete schnüren, gibt es auch einen kleinen Wermutstropfen: Planänderungen, die zu steigenden Kosten führen.

 

Noch im Dezember sollen die Arbeiten für die Holzfassade mit Holzfenstern und für die Pfostenriegelfassade im vierten Obergeschoss beauftragt werden, erklärte der Vertreter des Planungsbüros Drees&Sommer im Kreisausschuss für das neue Landratsamt.

Das dritte Vergabepaket im Umfang von 17,2 Millionen Euro umfasst dann unter anderem die gebäudetechnische Ausrüstung. Die Vergabe soll laut Planung im April oder Mai 2026 erfolgen.

Das ist 2026 und 2027 geplant

Der Eisspeicher sei mittlerweile weitgehend fertiggestellt. Man liege mit dem Projekt im Zeitplan, hieß es. Der nächste Meilenstein sei die Fertigstellung der Bodenplatte Ende Dezember und die Fertigstellung der Decke über dem Untergeschoss im März 2026. Die Decken über dem Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss sollen bis Ende Juni 2026 realisiert werden. Im Dezember 2026 sollen die Rohbauarbeiten abgeschlossen sein.

Parallel sollen bereits im Sommer 2026 die Arbeiten am neuen Parkhaus starten.

Ausbau und Gebäudetechnik im neuen Landratsamt werden sich dann ebenso wie die Gestaltung der Freianlagen über das Jahr 2027 ziehen. 2028 ist die Fertigstellung des neuen Landratsamtes geplant.

3,7 Millionen Euro für Unvorhergesehenes

Stand November wird von Gesamtkosten in Höhe von 85,2 Millionen Euro ausgegangen – rund 6,6 Millionen Euro Baupreissteigerung sind da bereits berücksichtigt. Interessant werde die Kostenverfolgung ab Sommer 2026, kündigte der Planer an.

Insgesamt 3,7 Millionen Euro vom Gesamtbudget wurde für Unvorhergesehenes eingeplant. Das Budget diene dazu, Ausreißer bei den Vergaben oder Nachtragsleistungen während der Ausführung zu decken. Davon sind nun noch rund 2,3 Millionen Euro übrig. Denn es gebe bereits ein paar Kostenerhöhungen, informierte der Planer die Kreisräte.

Mehrkosten im sechsstelligen Bereich

Die Änderungen ergaben sich unter anderem aus zusätzlichen Anforderungen der genehmigenden Behörden und des Bauherrn sowie aus aktualisierten gesetzlichen Vorgaben, Normen und Vorschriften, außerdem aufgrund neuer Erkenntnisse im Zuge der detaillierteren Planung.

Die mehr als 765 000 Euro, die nun als Mehrkosten anfallen, verteilen sich auf zehn Punkte. Die größte Erhöhung betrifft die Dämmung des geplanten Dachgartens (rund 187 000 Euro).

„Hätte man nicht vorher wissen können, dass Schaumglasdämmung nötig ist?“, wollte FWV-Kreisrat Peter Schumacher wissen. Das sei eine Lücke in der Entwurfsplanung, gab der Vertreter des Planungsbüros ihm Recht. Die nötige Qualität für den Dämmstoff sei im Vorfeld nicht richtig eingeschätzt worden. Schumacher bedankte sich seinerseits für die aufrichtige Antwort. Das Gremium nahm die Kostensteigerungen zur Kenntnis.