Fast 80 000 Übernachtungen – mehr als vor Corona – verzeichnete die Stadt 2024 in den größeren Betrieben. Vor allem aus dem Ausland kommen mehr Gäste. Die Verwaltung will das Tourismuskonzept ausbauen, setzt dabei auf Wein – und auf Digitalisierung.
Ein knappes Jahr ist es her, dass die Stadt ihr neues Tourismuskonzept vorgestellt hat. Was hat sich seitdem in diesem Bereich getan und wie geht es weiter? Friederike Ohnemus, Leiterin der Abteilung Ratsarbeit, Marketing und Internationales sowie Martina Mundinger, Leiterin des Stadtmarketings, präsentierten Zahlen und Pläne.
Übernachtungen: Knapp 80 000 Übernachtungen, exakt waren es 79 696, verzeichnete die Stadt im vergangenen Jahr. 7000 mehr als im Jahr zuvor und der höchste Wert seit Corona und sogar ein höherer Wert als 2019. „Juli und August waren sehr starke Monate“, gab Ohnemus einen Einblick. Aber natürlich seien auch die Chrysanthema-Wochen oben dabei. Besonders gestiegen ist die Zahl der Gäste aus dem Ausland. Nämlich von 4649 auf 6373. „Das ist für uns die signifikanteste Gruppe“, kommentierte Ohnemus erfreut. Eingerechnet in die Statistik sind nur Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben mit mindestens zehn Betten. Ferienwohnungen oder „Airbnb“-Unterkünfte fallen also raus. „Wir sind da auch sehr gut aufgestellt“, meint Mundinger. Das Reiseverhalten der Menschen habe sich verändert. Die Menschen kämen weniger in Hotels unter als etwa Anfang der 2000er-Jahre, als man in Lahr noch mehr als 80 000 Übernachtungen in den Betrieben registriert hatte. Die Ferien- und Airbnb-Wohnungen „tragen zur Vielfalt bei“, so die Marketingleiterin.
529 Menschen – etwa zehn im Schnitt – nahmen an den Führung teil
Führungen: 529 Menschen haben im Jahr 2024 an 54 öffentlichen Führungen der Stadt – außerhalb der Chrysanthema – teilgenommen. Das belegt, so Ohnemus, die „hohe Attraktivität“. Hinzu kamen 71 privat gebuchte Touren. Während der Chrysanthema hätten sich insgesamt 7000 Teilnehmer die schönsten Ecken der Stadt zeigen lassen. Mit „alles anderscht“ beinhaltet ein neues Format einen Einblick in das Leben des Wirtshausehepaares im früheren Gasthaus „Rappen“. Dafür wurden Laienschauspieler ausgebildet. Zudem steht eine Schulung von Gästeführern an, die Touristen und Einheimischen das denkmalgeschützte Café Süßes Löchle zeigen werden. Beide neuen Formate gehen mit dem Ziel einher, Lahr als „Genuss-Destination“ zu präsentieren.
Wohnmobile: Gut habe sich, so Ohnemus, der Wohnmobilstellplatz in Kuhbach entwickelt – wenngleich die Zahlen nach einem „Boom“ als Folge der Corona-Pandemie und einer Überbelegung auf ein „gesundes Niveau“ von 6374 Übernachtungen zurückgegangen sind. Rund 33 000 Euro an Gebühren habe die Stadt Lahr im Jahr 2024 dort eingenommen. Das Bezahlen soll ab sofort durch ein digitales System vereinfacht werden.
Social Media: Um mehr Menschen, vor allem außerhalb Lahrs, zu erreichen, hat die Verwaltung die Marke „Erlebe Lahr“ geschaffen. Auf Facebook und Instagram bewirbt die Stadt entsprechende touristische Angebote. Man habe bereits, so Mundinger, eine „schöne Followerzahl“ erreicht. Auf Facebook verfolgen 1328 Menschen die Posts, auf Instagram sind es 621. Insgesamt habe man auf Facebook mit konkreten Tipps und Insiderwissen 140 000 Menschen erreicht, auf Instagram immerhin 40 000 dank „inspirierender Postings mit emotionaler Bildsprache“.
Webseite soll Social-Media-Kanäle ergänzen
Webseite: Der Aufbau der Social-Media-Kanäle wird aktuell ergänzt durch eine sogenannte „Subdomain“, also eine Unter-Webseite der Stadt Lahr, die ebenfalls den Namen „Erlebe Lahr“ trägt. Die Seite ist seit vergangener Woche online und ist mit ansprechenden Bildern strukturiert, die zu den verschiedenen Themen führen. Unter anderem gibt es eine Übersicht über die Restaurants, Imbisse und Bars in Lahr, eine Auflistung aller möglichen Führungen, eine Übersicht über Unterkünfte und aktuelle Mitteilungen zu Veranstaltungen. Mundinger betont, dass die Webseite noch nicht fertig gestaltet ist: „Wir nehmen gern Hinweise entgegen, wenn jemand meint, dass etwas fehlt.“
Wein im Fokus: „Neue Genuss-Formate“, erklärt Ohnemus, will die Stadt Lahr künftig umsetzen. Als neue Partner für kulinarische Führungen konnte man das Ristorante Da Enza, „Schäfer’s Eck“ sowie „Sapori und Fantasia“ gewinnen. Darüber hinaus will man Lahr als Teil des Weinlands Breisgau weiter etablieren. So nimmt die Stadt erneut an der „Breisgau-Spritztour“ teil, deren erstmalige Ausrichtung mit dem Start am Weingut Wöhrle ein Erfolg war. Als neues Format wird „Breisgau delikat“ in Lahr am 4. Mai ausgerichtet. Details stellt die Stadt am Montag vor. Auch drei neue Wein-Guide-Formate sind geplant.
Die Rolle des Surfparks
Welche Rolle spielt der geplante Surfpark in der touristischen Entwicklung der Stadt? Martina Mundinger erklärt, dass dieses Projekt eine „Destination für sich“ sei, man aber natürlich Synergien nutzen will. Ohnemus ergänzte, dass man mit den Entwicklern in „engem Austausch“ sei.