Berat Caglar, Clubmanager bei Mein-Gym, weiß, aus welchen Gründen Kunden des Studios ihre Neujahrsvorsätze aufgeben – und wie man es besser macht. Foto: Helen Moser

Mehr Sport machen ist wohl der häufigste Neujahrsvorsatz. Doch wie schafft man es, dass dem Vorhaben nicht gleich die Luft ausgeht? Berat Caglar von Mein-Gym in St. Georgen gibt Tipps.

Die Räume des Fitnessstudios Mein-Gym am St. Georgener Marktplatz sind gut gefüllt. Kunden wandern von Gerät zu Gerät, stemmen Gewichte, arbeiten an ihrer Ausdauer oder gönnen sich an der Getränkestation eine kurze Erfrischung. Es ist viel los – sogar am Vormittag.

 

In den Wochen nach dem Jahreswechsel sei das kein seltener Anblick, sagt Clubmanager Berat Caglar im Gespräch mit unserer Redaktion. „Das ist eigentlich jedes Jahr dasselbe“, meint er lachend – und zwar in der ganzen Branche. „Ich glaube, alle Fitnessstudios kennen das, dass man am Jahresanfang weniger in Marketing investieren muss.“ Denn viele Neukunden finden in dieser Zeit von selbst ihren Weg ins Fitnessstudio – der Großteil von ihnen hat eine große Gemeinsamkeit: Sie haben sich vorgenommen, im neuen Jahr mehr Sport zu machen.

Im Januar komme man daher kaum noch hinterher, Neukunden aufzunehmen, einen ersten Termin mit ihnen zu vereinbaren und sie einzuweisen, gesteht Caglar. Daher ziehe es sich im Gesundheitszentrum am Marktplatz bis in den Februar hinein, bis der große Ansturm der Neukunden abgearbeitet sei.

Und dann? Wie lange halten sich die guten Vorsätze der Studiogänger in St. Georgen so? Meist werde es Mitte Februar oder Anfang März wieder etwas ruhiger, sagt Caglar. „Mit der Fasnet flacht es oft ab. Da haben viele dann wieder Anderes zu tun.“ Und der Vorsatz, sich im neuen Jahr mehr zu bewegen, rückt in den Hintergrund.

Wobei es da schon deutliche Unterschiede zwischen den beiden Studios gebe, die Mein-Gym in St. Georgen betreibt, wie Caglar betont. Im Mein-Gym Express in der Ludwig-Weisser-Straße flache die Motivation der Studiogänger, die zum Jahreswechsel aufgeflammt sei, deutlich schneller und stärker ab als im vor nicht einmal zwei Jahren eröffneten Gesundheitszentrum am Marktplatz.

Beratung und Betreuung sind das A und O

Der Grund liegt für Caglar auf der Hand: Während man im Express-Studio eher auf sich gestellt sei, werde im Gesundheitszentrum Betreuung groß geschrieben. Diese intensive Betreuung sei – gerade für Fitnessstudio-Neulinge – das A und O, findet Caglar. „Sonst verpufft die Motivation ganz schnell wieder.“ Dass man einen Trainer im Hintergrund habe, der den eigenen Fortschritt mitverfolge, mit dem man sich regelmäßig treffe und der einen berate, helfe da sehr, erklärt Caglar, „besonders an den Tagen, an denen es richtig schwer ist“. Denn – das weiß auch der Clubmanager – dass man immer voller Motivation ins Studio spaziere, sei Wunschdenken.

„Man hat nicht immer Lust. Manchmal kostet es Überwindung“, sagt Caglar, der seinem Rat auch selbst folgt. „Ich lasse mich selbst auch betreuen beim Training“, sagt er – obwohl er sogar selbst das nötige Können und Wissen hat, um andere Studiogänger zu betreuen.

Zu wenig Zeit? Das sagt der Experte

Neben fehlender Motivation sei es oft auch zu wenig Zeit, die dafür sorge, dass dem Neujahrsvorsatz, mehr Sport zu machen, schnell wieder die Luft ausgehe. „Die Ausrede kann aber nicht gelten“, stellt Caglar klar. Schon zwei Mal 45 Minuten Training in der Woche reichen ihm zufolge aus, um Fortschritte zu erzielen. „Wir brauchen nur ein Prozent der Woche“, sagt er – wobei es auch kein Fehler sei, mehr Zeit zu investieren und zum Beispiel drei Mal pro Woche ins Studio zu kommen. „Ein Muss ist das aber nicht.“

„Bewegung ist auch eine Pflicht“

Caglar freut sich über jeden, der sich zu Jahresbeginn vornimmt, mehr Sport zu machen. „Man hört ja immer wieder, dass Neujahrsvorsätze nichts bringen“, meint er. Doch so pauschal könne man das nicht sagen. Statistisch gesehen bewege sich etwa jeder dritte Deutsche nicht genug. „Selbst wenn davon nur 20 Prozent am Jahresbeginn anfangen, Sport zu machen, und davon nur die Hälfte dabeibleibt, dann ist das schon ein Fortschritt.“

Aus seiner Sicht sollte für jeden Sport genauso zum Alltag gehören wie Haus- oder Gartenarbeit. „Der Körper braucht das“, betont der Clubmanager. „Bewegung ist, ob man es wahrhaben will oder nicht, auch eine Pflicht.“