Das große Haiterbacher U14-Turnier ist immer auch ein Schaufenster, das zeigt, wohin sich der Profifußball in Zukunft entwickeln wird
Die Prognose, dass beim 27. internationalen U14-Hallenturnier des TSV Haiterbach wieder eine Schweizer Mannschaft ganz vorne mitspielen wird, hatte sich bewahrheitet. 2024 gewann der FC Basel das Turnier, 2025 kam der FC St. Gallen bis ins Finale. Und in diesem Jahr war es erneut der FC Basel, der auf dem Treppchen ganz oben stand. Er hatte im Finale den 1. FC Heidenheim mit 3:2 besiegt. Das Spiel um Platz drei gewann der FC Augsburg mit 4:0 gegen die TSG Hoffenheim.
„Die waren im Kollektiv einfach stark“, sagt Flo Petersen über den FC Basel. Als Mitglied der Turnierleitung hatte er die U14 des 21-fachen Schweizer Meisters über die zwei Tage genau im Blick und stellte fest: „Die haben die Spiele wirklich souverän heruntergespielt. Und sie haben sich in der Finalrunde unglaublich gesteigert.“ Zünglein an der Waage war oft der Spieler Diar Selimi, der den Ausschlag gab, wenn ein Spiel auf der Kippe stand. Er wurde mit zwölf Treffern auch bester Torschütze des Turniers.
DFB-Stützpunkt überrascht
Überraschend stark war in diesem Jahr auch der DFB-Stützpunkt Gärtringen – die Auswahl des früheren Fußballbezirks Böblingen/Calw. Sie wurde Siebter und landete damit vor Schalke 04, Borussia Mönchengladbach, Mainz 05, dem SV Sandhausen und den Grasshoppers Zürich. „Die waren wahnsinnig stark. So einen Jahrgang haben wir in Haiterbach schon lange nicht mehr gesehen. Und hätten sie in der Zwischenrunde nicht gegen den Karlsruher SC verloren, wären sie sicherlich noch weiter gekommen“, meint Petersen. Dass mit Gabrijel Modic ein Spieler des Gärtringer Stützpunktes zum besten des Turniers gewählt wurde, ist ein weiteres Ausrufezeichen.
Es darf gedribbelt werden
Spannend sind die U14-Turniere des TSV Haiterbach vor allem deshalb, weil sie ein Schaufenster sind. Hier kann man sehen, wie die Nachwuchsabteilungen der Profivereine arbeiten und in welche Richtung sich der Fußball entwickeln wird. Und auch da machte Petersen genaue Beobachtungen: „Man legt inzwischen mehr den Fokus darauf, dass die Spieler sich einfach mal durchdribbeln dürfen. Und es wird auch nicht mehr starr mit vier Mann verteidigt. Die Entwicklung geht eindeutig in Richtung mehr Spielstärke und die Spieler bekommen mehr Freiheiten.“
Viele Online-Zuschauer
Insgesamt war das U14-Turnier in diesem Jahr etwas schwächer besucht, was aber hauptsächlich an den schwierigen Straßenverhältnissen aufgrund des Wetters sowie mehreren Fastnetsveranstaltungen rund um Haiterbach gelegen haben dürfte. Gut waren dafür die Online-Zahlen, denn der TSV Haiterbach übertrug jedes Spiel live auf Youtube. Dort waren rund 150 Zuschauer pro Partie dabei, in der Finalrunde sogar bis zu 300. „Damit sind wir zufrieden“, sagt Petersen und bilanziert: „Die Spiele waren sehr fair und das Turnier ist gut gelaufen.“
Und dann sind da natürlich noch die regionalen U14-Mannschaften, darunter in diesem Jahr unter anderem die SG Egenhausen/Wart, der VfL Hochdorf, die SG Nordschwarzwald und natürlich der TSV Haiterbach mit gleich zwei Teams. In die Zwischenrunde hatte es keiner von ihnen geschafft – doch der rein sportliche Aspekt ist nicht alles. Denn für ihre Spieler war es eine ganz besondere Ehre, einmal gegen die großen Namen spielen zu dürfen. Petersen: „Für sie ist das wirklich ein ganz großes Erlebnis. Ein Riesenspaß und wahrscheinlich die einzige Möglichkeit in ihrem Leben, gegen solche Vereine zu spielen. Und das merkt man ihnen auch an, wie stolz sie darauf sind.“