Mit Spannung dürften die gut 300 Anwohner in der Adlerstraße und Kronenstraße die nächste Gemeinderatssitzung erwarten. Auf der Agenda stehen Geschwindigkeitskontrollen an der B 3.
Der Gemeinderat will am Montag, 30. Juni, über die feste Installation von zwei Blitzersäulen in der Adler- und Kronenstraße beraten. Die Unfallhäufigkeit legt diese Einrichtung nahe.
Unter dem Verkehrslärm an der B 3 stöhnen und ächzen die Anwohner schon seit vielen Jahren. Zugenommen hat in den vergangenen Jahren der Lkw-Verkehr sowie die Anzahl der Fahrzeuge überhaupt. Von 18 bis 20 000 Fahrzeugen täglich ist die Rede. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier Fahrzeuge schneller als die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern fahren ist hoch. Wiederholt sind Anwohner in die öffentliche Sitzung des Gemeinderats gekommen und haben um Entlastung gebeten.
Nicht nur Geschwindigkeitsmessungen oder Messtafeln wurden angemahnt, sondern auch Blitzersäulen. Enttäuscht waren die Anwohner als im Juni 2023 der Gemeinderat die Einrichtung von stationären Blitzersäulen mehrheitlich ablehnte.
Weitere Blitzer waren bereits schon Thema
Damals lautete das Argument: „Es gibt nur geringe Geschwindigkeitsüberschreitungen“ und „die Investition von zwei Blitzersäulen wäre zu hoch.“ Zweifel zogen die Anwohner an den Messzahlen, die zugrunde gelegen hatten.
Verstärkt wurde von Seiten des Ortenaukreises ein mobiles Blitzergerät eingesetzt. Kaum war dieses aufgestellt, gaben sich die Fahrzeughalter gegenseitig Lichtzeichen und sind durch die Straße geschlichen. Nachdem jedoch am 28. September 2024 ein schwerer Verkehrsunfall wieder einmal in der Linkskurve von Lahr kommenden auf Höhe der Einfahrt Rösslegasse von sich Reden machten, wurde der Gemeinderat hellhörig. Von einer Unfallhäufigkeit, die es tatsächlich nur auf dieser Höhe gebe, war die Rede.
Anwohner Klagen immer wieder in Ratssitzungen
Angesichts der Unfallhäufigkeit in diesem Bereich wird dieser Knotenpunkt von der Straßenverkehrsbehörde als „verkehrstechnisch kritisch“ angesehen. Die Straßenverkehrsbehörde hält die Örtlichkeit laut Vorlage für den Gemeinderat zwar für verkehrssicher, erklärt jedoch auch, dass eine stationäre Geschwindigkeitsüberwachungsanlage das allgemeine Geschwindigkeitsniveau senken und insbesondere das Unfallgeschehen in den Nachtstunden positiv beeinflussen würde.
In einer jüngsten Sitzung des Friesenheimer Gemeinderats waren wieder Anwohner und haben in der Frageviertelstunde um weitere Anzeigentafeln für die Geschwindigkeit gebeten. Je nachdem wie sich der Gemeinderat entscheidet, dürfte endlich der langersehnte große Wurf für eine gezieltere Geschwindigkeitskontrolle kommen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Gremium entscheiden wird.
In der Sitzung am 30. Juni stehen auch Informationen zu Bauanträgen sowie das Baugebiet „Am Kloster“ auf der Agenda. Vergeben werden soll auch die Vergabe der Bauleistungen für die Außenanlagen an der Sternenberghalle in Friesenheim.
Finanzierung
Der Gemeinderat von Friesenheim wird am Montag, 30. Juni, über die Anschaffung von zwei stationären Blitzersäulen entscheiden. Die Ausgaben lägen bei 175 000 Euro und ließen sich in den kommenden zehn Jahren über die anfallenden Bußgelder refinanzieren. Sind die Investitionskosten nach zehn Jahren vollständig refinanziert, bleibt die Anlage im Eigentum des Ortenaukreises. An ihn gehen dann die weiteren Einnahmen.