Gesamtvorstand der Imker (von links): Heiko Purfürst, Lore Panzer, Heidi Wagner, Ulrike Bertsche, Karl-Heinz Lauble, Anna Sach, Reiner Haas, Gerhard Moser, Yvonne Reeb, Josef Frey, Frank Ecker und Bürgermeister Siegfried Eckert. Foto: Kern

Imkern liegt im Trend – ein Umstand, den auch der Verein Hornberg-Gutach für die Zukunft nutzen will, wie im Rahmen der Hauptversammlung angekündigt wurde. Die Altersstruktur ist nicht unproblematisch, ein Anfang wurde bereits gemacht.

Der Imkerverein Hornberg-Gutach verzeichnet mehr aktive Imker. In der Hauptversammlung im Gasthaus Alexandros wurde Yvonne Reeb in das Amt der stellvertretenden Geschäftsführerin gewählt. Im abgelaufenen Berichtsjahr wurden die Imker vor besondere Herausforderungen mit Melezitose-Honig gestellt. „Wir haben gerade mal 30 Kilo geschleudert – also fast nichts – weil der Honig kaum aus den Waben zu bekommen war“, erklärte Anna Sach in ihrem letzten Bericht als Stellvertreterin. Der Verein habe bereits mit entsprechenden Maßnahmen, wie Mittelwände in den Bienenstock zu geben, begonnen.

 

Viel Spaß hatten mehrere Kindergruppen bei ihrem Besuch im Sommer am Bienenstand. Bienen-Interessierte für den Verein zu gewinnen, sei eine Daueraufgabe, ermunterte Vorsitzender Frank Ecker dazu, Reklame in Familien- und Bekanntenkreis zu machen. Die Chancen stehen gut, denn „Imkern ist trendy geworden.“

Altersstruktur im Verein ist ein Problem

Der Nahrungsverbrauch bei Honig lag in Deutschland 2022 bei 78,6 Tonnen. „Zudem stieg der Selbstversorgungsgrad innerhalb von zwei Jahren – 2021 bis 2022 – von 29 auf 43 Prozent“, so Ecker. Den Auftrieb gelte es zu nutzen, denn letztlich sichern Mitglieder aller Altersgruppen den Fortbestand des Vereins und vor allen Dingen tragen Imker aktiv zu Insekten- und Naturschutz bei.

Rund 68 Prozent der Mitglieder des Vereins seien zwischen 41 und 80 Jahren alt, es gelte, Nachwuchs anzuwerben. „Wir haben aktuell 85 Mitglieder, wovon 68 aktiv gemeldet Imker 375 Bienenvölker halten“, skizzierte Eckert. Vorstandskollege Karl-Heinz Lauble berichtete von einem „wahren Wetterscharmützel 2024“. Ausgehend von seinem Wohnsitz in etwa 700 Meter Höhenlage, verzeichnete er unter anderem Eisregen, krass ansteigende und fallende Temperaturen. Heiko Purfürst, verantwortlich für den Vereinsstand, kündigte einen Arbeitseinsatz im Frühling an. Das Plateau müsse frei gemacht werden, Helfende seien willkommen.

„Aktuell sind fünf Völker im Stand, die gut bestückt sind“, informierte Purfürst. Für den sechsten Stand werde es wohl schwierig. Ein Minus in der Kasse vermeldete Kassiererin Ulrike Bertsche. Ein Teil der Finanzen sei gebunden in Futtermittelvorräten. Der Verein verfüge über 162 Kilo Honig an Vorrat.

Bürgermeister Eckert wird neues passives Mitglied

„Schweren Herzens akzeptieren wir die Entscheidung von Anna Sach, aus familiären Gründen in den Beirat des Vorstands zu wechseln“, kündigte Ecker den Tausch an. Künftig wird Yvonne Reeb das Amt besetzen. Ulrike Bertsche und Reiner Haas wurden als Kassiererin und Schriftführer bestätigt. „Nur mit Honig und guter Luft bleibt man gesund“, bekräftigte Eckert als neues passives Mitglied des Vereins den heilsamen Effekt von Honig. Er bescheinigte dem Vorstand gute Arbeit und bezeichnete die Imker „als große Familie“. Zum Abschluss der Hauptversammlung referierte Christian Brendlin aus Weil zum Thema „Völkervermehrung und Königinnenzucht“.

Auch das Jahresprogramm wurde vorgestellt. Dazu gehören folgende Termine: Am 31. Januar referiert Bruno Binder-Köllhofer zum Thema „Qualitätshonig verarbeiten und lagern“ im Gasthaus Hirsch in Hausach. Am 21. Februar findet der Weissacher Imkertag zum Thema „Melezitosehonig, Gelee Royal“ online statt. Am 14. März hält Hans Rudi Weber einen Vortrag zum Thema „Imkern mit allen Sinnen“. Und am 26. April (alternativ 3. Mai, je nach Wetter) bietet der Imkerverein Hornberg-Gutach erstmals einen VHS-Kurs am Vereinsstand an: „Einblick ins Imkern – Theorie und Praxis“.

Melezitose

Melezitose ist ein Bestandteil des Honigtaus, den die Bienen im Wald auf Nadel- und Laubbäumen sammeln. Insbesondere Läuse, die viel auf Fichten oder Lärchen unterwegs sind, produzieren Honigtau mit hohem Melezitose-Anteil, einem Dreifachzucker. Ein Qualitätsverlust ist er nicht. Er unterscheidet sich von herkömmlichem Waldhonig im Aussehen, Konsistenz und ist im Geschmack etwas milder.