So viel Leben wie beim Naturparkmarkt Anfang Oktober 2023 wünscht sich die Gemeinde Loßburg öfter auf dem Rathausplatz. (Archivfoto) Foto: Christiane Frey

Einen Wochenmarkt, Sitzmöglichkeiten, mehr Gastronomie: Was wollen die Loßburger eigentlich? Das versuchen Verwaltung und Handels- und Gewerbeverein herauszufinden. Wünsche können Bürger am 24. Januar einbringen.

In Loßburg hat die Sanierung der Bundesstraße 294 Fortschritte gemacht. Inzwischen hat sich die Baustelle in Richtung Oberndorfer Straße verlagert. In der Innenstadt selbst ist nun alles funkelnagelneu.

 

Gemeinsam mit dem Handels- und Gewerbeverein (HGV) hat sich die Verwaltung nun damit beschäftigt, wie das Ortszentrum lebendiger und attraktiver werden kann. Die Frage stellte sich: „Was zeichnet eine attraktive Innenstadt aus?“ Die Verantwortlichen im Rathaus holten sich für die Beantwortung dieser Frage professionelle Unterstützung: eine Innenstadtberatung, gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg.

Attraktives Ortszentrum

Im Schwarzwald wird dieses Projekt von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald getragen. Dabei steht im Vordergrund, den lokalen Handel zu stärken und die Ortszentren damit attraktiv zu halten.

Die Auftaktveranstaltung in Zusammenarbeit mit dem örtlichen HGV fand am 18. Oktober statt. Julia Walter von der IHK stellte die Ziele des Projekts und die Vorgehensweise vor. Der erste Baustein im Projekt sei der Innenstadt-Check, bei dem verschiedene Themen wie Mobilität, städtebauliche Aspekte, öffentlicher Raum, Bestand und Leerstand unter die Lupe genommen werden.

Mangel an Einzelhandel und Gastronomie

In dieser ersten Sitzung präsentierte die Innenstadtberaterin auch ausgewählte Ergebnisse aus der Deutschlandstudie, denn die Faktoren für ein lebendiges Stadtzentrum seien überall ähnlich. Vor allem die Aufenthaltsqualität, die Erreichbarkeit, die Erlebnisorientierung, Serviceangebote, der Branchenmix, aber auch die Gemeinschaft und das Miteinander spielten dabei eine wichtige Rolle, so Walter.

In der Diskussion ergab sich unter anderem, dass in Loßburg viele Handwerksbetriebe vorhanden sind, es aber an Einzelhandel und Gastronomie mangele. Auch die Digitalisierung sei in vielen Bereichen noch ausbaufähig. Der zentrale Platz vor dem Rathaus, dem sozusagen die Funktion eines Marktplatzes zukommt, biete das Potenzial für einen Begegnungsort, es fehlten allerdings Sitzmöglichkeiten und vor allem in den Sommermonaten schattige Plätze. Auch publikumswirksame Veranstaltungen könnten noch öfter dort stattfinden. Ein Wochenmarkt könnte eine Magnetfunktion ausüben, bisher gibt es in Loßburg keinen.

Wenige Mitglieder im HGV

Zudem sprach Walter die geringe Zahl der aktiven Mitglieder des HGV an. Dadurch seien Aktionen oder Veranstaltungen nur schwer umsetzbar. Erste Projektideen wurden schon diskutiert.

Zunächst sollen aber die Ergebnisse des Innenstadt-Checks vorgestellt werden. Dazu findet am Mittwoch, 24. Januar, um 18.30 Uhr im Kinzighaus eine öffentliche Veranstaltung statt, zu der die interessierte Bevölkerung eingeladen und zur Teilnahme aufgerufen wird. Denn letztlich sollen die Loßburger mitbestimmen können, wie eine liebens- und lebenswerte Ortsmitte aussehen könnte: Was noch fehlt, was sie sich wünschen, welche Ideen es noch gibt, um das Projekt und Loßburg mit Leben zu füllen.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Gemeinde unter www.lossburg.de.