Eine gute Atmosphäre herrscht am Dienstag in Fützen beim ersten Jour-fixe für den Breitbandausbau. Unser Bild zeigt Ortsvorsteher Georg Schloms (Mitte) mit den Vertretern des Schwarzwald-Baar-Kreises aus dem Bereich Straßenbau, des Zweckverbandes Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar, der Baufirma Erdkraft GmbH und der SBK Ingenieursgesellschaft mbH. Foto: Schramm Foto: Schwarzwälder Bote

Infrastruktur: Breitbandausbau in Fützen startet / Ringschluss mit dem Netz des Landkreises Waldshut

Der Breitbandausbau in Blumberg geht weiter. Dieses Jahr ist als erster Ortsteil Fützen an der Reihe, und das hat seinen Grund: Soll doch von der Gemarkung Fützen aus der Ringschluss zwischen dem Glasfasernetz des Zweckverbands Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar mit dem Glasfasernetz des Landkreises Waldshut erfolgen.

Blumberg-Fützen (blu). Die Vorarbeiten sind schon weit gediehen, die Baufirma habe ihr Domizil bei der Spedition Merz in Blumberg bezogen, schildert Ortsvorsteher Georg Schloms. Am Dienstag war der erste Jour-fixe. Ob auch noch ein Spatenstich folgt, hängt von der Corona-Entwicklung ab. Blumberg liegt beim Breitbandausbau im Schwarzwald-Baar-Kreis mit an der Spitze. Für die Kernstadt wurde mit Bernd Kühl extra ein Breitbandbeauftragter berufen, in den Stadtteilen sind die Ortsvorsteher die Nahtstelle zwischen dem Zweckverband und der Kommune.

Wie dies beim Breitbandausbau in Fützen lief, hat Ortsvorsteher Georg Schloms festgehalten. "Am 12. Februar 2020 bekam ich ein Anschreiben vom Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar mit der Liste aller Hausanschlüsse in Fützen und der Bitte um Unterstützung bei der weiteren Planung für die zukünftige Breitbandversorgung und der Frage nach einem Termin für eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung in der Buchberghalle. Den dafür vorgesehenen Termin am 29. April mussten wir Anfang März wegen der aufkommenden Corona-Pandemie absagen; der Zweckverband hat auch gleich reagiert und auf Online-Informationen gesetzt."

Unterstützung vor Ort

"Zusammen mit meiner Stellvertreterin Andrea Gut und dem Ortschaftsrat Fützen haben wir versucht, den Zweckverband und die Stadt bei den umfangreichen Vorbereitungen zu unterstützen." Mitte Juni wurden dann die Unterlagen an die Bürger verschickt, und die Corona-Situation ließ eine öffentliche Ortschaftsrats-Sitzung in der Buchberghalle mit dem Kernthema Breitbandausbau mit circa 50 Besuchern zu, bei der doch einiger Beratungsbedarf zu erkennen war. "Das vorgestellte Bundes- und Landesförderungsszenario wurde zum Teil fast kaum geglaubt; es war wohl zu schön um wahr zu sein, bei den ersten Gemeinden mit dieser Förderkulisse von 90 Prozent zu sein."

Aus diesem Grund wurden verlängerte Samstagssprechstunden mit einem Rekordbesuch von mehr als 30 Bürgern an einem Tag abgehalten, und der Ortschaftsrat hat die Interessenten beim Ausfüllen der Anträge unterstützt. "Insgesamt ergab sich eine sehr gute Rücklaufquote, und seitens des Zweckverbands wurde uns Ende Juli ein Lob für die gute Zusammenarbeit und die fast vollständig perfekt ausgefüllten Verträge erteilt. Anfang November wurde die finale Liste an das Planungsbüro SBK-Ingenieure übergeben, und durch die auch hier gute Zusammenarbeit konnten die ersten weiteren Planungsschritte wie Bauerlaubnisse und Streckenführungen zügig erfolgen; "hier herrscht eine wirklich große Professionalität vor", so Schloms und er verspricht: "Wir werden gemeinsam alles tun, dieses Vorhaben zu einem Erfolg werden zu lassen. Wir haben neben kleineren Betrieben, der Grundschule und im Home-Office tätigen Menschen tatsächlich Milchkannen (Melkroboteranlagen), die angeschlossen werden müssen."

Zukunftsfreude

Man freue sich nun auf die positiven Seiten der Digitalisierung wie die gute Versorgung mit einem verlässlichen Fernseh- und Telefonanschluss, "da im Bereich Telefon schon jetzt erhebliche ­Lücken durch nicht vorhandene Ports entstanden sind und Neubürger keinen Festnetzanschluss bekommen konnten."

Zuständig für den Glasfaserausbau im Raum Blumberg ist der Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar, er beantragt auch die jeweilige Förderung.  

n Fützen unter den ersten Fünf: In den Jahren 2011/12 erhielten Riedböhringen, Hondingen, Riedöschingen, Kommingen und Fützen als erste fünf Stadtteile den Glasfaseranschluss bis zum Verteilerkasten, von dort geht es bisher noch über Kupferleitungen in die Gebäude. Diese Strecken sollen nun durch Glasfaser ersetzt werden, in diesem Jahr ist Fützen vorgesehen, weil der Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar dort auch sein Glasfasernetz zwischen den Gemeinden (Backbone) mit dem Netz des Landkreises Waldshut verbinden will.

n In den Jahren 2015/16 erhielt der Großteil der Kernstadt (drei von fünf Abschnitten, darunter Zollhaus) den Breitbandanschluss schon ins Haus.

n In den Jahren 2017/18 erhielten die Stadtteile Epfen­hofen sowie Nordhalden mit Neuhaus und der Ortsteil Randen den Glasfaseranschluss bis ins Haus. Danach erfolgte der restliche Ausbau in der Kernstadt.

n Achdorfer Tal: Als einziger der fünf Achdorfer Ortsteile erhielt Eschach im Herbst 2017 den Breitbandanschluss im Zuge der Backbone-Verlegung von Riedböhringen nach Mundelfingen.

n Geldsegen: Für den Breitbandanschluss in Fützen, Kommingen, Riedöschingen und Hondingen hat das Land 2,88 Millionen Euro bewilligt. Das teilt der Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar mit. Damit fließen in die Raumschaft mehr als ein Viertel der insgesamt rund 8,9 Millionen Euro, die der Zweckverband vom Land 2021 erhält, wie der Verband mitteilt. Vom Bund kamen für das 7,2-Millionen-Euro-Vorhaben bereits 3,6 Millionen Euro.

n Freude im Rathaus: Bürgermeister Markus Keller freute sich, als Baden-Württembergs Innen- und Digitalisierungsminister Thomas Strobl die Entscheidungen mitteilte: "Ich bin dem Land sehr dankbar, damit sind wir beim Breitbandausbau wieder einen großen Schritt weitergekommen." Als erster Stadtteil dieses Jahr ist Fützen an der Reihe. Mit den jetzt bewilligten Landeszuschüssen und den Bundeszuschüssen liege die Förderquote bei 90 Prozent, sagte Keller. Zum Ablauf in den anderen Stadtteilen so Keller, in Riedöschingen und Kommingen laufe die Bedarfsabfrage, in Hondingen sei die Stadt auf die Kapazität des Zweckverbands angewiesen. Dort gehe es wohl 2022 weiter. Ein Meilenstein 2020 war der Anschluss im Achdorfer Tal mit Achdorf, Aselfingen, Eschach, Opferdingen und Überachen. Dabei handelte es sich um das erste mit Bundesfördermitteln fertiggestellte Projekt des Zweckverbands. Von den 1,7 Millionen Euro für das Ortsnetz übernahmen der Bund 850 000 Euro und das Land 680 000 Euro, die restlichen 170 000 Euro (zehn Prozent) bleiben bei der Stadt.

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