Die Anschaffung von 19 Mountainbikes für die Seeäckerschule in Stammheim wurde vom Verkehrsministerium mit 8000 Euro gefördert. Sie sollen nicht nur im Unterricht zum Einsatz kommen.
Große Freude an der Seeäckerschule in Stammheim: Andreas und Tom Pfrommer vom gleichnamigen Fahrradfachgeschäft auf dem Wimberg haben an die Bildungseinrichtung insgesamt 19 Fahrräder ausgeliefert.
Die Anschaffung ist vom Verkehrsministerium des Landes Baden-Württemberg im Rahmen des Programms BikePool mit 8000 Euro gefördert worden.
Einen Teil der Gesamtkosten von rund 11.000 Euro musste die Schule selbst tragen. „Dieser Restbetrag wurde aus dem Preisgeld des vor zwei Jahren gewonnenen HOB-Preises beigesteuert“, erklärt Janina Keck. Als Rektorin des Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ) freut sie sich mit ihrem Kollegium, dass nun auch das Thema Fahrradfahren stärker in den Schulalltag einfließen kann.
Einsatz im Sportunterricht und einer AG
Einsatz im Sportunterricht und einer AG
„Einerseits“, so erläutert Keck, „werden wir die Fahrräder im Sportunterricht einsetzen“, andererseits sei aber auch geplant eine Fahrrad-AG zu starten. Dies möglicherweise in Kooperation mit der Ortsgruppe des ADFC. Man sei derzeit im Gespräch und auf der Suche nach fahrradbegeisterten Akteuren, die Lust haben, sich bei der Seeäckerschule für die Schülerinnen und Schüler einzusetzen.
Lotte Streeter aus dem SBBZ-Lehrerkollegium war auf die Idee gekommen, eine Anschaffung von Fahrrädern über das BikePool-Projekt des Landes für die Seeäckerschule zu initiieren. Da die Seeäckerschüler zudem in der fünften Klasse den sogenannten Fahrradführerschein in der Verkehrsschule in Hirsau machten, sei es natürlich sinnvoll, den Kindern und Jugendlichen auch die Möglichkeit zu bieten, Fahrräder aktiv zu nutzen.
Von Fahrradwandertagen bis hin zu Reparaturen
Von Fahrradwandertagen bis hin zu Reparaturen
So sei neben den Einsatz im Sportunterricht oder bei AG-Angeboten auch daran gedacht, Fahrradwandertage zu organisieren und vielleicht sogar mehrtägige Touren zu unternehmen.
Außerdem, so Sportlehrer Jörg Lude, könnten Räder auch im Technikunterricht eingesetzt werden, um den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wie man selbst kleine Reparaturen erledigen kann.
Bislang habe die Schule lediglich über fünf eigene Räder verfügt. „Die wurden in erster Linie genutzt, um Kindern, die keinerlei Erfahrungen mit Fahrrädern hatten, das Radfahren beizubringen“, erklärt Lude.
Begeisterung fürs Radfahren wecken
Er kann sich auch vorstellen, dass die Seeäckerschule künftig an der Aktion Stadtradeln teilnimmt. Und er hat mit Keck und Streeter die Hoffnung, dass die Begeisterung fürs Radfahren auf die Schülerinnen und Schüler überspringt. Einerseits, damit sich diese mehr draußen bewegten. Andererseits, damit diejenigen, die nah genug wohnen, künftig vielleicht auch das Fahrrad nutzen, um zum Unterricht zu kommen. Dies sei bislang nur selten der Fall.
Die neuen Räder samt den ebenfalls neu angeschafften Helmen wurden von Schülerinnen und Schülern der Klasse nach der Übergabe direkt in Beschlag genommen. Mit Begeisterung drehten sie die ersten Runden vor dem Schulgebäude.
„Das Glück der Erde auf den Satteln der Fahrräder“
Schulleiterin Janina Keck war von dem Bild so angetan, dass sie resümierte: „Heute liegt das Glück der Kinder nicht auf dem Rücken der Pferde, sondern auf den Satteln der Fahrräder.“
Dass die Schule mit der Anschaffung der Fahrräder durchaus den Wünschen der Schülerinnen und Schülern entsprochen hat, steht für Keck außer Frage.
Bei den regelmäßigen Schülerbefragungen, die an der Seeäckerschule durchgeführt werden, sei immer wieder deutlich geworden, dass sich die Kinder und Jugendlichen Aktivitäten mit dem Fahrrad wünschen.
„Räder aus Calw für Calwer Schüler“
„Räder aus Calw für Calwer Schüler“
Vor der Bewilligung der Mittel und der Anschaffung der Mountainbikeräder, die allesamt durch Pfrommer für die Nutzung im Straßenverkehr mit Lichtern ausgerüstet wurden, hatte laut Keck und Streeter zunächst eine Überprüfung der Schule durch einen Fachberater des Zentrums für Schulqualität und Lehrerfortbildung (ZSL) gestanden.
Bei dieser sei geschaut worden, ob man die Räder unter anderem adäquat einsetzen und unterbringen könne. Außerdem mussten sich Lehrer verpflichten, an Schulungen teilzunehmen.
Jörg Lude hat eine solche Fortbildung gerade absolviert. Die Schule hatte zudem drei Angebote von unterschiedlichen Händlern einholen müssen.
Dass mit Pfrommer am Ende ein örtlicher Händler den Zuschlag erhalten habe, freut Keck. „Somit haben wir Räder aus Calw für Calwer Schüler.“