Petra Bächner und Andreas Vogt, die neuen Pächter des Nagolder Kinos, im umgebauten kleinen Saal – inklusive neuer Fußbänke. Foto: Bernklau

Binnen kurzer Zeit haben sie das Nagolder Kino auf Vordermann gebracht. Jetzt wollen die neuen Pächter dem Haus neues Leben einhauchen und haben dafür jede Menge Pläne.

Am 1. September 2025 haben sie die Schlüssel für das Nagolder Kino bekommen. Und schon am 2. September starteten Petra Bächner und Andreas Vogt mit dem Rückbau des bestehenden Kinos und den Umbauarbeiten für die „neuen“ Krone Lichtspiele – vieles davon in Eigenregie, da so schnell keine Handwerker zu greifen waren. Schnell wurde ihnen klar, dass sie mehr wollten als einfach nur den Kinobetrieb fortsetzen.

 

Die alten Sitze im kleinen Saal wurden komplett entfernt, sie wurden ersetzt durch die Sitze der ersten Reihen des großen Saals. Dazu gab es eine neue Beleuchtung und farbliche Neugestaltung auch im Foyer – „einfach mehr Licht und Luft“, wie es Andreas Vogt bezeichnet. Schon diese Umgestaltung werde von den Gästen wertgeschätzt, erzählt der Pächter, der darüber berichten kann, dass die ersten Monate im Nagolder Kino wirklich gut gelaufen sind.

„Der besondere Film“ ist stark nachgefragt

Doch dabei wollen es Vogt und Bächner nicht bewenden lassen. Sie wollen, dass auch auf der Leinwand im Kino neue und frische Zeiten anbrechen. Erstes Beispiel ist „Der besondere Film“ in Zusammenarbeit mit dem Stadtseniorenrat, der alle 14 Tage in den Krone-Lichtspielen zu sehen sein wird.

Sonnige Zeiten für das Nagolder Krone-Kino Foto: Bernklau

Das Angebot werde stark nachgefragt – auch im neuen Jahr. Man bekomme gute Rückmeldungen. Für den 28. Januar plane man – einen Tag vor dem Deutschland-Start – „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“, den neuen Film von Simon Verhoeven mit dessen Mutter Senta Berger in der Hauptrolle im Rahmen des „Besonderen Films“ zu zeigen. Solche sogenannten Previews vor dem Deutschlandstart will Vogt immer wieder ins Programm einstreuen.

Hauptdarstellerin und Regisseur kommen aus Berlin nach Nagold

Inzwischen gibt es auch eine Zusammenarbeit zwischen Kino und dem Förderverein Hospiz. Am 8. Februar zeigt das Kino im Rahmen dieser Kooperation ab 14 Uhr den Film „Ich sterbe. Kommst du?“ von Regisseur Benjamin Cramme und Hauptdarstellerin Jennifer Sabel. Doch es wird nicht einfach nur der Film gezeigt, Regisseur und Hauptdarstellerin kommen an diesem Tag aus Berlin nach Nagold, um mit dem Publikum über den Film zu sprechen.

Das Nagolder Kino (links) liegt absolut innenstadtnah. Foto: Bernklau

Generell will das Pächter-Duo im Krone-Kino nicht einfach nur Filme zeigen: „Wir wollen das Kino beleben, daraus einen Ort der Begegnung machen“, so Andreas Vogt. Ein Beispiel dafür wird das Lichtspiel-Café sein. Dann wird im großen Saal eine Kaffee-Tafel aufgebaut, an der die Besucher erst einmal gemütlich Kaffee trinken und einen Kuchen essen können – und danach gibt es natürlich einen Film.

„Wir wollen für das Haus einfach neue Zielgruppen erschließen“

Für die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft ist auch im großen Saal ein „Public Viewing“ geplant, fremdsprachige Filme in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule können sich die Pächter ebenfalls wunderbar vorstellen. Auch ein besonderes Event zum 71. Geburtstag des Kinos ist im Bereich des Möglichen. Am 4. März 1955 eröffnete das Lichtspielhaus in Nagold mit „Gitarren der Liebe“ mit Vico Torriani.

Öffnen will sich das Kino aber auch für private Feiern oder Kino-Events für Unternehmen oder auch Familien. Auch eine Zusammenarbeit etwa mit dem Förderverein Alte Seminarturnhalle sei durchaus denkbar und wünschenswert. „Wir wollen für das Haus einfach neue Zielgruppen erschließen“, nennt Petra Bächner als weiteres Ziel für das Nagolder Kino, das mehr sein will als einfach nur ein Kino.