Das diesjährige Suppenfest war mal wieder ein echter Publikumsmagnet. Foto: Baublies

Das beliebte Fest in der Mehrzweckhalle im Bürgerpark war mal wieder ein Erfolg. Zu kosten gab es Spezialitäten aus vielen verschiedenen Ländern.

Pauline Morland und Martha Kuhn sind seit Jahren mit ihrer Suppe Rassólnik dabei. Sie haben im Vorfeld 20 Liter der russischen Suppe vorbereitet. Ihr Rezept hat es in sich: Wie alle Köche haben sie die Zutaten und die Zubereitung auf einem Schild notiert. Das Rindfleisch muss etwa eine Stunde in der Brühe köcheln. Die eingelegten Gurken, Zwiebeln und Karotten werden angebraten. Wenn das Fleisch ausreichend gekocht ist, werden Perlgraupen extra gekocht, ebenso die Kartoffeln. Mit Lorbeerblätter, Salz und Pfeffer wird gewürzt. Angerichtet wird die Gurkensuppe mit Schmand. Die Köchinnen haben vier bis fünf Stunden Vorbereitungszeit benötigt. Und sie sind freundlich zu allen, die anstehen. Ihr Tipp: Die Suppe ist in der Regel schnell weg.

 

Andreas May hat mit Charlotte Morton die organisatorische Hauptarbeit bei der Stadtverwaltung. Er betont, dass das Fest nur funktioniert, weil es so viele ehrenamtliche und engagierte Köche in der Stadt und dem Umland gibt. Das Team hat am Freitag in der Halle aufgebaut. Der Samstagmorgen ist entspannter. Gegen 10 Uhr kommen die ersten Köche mit ihren Töpfen in die Halle. Es gibt einheitliche Gefäße aus der Großküche. Das ist gewollt, da so alle, die sich engagieren, gleiche Startchancen haben. Das Minimum im Angebot sind fünf Liter Suppe. May schätzt, dass die Köche im Schnitt zwischen 10 und 30 Liter vorgekocht haben – bei mehr als 40 Rezepten.

Die Suppen wurden am Samstagmorgen angeliefert. Foto: Baublies

Die Herkunft der Suppen ist frei, sie kommen aus aller Welt. Lediglich Nordamerika und Australien sind nicht vertreten. Inzwischen gibt es auch etliche deutsche Suppen. Wobei die Pastinakensuppe mit Ingwer, Orangen und Olivenöl nur bei der Zubereitung auf einem deutschen Rezept beruht. So vielfältig wie die Suppen und deren Köche sind diejenigen, die neugierig sind, was dieses Mal angeboten wird. Und nicht nur an die Erwachsenen ist gedacht. Für Kinder gibt’s unter anderem Flädelsuppe zum Selbstkochen.

Der Austausch mit den Köchen gehört fest dazu

Geduld ist angesichts der geschätzt rund 800 Teilnehmer gefragt. Denn ein kurzer Austausch zwischen Köchen und denjenigen, die die Suppen probieren, gehört dazu. Neben den Suppen sind es die verschiedenen Brotsorten, die den Reiz des Events ausmachen. Bei der Gelegenheit werden viele, die hier angestanden sind, auch festgestellt haben, dass Suppen nicht nur schmackhaft, sondern auch sehr nahrhaft sind. Je nach Zutaten ist nach drei oder vier Tassen je nach Füllstand Schluss.

Die Besucher sind auf das Suppenfest eingestellt. So ist die längste Schlange am Beginn immer an der Theke, wo es Tassen und Löffel für alle gibt, die nicht mit dem eigenen Geschirr gekommen sind. May betont aber gegen 14 Uhr, dass es dieses Jahr viel mehr Teilnehmer gegeben hat, die einen eigenen Teller oder eine Tasse mitgebracht haben. Der Bedarf ist dennoch beträchtlich. All jene, die mit dem eigenen Geschirr gekommen sind, haben klare Startvorteile.

Laut May sind 300 Suppenteller im Umlauf, die immer wieder gespült werden müssen. Dafür gibt es zwei Industriespülmaschinen – und ein Handicap: Das Geschirr für Suppen und das Geschirr für Kaffee und Kuchen müssen getrennt gewaschen werden. Doch ändert das nichts am großen Interesse: Bereits nach einer Stunde ist das Angebot an Suppen deutlich geschrumpft.

Rezepte gibt’s bald online

Die Suppenköche haben ausnahmslos alle Zutaten und die Zubereitung ordentlich gedruckt an der jeweiligen Theke angeschlagen. Alle Rezepte der mehr als 40 Suppen werden in Kürze auf der Webseite der Stadt Lahr veröffentlicht.