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Mehr als 30 Fälle Corona wütet im Altenheim Luisenhof in Vöhrenbach

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Drastisch zugespitzt hat sich die Corona-Situation im Vöhrenbacher Alten- und Pflegeheim Luisenhof. Foto: Korian

Drastisch zugespitzt hat sich die Corona-Situation im Vöhrenbacher Alten- und Pflegeheim Luisenhof: 25 Bewohner sowie sieben Mitarbeiter sind inzwischen infiziert. Mehr dazu lesen Sie in unserem (SB+)-Artikel.

Vöhrenbach - Nachdem in der vorletzten Woche im Luisenhof zuerst eine Mitarbeiterin und anschließend auch fünf Bewohner positiv auf den Corona-Virus getestet worden waren, sind nun zum vergangenen Wochenende hin zahlreiche weitere Corona-Infektionen festgestellt worden.

Aktuell betroffen sind jetzt insgesamt 25 Bewohner der Demenz-Station sowie sieben Mitarbeiter des Hauses. Die Situation ändert sich dabei täglich. Vor allem durch den Ausfall einer ganzen Reihe von Pflegekräften wird die Arbeit immer schwieriger, der Luisenhof steht deshalb die ganze Zeit schon im Austausch mit Gesundheitsamt, Heimaufsicht und dem Träger Korian Deutschland.

Dabei ist ein Corona-Fall gerade in einer Station von Bewohnern mit Demenz besonders schwierig, erläutert die Heimleitung. Denn diesen Menschen sei ein entsprechendes Verhalten gegen die weitere Verbreitung des Virus wie Hygiene-Maßnahmen oder Abstandsregeln nicht nahezubringen. Die Mitarbeiter versuchen hier zwar alles, aber können vieles auch nicht verhindern.

Gesundheitsamt: Von Anfang an richtig gehandelt

Schon seit dem Auftreten von Corona in dieser Station arbeiten die Mitarbeiter hier unter vollem Infektionsschutz mit Anzug, Haube, Maske und Schutzbrille. Doch trotz dieser umfangreichen Vorsichtsmaßnahmen, die nicht zuletzt auch für die Pflegekräfte belastend sind, haben sich hier einige Mitarbeiter infiziert.

Dabei wurde der Heimleitung und dem Luisenhof sowohl vom Gesundheitsamt wie von der Heimaufsicht bestätigt, dass man hier von Anfang an richtig gehandelt hat und auch schon im Vorfeld die entsprechenden Hygienemaßnahmen in vollem Umfang durchgeführt wurden.

Bestätigt wird dem Luisenhof dabei, dass man bei dieser Pandemie mit dem unberechenbaren Virus dies auch nicht hätte verhindern können. Dass hier die Infektionen der Mitarbeiter nicht zu vermeiden waren, deute vor allem auf eine besonders hohe Viruslast auf dieser Station hin. Durch die schnelle und richtige Reaktion auf die zunehmenden Infektionen konnte sicherlich auch manches Schlimmere verhindert werden. So wurden nach ersten Hinweisen häufig Infektionen durch einen Schnelltest nachgewiesen, sodass sofort nach dem Auftreten der ersten Symptome entsprechend reagiert werden konnte.

Nur zwei der Bewohner sind aktuell im Schwarzwald-Baar-Klinikum in Behandlung. Die anderen sind weiter im Luisenhof. Dabei, so Heimleiterin Bernadette Manka, wechselt das Befinden der Bewohner laufend: Zeigen sie einmal fast keine Symptome, können die Symptome plötzlich wieder schwerwiegend sein.

Gerade auch der Ausfall der Mitarbeiter stellt das Haus vor große Probleme, denn diese Mitarbeiter zeigen alle Symptome und sind deshalb in häuslicher Quarantäne. Die Belastung für die Mitarbeiter ist aufgrund der quarantänebedingten Ausfälle hoch.

"Wir sind unseren Mitarbeitern sehr dankbar, dass sie sich dazu bereit erklärt haben, Mehrarbeit zu leisten und Dienstzeiten anzupassen, um die Ausfälle zu kompensieren," so die Einrichtungsleitung. Die aktuelle Situation sei ernst. Deshalb versuche man von allen Seiten wie Heimaufsicht, Gesundheitsamt und Träger, versuche man, Ersatzkräfte für Vöhrenbach zu finden, um die Pflege der Bewohner auch weiterhin sicherzustellen.

Coronafälle tauchen nicht in der Statistik des Landratsamtes auf

Auch die Heimleiterin selbst ist seit der vergangenen Woche im vollen Umfang in der Pflege bei den Bewohnern mit Corona aktiv, bei den Leitungsaufgaben wird sie deshalb von der Korian-Zentrale in München tatkräftig unterstützt. Und sonst gibt es von allen beteiligten Institutionen ebenso wie von der Vöhrenbacher Stadtverwaltung mit Bürgermeister Strumberger jede mögliche Unterstützung.

Nicht in der Statistik: kurios ist die Tatsache, die hohe Zahl von Infektionen im Luisenhof sich in keiner Weise in der täglichen Meldung des Landratsamtes zu den Corona-Infektionen niederschlägt.

In den vergangenen zehn Tagen meldet das Gesundheitsamt hier in Vöhrenbach lediglich am vergangenen Samstag eine einzige Neuinfektion. Das macht deutlich, dass die Zahlen des Landratsamtes nicht unbedingt identisch sein müssen mit den tatsächlich festgestellten Corona-Infektionen.

Begründet wird dies so: "Gemäß der Teststrategie des Landes Baden-Württemberg und dem Handlungsleitfaden zu möglichen Testungen in Pflegeeinrichtungen wurden in der Einrichtung Schnelltests vorgenommen. Die Teststrategie wurde mit den Heimärzten festgelegt. Da die Abnahme von Antigentesten nicht meldepflichtig ist, erfolgt auch keine Aufnahme in die Statistik. Das Gesundheitsamt steht täglich mit der Einrichtung, dem betreuenden Heimarzt und dem Schwarzwald-Baar Klinikum in Kontakt. Die Kassenärztliche Vereinigung wird am Dienstag nun einen Gesamtabstrich in der Einrichtung durchführen."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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