Das Gutacher Freilichtmuseum hat 2023 in allen Bereichen schwarze Zahlen geschrieben. So wurden etwa mehr als 200 000 Gäste begrüßt. Dadurch konnte man nicht nur an das Vor-Pandemie-Niveau anknüpfen, sondern dieses sogar teils überschritten.
„Heute haben wir nur gute Nachrichten“, kündigte Margit Langer am Dienstagmittag im Kultur- und Bildungsausschuss Offenburg an. Die Geschäftsführerin des Gutacher Freilichtmuseums gab einen Überblick darüber, wie das vergangene Jahr für den Vogtsbauernhof gelaufen ist – und hielt mit ihren Versprechungen Wort. „Wir haben in allen Bereichen ein Plus zu verzeichnen“, freute sich die Geschäftsführerin.
So seien in der Saison von Anfang März bis Ende November 206 350 Besucher in das Museum gekommen. Darunter rund 153 000 Einzelgäste sowie mehr als 53 000 Gruppen. „Das macht im Vergleich zum Jahr 2022 einen Zuwachs von zwölf Prozent“, bilanzierte die Geschäftsführerin und fügte an: „Im Gruppenreisebereich ist das sogar ein Anstieg von 22 Prozent.“ Dabei kämen rund ein Drittel aller Besucher aus dem Ausland. Von Gästen aus Frankreich, den Niederlanden, Belgien, aber auch den USA und Kanada sei alles dabei.
Ein Drittel aller Besucher kommt aus dem Ausland
Mit diesem Ergebnis knüpfe das Museum erstmals wieder an das Niveau der Zeit vor der Pandemie an. Die Zahlen von 2019 – also vor Corona – wurden sogar übertroffen. „Die Zahl im Bereich der Schulklassen ist um 30 Prozent gestiegen“, so Langer. Demnach sei jeder Tag im Sommerferienprogramm ausgebucht gewesen. Damit habe man einen Rekord geknackt – ebenso wie die 18-Millionen-Besucher-Marke, wie Langer ergänzte.
Viele Gäste bedeuten auch viele Einnahmen. So habe das Museum mehr als drei Millionen Euro erwirtschaftet. Minus der Summe der Aufwendungen – ebenfalls knapp drei Millionen Euro – bleibt ein Jahresüberschuss von 219 168 Euro. Einer der größten Ausgaben war das Ortenauhaus samt Winzerkeller. Das Gebäude wurde von Oktober 2021 Stück für Stück von Durbach nach Gutach versetzt und im in der Saison 2023 eröffnet. „Das war ein Meilenstein. Wir haben schon sehr viel Zuspruch erhalten“, so Langer.
Lobende Worte von Landrat Frank Scherer
Lob gab es auch vom Landrat Frank Scherer zu hören: „Wir schauen nicht nur aus das Geld – aber das ist natürlich eine wichtige Nebensache. Und ich kenne kein Museum, das am Ende sogar Gewinn abwirft“, hob er hervor. Auch Willi Keller (SPD) bewertete die Entwicklung als „sehr gut“. So habe man die große Corona-Delle überwunden. „Das ist nur mit einem vielseitigen Programm und einem guten Team möglich“, lobte er. Edgar Gleiß (Freie Wähler) bezeichnete das Museum indes als Leuchtturm, der mit kreativen Ideen jedes Jahr neue Ausrufezeichen setze.
Ein solches „Ausrufezeichen“ soll im kommenden Jahr laut der Geschäftsführerin ein neu angelegter Weinberg ein. Dort wolle man insgesamt 180 Rebpflanzen setzen und die Möglichkeit bieten, Weine zu verkosten. Rund 150 000 Euro soll das kosten, von denen jedoch 40 Prozent gefördert werden, so Langer.
Info – Das Festwochenende
Das Schwarzwälder Freilichtmuseum Vogtsbauernhof in Gutach feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Zudem wird das Museum Austragungsort für das sechste Ortenauer Bürgerfest. Mit einem großen Festwochenende am 29. und 30. Juni soll das gefeiert werden, heißt es in einer Ankündigung. Geplant sind ein zweitägiges Programm mit Livemusik, Aktivitäten und Führungen. Eröffnet wird das Festwochenende am Samstag, 29. Juni, um 15 Uhr von Landrat Frank Scherer. Der Eintritt am Samstag ist frei, die SWEG hat an diesem Tag Fahrten von Offenburg eingerichtet. Die Bahnen fahren im Stundentakt bis nach 23 Uhr, heißt es weiter. Der Sonntag beginnt um 11 Uhr mit Konzerten von verschiedenen Kapellen. Der Eintritt am Sonntag ist zur Hälfte rabattiert. Erwachsene zahlen demnach sechs Euro, Kinder und Jugendliche zahlen drei Euro.