Mehr als 200 Menschen besuchten am Montag eine besondere Gemeinderatssitzung in Meißenheim: Einziger Tagesordnungspunkt war die Vereidigung des neuen Bürgermeisters Bodo Lange.
Persönlich begrüßte am Montagabend Bodo Lange jeden einzelnen Besucher, der es zur Gemeinderatssitzung in die Festhalle nach Meißenheim geschafft hatte – darunter SPD-Bundestagsabgeordneter Johannes Fechner, OB Markus Ibert, zahlreiche Bürgermeisterkollegen der Umlandgemeinden, Gemeinde- und Ortschaftsräte, Blaulicht- und Vereinsvertreter, Rathausmitarbeiter sowie Vertreter der Kirche.
Langes Vorgänger Alexander Schröder ließ sich für den Abend entschuldigen, erklärte die stellvertretenden Bürgermeisterin Sabine Fischer, die zum Sitzungsbeginn ein weiteres Mal alle willkommen hieß. Mit einem humorvollen Seitenhieb stieg sie ein: „Ich glaube, jeden politische Gremium würde sich freuen, wenn die öffentlichen Sitzungen halb so viel Interesse hervorrufen würden, wie es heute der Fall ist“. Und lud dazu ein, in Zukunft gerne einmal vorbeizuschauen.
Einziger Tagesordnungspunkt war an diesem Abend die Vereidigung Bodo Langes. Nachdem er den Eid ablag, dankte er in seiner Rede zunächst allen, die ihm sein Vertrauen geschenkt haben. „Der Weg, den wir vor uns haben, wird nicht immer einfach sein“, so Lange. Er wisse sehr wohl um die vielen Herausforderungen, vor denen Meißenheim stehe – hinsichtlich der Infrastruktur, der Finanzen, der Bildung, des Vereinslebens, des Naturschutzes. Sein Wille ist es, Meißenheim als „attraktiven, lebendigen und zukunftsfähigen Lebensraum zu gestalten“. Dafür müsse man als Gemeinschaft handeln, nur dann könne dies alles auch erreicht werden. „Wir leben vom Dialog“, betonte Lange – und er wolle Gesprächspartner für alle sein und lädt alle dazu ein, sich aktiv einzubringen.
Kinder erklärten, was ein Bürgermeister leisten muss
Ein besonderer Dank richtete er an seinen Vorgänger, Alexander Schröder, sowie all denen, die in den vergangenen Jahren wichtige Grundlagen für die Zukunft von Meißenheim gelegt haben.
In seinem Architekturstudium habe er viel über Geschichte , Stabilität und Kreativität gelernt – „Dinge, die das Amt eines Bürgermeisters im Grunde ausmachen“. Er sei davon überzeugt, mit dem Vertrauen der Bürger eine Gemeinde gestalten zu können, mit der sich jeder identifizieren könne. Und er verspreche den Bürgern, sein Amt transparent und verantwortungsbewusst auszuführen – „Ich freue mich auf die kommende Zeit“, so Lange.
Darauf freuten sich auch die Bürgermeisterkollegen der Umlandgemeinden, erklärte für sie stellvertretend Schwanaus Rathauschef Marco Gutmann. „Du übernimmst nun das Steuer auf dem Gemeindeschiff Meißenheim, die Kapitänsrolle nimmst du heute an“, so Gutmann. Gemeinsam mit der „erfahrenen Crew“ – Gemeinde- und Ortschaftsräte, Verwaltungsmitarbeiter und Bürger –, gelte es nun gemeinsam Ziele zu definieren und den Kurs für die kommenden Jahre zu bestimmen. „Wir im Ried teilen uns das Fahrwasser und sind durch gemeinsame Herausforderungen und Chancen verbunden“, so Gutmann weiter und sprach unter anderem das Thema Hochwasserschutz an. Er freue sich auf die weitere nachbarschaftliche Zusammenarbeit und wünschte „Weitblick, Gelassenheit und gute Winde“.
Kürzelle Ortsvorsteher Hugo Wingert begrüßte Lange im Namen der Meißenheimer Gremien „im Abenteuer, eine Gemeinde zu führen“. Mit Amtsantritt übernehme Lange eine anspruchsvolle Aufgabe – „erfolgreiche Kommunalpolitik ist aber immer ein Gemeinschaftswerk“, so Wingert. Er wünschte dem neuen Bürgermeister Kraft, Ausdauer „und viele Momente, die dich bestätigen, warum du dich für dieses neue Amt entschieden hast“.
Rektorin Marlene Haßler stand für die Meißenheimer Bildungseinrichtungen auf der Bühne und lies zunächst ein Video abspielen, in dem die Kinder und Jugendlichen auf humorvolle Art und Weise erklärten, was ein Bürgermeister zu leisten hat und was sie sich von ihm wünschen – darunter eine Achterbahn durch den Ort, mehr Ferien und natürlich nie mehr Hausaufgaben. „Wir wären die spektakulärste Gemeinde“, so Haßler im Anschluss und ging auf die Fantasie und die Neugier der Kinder ein, die sie sich auch für Lange wünsche, um auch „mutig und unbeschwert neue Wege gehen zu können“.
Verwaltung ist gespannt auf neue Impulse
Weitere persönliche Worte fanden Hauptkommandant Dominik Kässinger, der Lange – seinem neuen Chef – zum Einstand einen eigenen Meldungsempfänger überreichte und zuletzt daran erinnerte: „Alarm ist kein Grund zur Panik, sondern ein Grund zum Handeln“.
Nachdem Michael Merz von der katholischen Kirchengemeinde viel Kraft und Gottes Segen aussprach, war es an Nadja Ulrich, Personalratsvorsitzende, die die abschließenden Worte an Lange richtete. Die Verwaltung unterstütze mit Erfahrung, Wissen und Motivation. Man freue sich auf die gemeinsamen Wege und sei auf die neuen Impulse gespannt.
Für die musikalische Umrahmung sorgte das Sextett, bestehend aus Musikern aus Kürzell und Meißenheim. Nach den Schlussworten Langes waren die Gäste zu einem kleinen Empfang eingeladen.
Erste Arbeitswoche
„Der Einstieg mit einem großen Frühstücksbüfett hätte besser nicht sein können“, sagt Bürgermeister Lange gegenüber unserer Redaktion auf die Frage, wie er am Montagmorgen in seinen neuen Arbeitsalltag reingefunden hat. Dann sei es auch gleich mit einem Geburtstagsbesuch terminlich weitergegangen. Das neue Büro sei noch ungewohnt und müsse noch eingerichtet werden, fremd fühle er sich aber überhaupt nicht. Auch die kommenden Tage stünden bereits einige Termine im Kalender – darunter die Haushaltsberatungen, auf die er sich nun weiter intensiv vorbereiten wird.