Was der OGV Grosselfingen im September vorgestellt hat, beginnt nun Realität zu werden: Beim Wasserhochbehälter haben mehr als 100 Helfer die ersten 31 Obstbäume gepflanzt. Einige Eindrücke davon haben wir in Bildern zusammengestellt.
Reger Betrieb herrscht am Samstag beim Wasserhochbehälter in Grosselfingen. Die angehenden Baumfachwarte Ottmar Hermann (Schörzingen), Graqian Lakotta (Balingen) und Fabian Alvarado (Hechingen) haben einen Obstbaum gerade in die Erde gesetzt und füllen das Loch mit Erde auf. „Das ist unser dritter Baum heute“, berichten sie.
Mehr als 100 Personen sind im Einsatz
Mit ihnen sind an diesem Vormittag 35 weitere Fast-Baumwarte aus dem ganzen Landkreis am Werk, die Anfang nächsten Jahres ihre Prüfung ablegen. Hinzu kommen weitere 30 fertig ausgebildete Baumfachwarte, Mitglieder des Grosselfinger Gemeinderats und vom örtlichen OGV sowie Mitarbeiter des Bauhofs Grosselfingen und weitere Bürger. Alles in allem sind es gut 110 Personen, die den Bereich vor dem Wasserhochbehälter mit 31 neuen Obstbäumen verschönern – und so die „Grosselfinger-Streuobstwiesen-Initiative“ sprichwörtlich in die Tat umsetzen.
Auch Misteln werden entfernt
Und nicht nur das: Wie Christian Müller, Vorsitzender des OGV Grosselfingen, berichtet, sind bei dem Großeinsatz großflächig Misteln entfernt worden. Das minimiere den „Befallsdruck“ auf die neu gesetzten Bäume. Diese werden gleich an Ort und Stelle noch bewässert, sodass die Wurzeln Zeit haben, während des Winters in die Erde zu wachsen, erklärt Müller. Er freut sich an diesem Vormittag besonders über das gute Miteinander, „alle machen mit“.
Förderverein sammelt Material zum Verkaufen
Vor Ort sind auch einige Mitglieder des Fördervereins Hainburgschule und Kindergarten, die Misteln zusammenbinden. Die Zweige werden zu Weihnachten verkauft, der Erlös geht in die Vereinskasse. Während die Mütter mit Gartenschere zugange sind, brennt neben ihnen ein Feuer: Dort werden die Misteln, die nicht mehr gebraucht werden, gleich verbrannt. Müller: So wird vermieden, dass Vögel davon fressen, danach auf einen Ast sitzen und durch ihren Kot einen Baum infizieren, der von der Schmarotzerpflanze zuvor befreit worden war.
Ausblick: weitere Baumpflanzungen und Baumpatenschaften
Die eigentliche Arbeit beginnt jedoch erst: Die gepflanzten Bäume müssen nun über die Dauer von acht bis zehn Jahren regelmäßig geschnitten und gepflegt werden. Darüber hinaus werden künftig noch 30 Kästen für Fledermäuse bestellt und auch Steinkäuze sollen beim Wasserhochbehälter eine neue Heimat finden. Im Herbst 2025 sollen in dem Bereich weitere 29 Obstbäume gepflanzt werden. Geplant ist perspektivisch zudem die Einrichtung einer Eventwiese, die für Veranstaltungen oder als „grünes Klassenzimmer“ genutzt werden kann.
Was nun als nächstes ansteht, ist die Vergabe der angekündigten Patenschaften. Jeder Baumpate erhält dabei eine Urkunde und die Kennzeichnung des Baums. Wie Müller erklärt, werden diese Patenschaften in Zusammenarbeit mit der Gemeinde ausgeschrieben, bestenfalls noch vor Weihnachten. Bereits im Februar nächsten Jahres soll eine erste Baumbegehung stattfinden.
Abschluss mit einem Fest
Die große Baumpflanzaktion am Samstag ist schon im Hinblick auf die Resonanz ein erster Etappen-Erfolg für den Grosselfinger OGV. Die Teilnehmer haben die Aktion mit einem kleinen Hock direkt beim Wasserhochbehälter ausklingen lassen – es wird sicher nicht das letzte Fest gewesen sein, das dort gefeiert wird.
Lovebaum und Most-Krügle-Baum
Einweisung
Markus Zehnder, Obst- und Gartenfachberater des Zollernalbkreises, hat die Teilnehmer vor dem Beginn der eigentlichen Pflanzaktion eingewiesen. So konnten auch alle professionell mitmachen, die nicht (angehende) Baumfachwarte sind.
Idee
Die Hochzeitswiese des OGV muss für das Neubaugebiet „Nördlicher Ortseingang“ auf Dauer weichen. Das Umpflanzen der Bäume ist nicht wirtschaftlich. Deshalb kam die Idee für Neupflanzungen auf. Die Baumpflanzaktion am Samstag fand auf Initiative des OGV statt, der das Projekt dem Gemeinderat im September vorstellte.
Baumpaten
Firmen, Vereine und Privatpersonen können Baumpaten werden. Sie erhalten den Obstertrag und können an Fortbildungen zur Baumpflege teilnehmen, außerdem soll es Baumpatentreffen geben. Die Anlässe, Baumpate zu werden, sind vielseitig: Firmen könnten die Patenschaft als Werbung nutzen, Eltern eines Neugeborenen als „Babybaum“. Denkbar wären ein „Enkelbaum“, ein „Lovebaum“ und auch ein „Most-Krügle-Baum“. Die Baumpatenschaft kostet für Privatpersonen 15 Euro im Jahr, für Firmen 25 Euro jährlich.