Yannik Keller (links) und Christian Fleig haben sich viel vorgenommen.  Foto: Privat

Blasenpflaster, zwei Paar Schuhe und ein Snack für zwischendurch: Für die Teilnehmer des 24-stündigen Megatrails rund um Schramberg wird es ernst. Einige Teilnehmer verraten kurz dem Startschuss, wie sie sich vorbereitet haben.

Schramberg/Hardt/Aichhalden - "Nach 40 Kilometern brennen die Beine", weiß Patrick Kunz aus Aichhalden – zugleich auch Chef der Geißbockmusikanten – aus Erfahrung. Er hat den Megatrail bereits absolviert, allerdings in zwei Etappen. "Gewaltmärsche und Nachtwanderungen", zählte er neben Joggingeinheiten zu seiner Vorbereitung.

"Wir hoffen, dass auf dem Windkapf der Öhle-Mostmarsch zur Motivation gespielt wird", hofft Marcel Broghammer aus Hardt, der in den vergangenen Monaten ebenfalls viele Kilometer im fixen Tempo gewandert ist – sei es auf dem Auerhahnweg, dem Katzenpfad oder dem Lauterbacher Wandersteig.

Als Triathlet in Form

Die beiden werden gemeinsam mit Romina Hahn (Sulgen) und Markus Kopp (Tennenbronn) ins Rennen gehen. Er konnte nicht am Pressegespräch teilnehmen, da er bei seinem Umbau ein Rohr verlegen musste. Der Naturbursche von der Höldecke ist als Triathlet ebenso in Form wie Romina Hahn, die beim Schwimmen unzählige Bahnen gezogen hat.

Marcel Broghammer nutzte den Urlaub im Salzburger Land mit seiner Freundin Kathrin zum Training. Die Arme wurde dabei unerbittlich von Gipfel zu Gipfel gejagt. Sie revanchierte sich auf ihre Art und Weise: "Dein Ranzen ist trotz viel Sport eher gewachsen", sagte sie zu Marcel Broghammer.

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Einer österreichischen Familie berichteten die beiden von der Teilnahme am Megatrail. Diese hätten nur mit dem Kopf geschüttelt und gesagt: "Ja seids ihr denn deppert?", angesichts der zu erwartenden Strapazen.

Freundeskreis glaubt an die Vierergruppe

Der Freundeskreis jedenfalls glaubt an die Vierergruppe – und wird diese anfeuern, wenn sie in Hardt durchmarschieren und sie dort lautstark empfangen. Dort wird dann auch ein Auto platziert, wo Kleidung und Schuhe getauscht werden können. Für den ersten, vom Gelände her anspruchsvollen Teil, sollen Wanderschuhe getragen werden – danach dann Laufschuhe, da es viel über Asphalt geht, haben sich Patrick Kunz und Marcel Broghammer vorgenommen. "Wir setzen uns kleine Ziele und wollen einfach von Beiz zu Beiz, äh, von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation kommen", lautet die Strategie. Zudem wurde akkurat aufgelistet, was alles mitgenommen wird: drei Scheiben Brot, Augentropfen, Traubenzucker, Pfefferbeißer und eine kleine Musikbox – damit die Stunden nachts nicht so einschläfernd sind.

Ein sportliches Paar sind auch Isabell und Markus Flaig aus Hardt. Sie geht vier bis fünf Mal pro Woche joggen und hat auch schon an einem Ultralauf über 38 Kilometer teilgenommen. Die Aufgabe nötige ihr aber Respekt ab. Die komplette Nacht ohne Schlaf zu marschieren, werde sicher nicht einfach, sagt sie unmittelbar nach einer Jogging-Runde. In ihrer Hobby-Laufrunde wurde der Megatrail so kalkuliert: 19 Stunden reine Laufzeit, 3,5 Stunden Pause und 1,5 Stunden Puffer für Unvorhergesehenes. Auch Markus Flaig habe "brutal trainiert". Er ist immer offen für Neues und Herausforderungen reizen ihn. Schindereien sind ihm nicht fremd, da er bereits am Rottweiler Tower-Run teilgenommen hat und daher bei solchen Herausforderungen bereits ein Veteran ist.

Zu Fuß von Hardt nach Schiltach zur Arbeit

Yannik Keller hat eine ungewöhnliche Form des Trainings: Er geht öfters zu Fuß von Hardt nach Schiltach zu seiner Arbeitsstelle. Die 19 Kilometer läuft er in 2:40 Stunden, beziehungsweise auf dem Rückweg in 3:20 Stunden. Er geht mit Christian Flaig und Lothar Gaus ins Rennen. "Ich bin guter Dinge, dass ich bis zum Schluss durchhalte", hofft er. Dass er über die Grenzen gehen kann, weiß er aus Erfahrung: Yannik Keller kämpft sich durch sehr lange Wanderungen und Joggingstrecken, obwohl er zum Teil davor zwei Monate lang keinen Sport machte. Insbesondere vor dem Marschieren in der Nacht hat er Respekt. Da müsse man bei jedem Schritt sehr aufpassen, das sei ganz anders als tagsüber. Wenn man nach 46 Kilometern erstmal in Hardt angekommen sei, sei das Schwierigste geschafft, sagt Yannik Keller. Dann würden nicht mehr so viele Höhenmeter kommen.

Alle sind sicher aber einig: "Eine Super-Veranstaltung, bei der man sich um nichts kümmern muss", lautet ihr Urteil. Am Samstag um die Mittagszeit ist der Startschuss, dann heißt es: 24 Stunden marschieren, bis die Socken qualmen.

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