Der Breitbandausbau im Kreis Rottweil geht in die nächsten Runden. Foto: Woitas

Ein weiteres großes Projekt steht dem Landkreis ins Haus. Hinterste Winkel und entlegene Gewerbegebiete sollen schnelles Internet bekommen. Der flächendeckende Glasfaserkabelausbau kostet 60 Millionen Euro. Doch dabei soll es nicht bleiben.

Kreis Rottweil - Schnelles Internet ist sei Langem das Gebot der Stunde. Der Landkreis will in mehreren Schritten Privathaushalte und Unternehmen mit einem guten Netz versorgen. Jetzt wird Stufe drei gezündet. Dabei sollen Gewerbegebiete nachverdichtet und sogenannte weiße Flecken bedient werden. Die Arbeiten waren ausgeschrieben worden, die Ergebnisse kamen zurück – nun hat der Kreistag der Telekom den Auftrag erteilt.

Für das Telekommunikationsunternehmen ist das Vorhaben nicht wirtschaftlich genug. Daher gibt es einen Zuschuss von fast 60 Millionen Euro. 90 Prozent der Summe werden durch Förderprogramme von Bund und Land abgedeckt. Den Rest teilen sich Landkreis (3,85 Millionen Euro) und Kommunen (2,15 Millionen Euro).

Dafür werden fast 2600 Adressen (1059 davon in unterversorgten Gebieten, zudem 1507 Adressen in 87 förderfähigen Gewerbegebieten) im Kreis an eine bessere Breitbandversorgung angeschlossen.

Zehn Millionen Euro für weitere Stufe

Für weitere zehn Millionen Euro wird eine weitere, die vierte, Stufe gezündet. Beim sogenannten Vortrieb – ebenfalls zu 90 Prozent von Bund und Land gefördert – erhalten die Anlieger entlang der Ausbaustrecken ebenfalls ein Glasfaserkabel. Die restliche Million aus dem Vortrieb übernimmt die Kreiskasse. In dieser Stufe sollen 3718 Adressen bedient werden.

Kreisrat Herbert Halder (CDU) sagte, er sehe den Landkreis auf einem sehr guten Weg. Dieser führe nicht in die Sackgasse wie von einigen befürchtet. Es handele sich erneut um ein sehr großes Projekt für den Landkreis.

Berthold Kammerer (SPD) merkte an, es gebe einen Wermutstropfen. Das Ausschreibungsergebnis liege zehn Prozente über den veranschlagten Kosten. Angesichts hoher Fördersummen sei dies zu verkraften.

Thomas Engeser (Freie Wähler) erinnerte an die Anfänge und die Skepsis, die den Rottweiler Weg in Sachen Breitbandausbau begleitet hätten. Es habe Befürchtungen gegeben, der Kreis Rottweil könnte gegenüber dem Schwarzwald-Baar-Kreis etwa ins Hintertreffen geraten. "Inzwischen sind wir mit Sieben-Meilen-Stiefeln an denen vorbeigezogen."

Kreisrätin Ruth Hunds (SPD) wiederum missfiel, dass der Breitbandkabelausbau nicht eigenwirtschaftlich vonstatten gehen könne. Sie kritisierte, dass die öffentliche Hand das Unternehmen mit so viel Geld unterstützen müsse.

Der Kreistag stimmte einhellig zu, die Arbeiten an die Telekom zu übertragen.

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