Das Logistikcenter bietet hochmoderne Block- und Regallagerkapazitäten. In den Hallen können auch Lithium-Ion-Batterien gelagert werden. Foto: Schuon

Die Logistik- und Speditionsfirma Schuon hat in Sulz an sein Logistikcenter angebaut – und das umfangreich. Das Gebäude „Wildberg II“ hat 30 000 Quadratmeter Lagerfläche, umfangreiche Brandschutzanlagen – und ist die höchste Investition in der Firmengeschichte.

Eineinhalb Jahre Bauzeit waren es, bis das Gebäude Wildberg II der Haiterbacher Logistik- und Speditionsfirma Schuon in Sulz am Eck mit 30 000 Quadratmetern Logistikfläche übergeben werden konnte. Nun wurde es eröffnet.

 

Das Logistikcenter beinhaltet drei weitläufige Lagerhallen, in denen Batterien, Karosserien und Autoteile eingelagert, verpackt und schließlich für den Transport – vor allem nach Südostasien – bereit gemacht werden. Dazu Büroräume, Kantine, Ruheräume, Küche und Sanitäranlagen für die Fahrer – auch für Übernachtungen.

Ein Gang durch die neu entstandenen Räume zeigt die unterschiedlichen Bereiche der Logistik. In einem Großraumbüro können Mitarbeiter die Lieferungen steuern, mit Kunden kommunizieren und die Verwaltungsarbeit erledigen. auch schallisolierte Räumchen gibt es – für ruhige Arbeitsphasen oder Telefonate.

Auf dem Dach gibt es eine Photovoltaik-Anlage. Diese produziert bis zu 2000 Kilowatt Strom. „Damit wird ein Großteil der benötigten Energie bereitgestellt“, erklärt Geschäftsführer Alexander Schuon. Beheizt wird das Gebäude über Luftwärmepumpen.

Vier Badewannen voll Wasser in einer Minute

In den eigentlichen, aus grauem Beton bestehenden Lagerhallen wird es schon beim Eintreten kühler. Hier können auch Lithium-Ion-Batterien gelagert werden, etwa für E-Autos. Batterien sind eine große Brandgefahr, die Rohre einer Sprinkleranlage ziehen sich durch Decke und die Regale mit Fächern, die so hoch sind wie ein großer Mensch. Jeder einzelne Sprinkler kann pro Minute etwa 800 Liter versprühen – das sind rund vier Badewannen. Im Notfall wäre eine Halle in kürzester Zeit geflutet.

Draußen gibt es einen „Havariecontainer.“ In diesen kann eine Batterie, die möglicherweise defekt ist und Brandgefahr bedeutet, gelegt werden und mit Wasser überspült werden.

Noch sind nicht alle der riesigen, fast deckenhohe Regale voll belegt, vieles ist noch frei – aber alles schon durch Aufträge verplant.

In „Wildberg II“, direkt gegenüber von „Wildberg I“, das rund vier Jahre vorher mit 10 000 Quadratmetern entstanden ist, werden 45 neue Arbeitsplätze geschaffen. Im Bereich Automobilzulieferung arbeiten im Wirtschaftsraum Nordschwarzwald 20 000 Menschen, erklärt Landrat Helmut Riegger. Alexander Schuon plädiert aus diesem Grund dafür, die Automobilbranche zu erhalten.

Bei der Eröffnung hatte sich die Politprominenz des Kreises und der Region eingefunden. „Sie haben ein hochmodernes Gebäude gebaut“, lobt Landrat Helmut Riegger. Und: „Wir brauchen solche Unternehmer, die den Mut haben, etwas Neues zu wagen, Modernes mit Tradition verbinden und Arbeitsplätze schaffen und erhalten – das ist auch nicht selbstverständlich“, erklärt er vor allem auch an Senior-Chef Theo Schuon gerichtet. Der hat erst vor kurzem seine Anteile an seine Kinder weitergegeben. Wie groß seine Leistung für die Firma war, zeigt sich in der Ansprache seines Sohnes und Schuon-Geschäftsführer Alexander Schuon. „Papa, ohne dich ständen wir nicht hier“, sagt er sichtlich ergriffen.

Für die Eröffnung hat der Landrat ein Geschenk mitgebracht: Eine Plakette mit dem Logo des Landkreises, wie es auch an den Kreisgrenzen zu finden ist.

„Sie haben ein Privileg, der Landrat hat Ihnen was mitgebracht. Wenn der Landrat zum Bürgermeister kommt, sind wir froh, wenn er nichts mitnimmt“, scherzt der Wildberger Bürgermeister Ulrich Bünger, bevor er ernst wird und darauf zurückblickt, wie unwahrscheinlich dieses Projekt eigentlich war. Die Grundstücke waren nicht in Stadtbesitz, mussten erst gekauft werden. Das Bauland war nicht erschlossen. Dennoch entstand 2020 das Zentrum Wildberg I und nun Wildberg II. „Wir wollten alles ermöglichen“, sagt er. Alle hätten an einem Strang gezogen – und so den Bau ermöglicht.

„Pioniergeist bei der Batterielagerung“

Es sei auch deutlich geworden, dass der Firma die Mitarbeiter am Herzen lägen, meint Bünger mit Blick auf Parkmöglichkeiten und die Ruheräume. Und er glaubt: Wenn er im Ausland eine Panne hätte und dann all die Schuon-Laster dort sehe – er ist sich sicher: „Ich müsste nur anrufen und einer der Laster würde mich mitnehmen!“

Stefan Forkefeld vom zuständigen Bauunternehmen Goldbeck bescheinigt der Firma einen „Pioniergeist bei der Batterielagerung.“ Die Firma Goldbeck hat bereits Wildberg I mit 10 000 Quadratmetern gebaut. „Ich dachte damals, das wäre groß“, erinnert sich Forkefeld. Dabei hat Wildberg II dreimal so viel Fläche. Auch Forkefeld hat ein Geschenk mitgebracht: ein Modell des Geländes. „Rekord! Dafür haben wir nur einen Tag gebraucht“, sagt er scherzend.