Geschäftsführer Heiko Zimmermann (links), Thomas Bogenschütz, 1. Vorsitzender des „Medical Valley“ (Dritter von links), Altbürgermeister Jürgen Weber (Zweiter von rechts) und Laudatorin Melanie Bogenschütz (rechts) mit den Preisträgerinnen Ruth Vöhringer und Hanna Schlaier. Foto: Roth

Das Hechinger Medizintechnik-Cluster „Medical Valley“ entwickelt einen Studiengangs an der Hochschule Reutlingen mit. Für Geschäftsführer Heiko Zimmermann „eine einmalige Chance“.

Hochschulstadt Hechingen? Als Anlaufstelle für Studenten hat sich die Zollernstadt bisher keinen Namen gemacht. Dies könnte sich perspektivisch durch das umtriebige Handeln des Hechinger Medizintechnik-Clusters „Medical Valley“ ändern. Wie Geschäftsführer Heiko Zimmermann bei der jüngsten Mitgliederversammlung im Hause der Firma Bentley Innomed betonte, laufe derzeit eine Kooperation zwischen einigen Hechinger Unternehmen und der Hochschule Reutlingen.

 

Hintergrund ist die dortige Entwicklung eines technischen Studiengangs mit dem Schwerpunkt Medizintechnik. Start soll laut Angaben der Hochschule Reutlingen das Sommersemester 2027 sein. Der Studiengang Medizintechnik verbindet Naturwissenschaften, Ingenieurwesen und Medizin und schließt mit dem Bachelor of Engineering nach sieben Semestern ab.

Was haben die Hechinger Medizintechniker da mitzureden? Mit ihrer Erfahrung teilen sie der Hochschule mit, welche Kenntnisse für die Berufspraxis von Bedeutung sind. Daran orientiert sich die Hochschule bei der Konzeption der Lehrinhalte. Ein Workshop mit Hochschule und Firmen hat bereits im März diesen Jahres stattgefunden, ein weiterer geht kommenden Montag in Hechingen über die Bühne. Dabei diskutiert werden soll, wie sich das „Medical Valley“ weiter beteiligen kann. Beispielsweise steht zur Debatte, dass Firmen für Laborversuche oder Exkursionen der Studenten zur Verfügung stehen.

Medizintechnik ist Zukunftsindustrie

Auch an der Hochschule passe man sich den wirtschaftlichen Entwicklungen an. Schließlich gilt die Medizintechnik als eine zentrale „Zukunftsindustrie am Wirtschaftsstandort Deutschland“.

Die Mitgliederversammlung des „Medical Valley“ fand in den Räumen von Bentley Innomed statt. Foto: Roth

Für Heiko Zimmermann ist ein Ausbau der Kooperation gut vorstellbar. Seine Vision: ein Campus Hechingen – auch wenn dies (noch) nur ein Traum sei. Er rief die Mitglieder des Medical Valley auf, sich weiter einzubringen. „Bei der Gestaltung eines Studiengangs mitzureden, ist eine einmalige Chance.“

Wie aus Zimmermanns Bericht hervorging, hat das „Medical Valley“ inzwischen über 70 Mitglieder, 2018 waren es noch 33. Schon lange sind nicht mehr nur noch Firmen, deren Kerngeschäft die Medizintechnik ist, Teile des Clusters. Dienstleister, Zulieferer, Partner und Förderer, sogar Privatpersonen gehören inzwischen dazu.

Seit Mai diesen Jahres ist das „Medical Valley“ in der frisch sanierten Orangerie in der Stadtmitte beheimatet. Die Lage sei ideal, das Gebäude warte mit so gut wie allen Annehmlichkeit auf, fand Zimmermann nur lobende Worte.

Wichtiger Meilenstein

Ein weiterer wichtiger Meilenstein in diesem Jahr sei die Veröffentlichung des Reiters „Karriere im Medical Valley“ auf der Internetseite des Medizintechnik-Clusters gewesen. Dort können sich seit Anfang des Jahres Firmen samt ihrer offenen Stellen präsentieren. Aber auch Kandidaten können sich dort vorstellen. Rund 6000 Aufrufe habe das neue Angebot seit dessen Einführung generiert.

Finanziell steht der Verein „Medical Valley“ auf soliden Beinen. Schatzmeister Matthias Fecker präsentierte der Versammlung eine Liquiditätsstand von rund 46 000 Euro zum Jahresende 2024. Im abgelaufenen Jahr wurde ein Gewinn von rund 4000 Euro verbucht – bei Einnahmen in Höhe von zirka 72 000 Euro und Ausgaben in Höhe von rund 68 000 Euro.

Letztlich standen noch die Wahlen des Vorstands auf der Tagesordnung. An dessen Zusammensetzung tut sich nichts. Vorsitzender bleibt Thomas Bogenschütz.

Jürgen-Weber-Preis

Praktikumsberichte
 Im Rahmen der Mitgliederversammlung des „Medical Valley“ wird traditionell der Jürgen-Weber-Preis für die besten Praktikumsberichte von Schülern umliegender Kommunen vergeben. Dieses Jahr gingen zwei Podestplätze nach Bisingen und einer nach Hechingen.

Platz 1
Anna Jetter, 9b der Realschule Bisingen. Sie absolvierte ihr Praktikum bei Link Architektur in Balingen. Laudatorin Melanie Bogenschütz hob die präzise formulierten Arbeitsabläufe hervor. Sie lobte auch, dass Anna Jetter bereits selbst Grundrisse, auch per CAD, erstellen durfte.

Platz 2
Hanna Schlaier, 9a der Werkrealschule Hechingen. In ihrem Praktikumsbericht ging es um den abwechslungsreichen Arbeitsalltag bei der Balinger Polizei. Dort erhielt sie Einblicke in die Hundestaffel und durfte einen Spurensicherung selbst durchführen.

Platz 3
Ruth Vöhringer, 9b der Realschule Bisingen. Ihr Praktikumsbericht handelte von ihren Erfahrungen bei der Stiftung Lebenshilfe in Bisingen. Dort erhielt sie laut Bogenschütz authentische Einblicke in Sozialberufe und schilderte ihre Erfahrungen im Bericht mit persönlichen Eindrücken.