Mit dem Erweiterungsbau hat Bentley Innomed in Hechingens Gewerbegebiet bereits im Vorjahr expandiert. Nun folgt der Ausbau zum „Bentley-Campus“ auf dem Best-Areal. Foto: Roth

Im Hechinger Gewerbegebiet Lotzenäcker tut sich was in diesem Jahr. Das Medizintechnikunternehmen Bentley Innomed unternimmt die ersten Schritte auf dem Weg zum geplanten „Bentley-Campus“. Auch die Bewerberlage ist erfreulich.

Ende 2023 hat das Medizintechnikunternehmen Bentley Innomed bekanntgegeben, dass sie das benachbarte Areal der Best Freizeitmöbel GmbH, die das operative Geschäft zum Jahresende 2024 eingestellt hat, übernehmen wird. Dort soll – so die damalige Ankündigung – der sogenannte „Bentley-Campus“ entstehen. Welche Veränderungen das im Gewerbegebiet Lotzenäcker mit sich bringt, beleuchtet unsere Redaktion in Fragen und Antworten.

 

Wie kann man sich den „Bentley-Campus“ vorstellen?

Im Prinzip entspricht der „Bentley-Campus“ einem großen Firmengelände, um die Gebäude des Unternehmens miteinander zu verbinden und die Raumaufteilung optimal zu gestalten, wie Bentley-Sprecherin Nadja Atwaa auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt. Über die nächsten Jahre sollen auf dem ehemaligen Best-Areal in mehreren Bauabschnitten auf 45 000 Quadratmetern weitere Büroräume geschaffen, das Lager sowie die Kantine erweitert und in Summe mehr Raum für die Produktion geschaffen werden. Nach der Einweihung des Neubaus im Sommer 2024 expandiert Bentley damit weiter großräumig.

Warum ist die Bentley-Expansion nötig geworden?

Das Unternehmen wächst und wächst. Laut Atwaa sind inzwischen weltweit 500 Mitarbeiter – davon 400 am Standort Hechingen – beschäftigt. „Wir rechnen mittel- bis langfristig weiterhin mit Wachstum, was eine noch stärkere Erweiterung der Flächen in Hechingen erfordern wird“, erläutert Nadja Atwaa weiter. Daher habe man gemeinsam mit einem Architekten im Vorfeld einen Masterplan entwickelt, um die verschiedenen Bauabschnitte zu koordinieren, aber auch um in Zukunft Umbaumaßnahmen möglichst zu vermeiden. Das Zielbild sei der sogenannte „Bentley Campus“.

Wann sind welche Umbauarbeiten nötig?

Schon in diesem Sommer sollen die Arbeiten auf dem Best-Areal beginnen. Klar ist: Bentley baut neu. Sowohl das ehemalige Autohaus nebenan, als auch ein Teil der Best-Gebäude – hauptsächlich Lagerhallen – werden abgerissen, um Platz für die neuen Erweiterungsgebäude zu schaffen. Der vollständige Abriss betreffe das Autohaus, während beim Best-Gebäude im ersten Schritt nur ein Teil zurückgebaut werde.

Das ehemalige Autohaus im Vordergrund wird abgerissen. Den Erweiterungsbau im Hintergrund hat Bentley im Vorjahr offiziell eingeweiht. Foto: Roth

Ist eine weitere Expansion im Lotzenäcker denkbar?

Vorerst nicht. Denn: Mit dem Zukauf des Best-Areals hat Bentley seine Fläche verdreifacht. „Damit sollten wir gut auskommen“, sagt Nadja Atwaa. Im Rahmen der Genehmigung des Bebauungsplans sei dazu eine Gebäudehöhe von 22 Metern für das gesamte Gebiet freigegeben worden. Demnach können alle Gebäude mehrstöckig geplant und gebaut werden. Angesprochen darauf, ob sich Bentley vorstellen könne, das nun stilliegende Produktionswerk von Sternenbäck zu übernehmen, betont Atwaa: „Das steht nicht zur Diskussion.“

Hat Bentley mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen?

Nicht wirklich. Das liege an der Medizintechnik-Branche im Allgemeinen und dem Geschäftserfolg von Bentley im Speziellen. Zudem habe man sich als beliebter Arbeitgeber in den vergangenen Jahren Bekanntheit in der Region verschafft. Nadja Atwaa bestätigt dies mit Bewerberzahlen für Stellenausschreibungen: Auf eine ausgeschriebene Stelle im Produktionsbereich erhalte Bentley im Durchschnitt 200 Bewerbungen, im Bereich R&D Engineer im Durchschnitt 100 Bewerbungen.

Welche wichtigen Projekte stehen 2025 bei Bentley an?

„Wir treten in die nächste Wachstumsphase ein, mit einem starken Fokus auf internationaler Expansion und die Einführung neuer Produkte“, informiert die Bentley-Sprecherin. Für Bentley habe das Jahr mit einer dreifachen Markteinführung begonnen: Seit Februar seien drei neue Produkte im Handel erhältlich. Vorbereitet wird zudem der Markteintritt mit dem ersten Produkt in den USA. Erste Vertriebsvereinbarungen seien geschlossen worden, nach und nach sollen weitere Produkte die Zulassung erhalten. Bentley bilanziert: „Wir wachsen deutlich stärker als der Markt.“ Das spürt man auch an den baulichen Veränderungen im Hechinger Lotzenäcker.

Über das Unternehmen Bentley

2009 gegründet
Die von Lars Sunnanväder und Miko Obradovic gegründete Bentley InnoMed GmbH hat ihren Sitz in der Medizintechnik-Hochburg Hechingen. Das Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt Implantate und Katheter für die endovaskuläre Behandlung von peripheren Gefäß- und Aortenerkrankungen. Inzwischen ist das Unternehmen zu einem weltweit führenden Hersteller und zum europäischen Marktführer für gedeckte Stents geworden.