Die Ärzte der ukrainischen Delegation zusammen mit Daniel Hartmann vom Uniklinikum Tübingen (links) und Gerhard Hinger, vorsitzender Geschäftsführer des Zollernalb Klinikums (dritter von links). Foto: Zollernalb Klinikum

Eine ukrainische Delegation war zu Besuch im Zollernalb Klinikum in Balingen.

Im Rahmen der Victor-von-Bruns-Lecture 2025 zum Thema Ösophagus- und Magenchirurgie hat André Mihaljevic eine Delegation des National Cancer Institute in Kiew, dem größten Zentrum für onkologische Chirurgie in der Ukraine, jüngst am Zollernalb Klinikum begrüßt, teilt das Zollernalb Klinikum schriftlich mit.

 

Der Besuch fand im Rahmen der von der Bundesregierung geförderten Klinikpartnerschaften statt, die den Ausbau fachlicher Kompetenzen und stabiler medizinischer Strukturen in der Ukraine zum Ziel hat.

Onkologische Chirurgie auf dem Land

Mihaljevic ist Chefarzt am Zollernalb Klinikum sowie ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum Tübingen. Er hat der Delegation gezeigt, wie eng beide Kliniken zusammenarbeiten und wie onkologische Chirurgie auch in einer ländlichen Region praktiziert werden kann.

Gerade dieser Ansatz ist für die ukrainischen Gäste von besonderer Bedeutung, heißt es weiter: Durch den Krieg sind ländliche Gebiete und Sperrzonen stark unterversorgt. Dennoch treten Erkrankungen von Krebs und Tumoren überall auf – häufig bei älteren Menschen.

Das Team um den ukrainischen Chefarzt Andrii Lukashenko wird daher regelmäßig in diese Regionen entsendet, um die chirurgische Versorgung aufrechtzuerhalten.

Die ukrainische Delegation hat eine komplexe Operation am Zollernalb Klinikum begleitet. Foto: Zollernalb Klinikum

Bereits im Vorfeld der Lecture hat Mihaljevic die ukrainischen Kollegen zu einem Besuch ins Zollernalb Klinikum eingeladen. Dort begleiteten sie eine komplexe Operation, eine Darmresektion mit möglicher Nebennierenresektion bei einem Kolonkarzinom.

Wissen teilen und voneinander lernen

„Solche Eingriffe sind selbst unter optimalen Bedingungen herausfordernd“, erklärte Mihaljevic im Anschluss. „Umso wichtiger ist es, Wissen zu teilen und voneinander zu lernen.“

„Für uns bedeutet dieser Besuch fachlich, aber auch menschlich sehr viel“, betonte der Chefarzt Andrii Lukashenko. „Die Offenheit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit gibt uns Kraft und zeigt, dass wir nicht alleinstehen.“

Die Verantwortlichen des Zollernalb Klinikums und des Universitätsklinikums Tübingen hoben hervor, dass dieser Besuch ein weiterer Schritt zur Vertiefung der Kooperation sei, heißt es in der Pressemitteilung.

Die Partnerschaft soll unter anderem langfristig ermöglichen, dass ukrainische Ärzte im Rahmen der bestehenden Rotation zwischen Tübingen und dem Zollernalb Klinikum in Deutschland hospitieren können.