Die Gemeinde Schömberg hat eine Pressekonferenz zur ärztlichen Versorgung auf dem Land abgehalten. Dabei präsentierte sie Maßnahmen gegen den zunehmenden Ärztemangel, um die Versorgung der Menschen auch in Zukunft zu gewährleisten.
Es ist eine erschreckende Vorstellung: Die Grippe zwingt einen ins Bett, doch der Weg zum Arzt führt in die nächstgrößere Stadt, weil die örtliche Arztpraxis seit Jahren geschlossen ist – zum Beispiel aus Altersgründen.
Um hier Abhilfe zu schaffen, lud die Stadt Schömberg kürzlich zu einer Pressekonferenz über die ärztliche Versorgung auf dem Land ein. Bürgermeister Karl-Josef Sprenger, Landrat Günther-Martin Pauli und der Bürgermeister von Dormettingen, Anton Müller, leiteten die Konferenz. Geladen waren zahlreiche kommunale Persönlichkeiten sowie die Ärzte der Stadt, um die Maßnahmen gegen den Ärztemangel, die sich die Stadt Schömberg überlegt, hat vorzustellen.
Altersstruktur fordert zum Handeln auf
Bürgermeister Sprenger eröffnete die Konferenz und richtete zunächst das Wort an die anwesenden Ärzte. Er bedankte sich bei den kommunalen Vertretern für ihr zahlreiches Erscheinen. Aktuell sei die Situation in Schömberg mit 6,5 Arztstellen noch zufriedenstellend. Allerdings fordere die Altersstruktur zum Handeln auf, da in den umliegenden Gemeinden schon länger keine weiteren Ärzte tätig seien. Viele Hausarztpraxen mussten aufgrund fehlender Nachfolger bereits schließen.
Die Pressekonferenz fand auf einer freien Fläche in der Bahnhofstraße in Schömberg statt. Die Fläche wird als potenzieller Standort für ein Ärztehaus in Betracht gezogen. Landrat Pauli lobte die weitsichtige Herangehensweise von Bürgermeister Sprenger, der das Thema bereits vor 17 Jahren erstmals angesprochen hatte.
„Wir können damit die Welt nicht retten – aber auf kommunaler Ebene viel bewirken und entscheiden“
Pauli hob hervor, dass bereits zukunftsweisende Maßnahmen ergriffen wurden, wie etwa die Bereitstellung von Stipendien für junge angehende Mediziner am Zollernalb-Klinikum. Dies sei jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Wir dürfen nicht nur jammern, sondern müssen auch selbst aktiv werden. Wir können damit die Welt nicht retten, aber auf kommunaler Ebene viel bewirken und entscheiden“, betonte der Landrat.
Bürgermeister Anton Müller, der auch Vorstand im Gemeindeverwaltungsverband aktiv ist, betonte, dass eine ärztliche Versorgung heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr sei. Die Herausforderung liege in der Versorgung einer immer älter werdenden Gesellschaft bei gleichzeitig immer knapper werdenden Ressourcen im Krankenkassensystem.
Baugebiete, Mietwohnungen in zentraler Lage, Kinderbetreuung
Nach den Worten der Verantwortlichen stellte Sprenger anschaulich die Angebote vor, mit denen die Gemeinde Ärzte aufs Land bringen will.
Eine der ersten Gemeinden, die sich den Problemen stellt und einer ungewissen Zukunft entgegentritt
Dazu gehören neue Baugebiete, Mietwohnungen in zentraler Lage, Kinderbetreuung sowie die Möglichkeit, eine eigene Praxis einzurichten. Erste Umsetzungen sind bis 2028 geplant. Auch hier wurde die gute Anbindung an Fachkliniken hervorgehoben. Einige, noch junge Ärzte, konnten bereits für das Leben auf dem Land gewonnen werden.
Die Stadt zielt verstärkt auf junge Familien, die sich mit Hilfe der Kommune ein berufliches und privates Leben in Schömberg, aber auch in den Nachbargemeinden aufbauen möchten. So ist Schömberg eine der ersten Gemeinden im Kreis, die sich aktiv den Problemen stellt und damit einer ungewissen Zukunft entschlossen entgegentritt.