Reibungslos verlegt: Hinter dem Klinikumzug stecken tausende Arbeitsstunden und ein Jahr Planung. Foto: Jana Heer

Als am Samstagmorgen die erste Patientin vom alten ins neue Krankenhaus verlegt wurde, war der schwierigste Teil längst geschafft. Ein ganzes Jahr der Planung steckt hinter diesem einen Moment.

Dass der Klinikumzug so ruhig und geordnet abläuft, ist kein Zufall – sondern das Ergebnis eines aufwendigen Zusammenspiels im Hintergrund.

 

Martin Oberhoff, der ärztliche Direktor, verrät, dass „mehr als ein Jahr und 10.000 zusätzliche Arbeitsstunden“ in die Planung investiert wurden. Nach Abschluss des Patientenumzugs zeigt er sich zufrieden und spricht ein „großes Lob an die Mannschaft“ aus.

Was steckt hinter so einem Umzug?

Neben den vielen Stunden der Planung betont Oberhoff im Gespräch mit unserer Redaktion die Bedeutung der vielen Helfer.

Der Kreisverband des DRK war gemeinsam mit dem Ehrenamt mit 27 Einsatzfahrzeugen und 62 Mann im Einsatz, teilt Werner Schwämmle, Rettungsdienstleiter vom DRK Kreisverband Calw mit. In den RTWs wurden die Patienten vom alten zum neuen Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr der Abteilungen Calw und Stammheim übernahmen den Transport der Patienten vom Krankenhaus in den RTW und andersherum. Oberhoff lobt den guten Zusammenhalt der Blaulichtfamilie. Diesen habe man auch schon am Blaulichttag erlebt, freut er sich.

Weniger Patienten als erwartet

Ursprünglich wurde damit gerechnet, dass 80 Patienten umgezogen werden müssen. Letztlich waren es ‚nur‘ 35. Der ärztliche Direktor erklärt: Je weniger Patienten es sind, desto sicherer wird es.

Nichtsdestotrotz war der Umzug nicht leicht – denn sie hatten unter anderem auch isolations- und monitorpflichtige Patienten.

Um die Sicherheit aller Patienten zu gewährleisten, kam es zu einem Parallelbetrieb in Alt- und Neubau, der auch den hohen Personalaufwand erklärt. Insgesamt waren 300 Mitarbeiter im Einsatz. Dadurch konnte auch ein Notaufnahme-Wechsel ohne Pause möglich gemacht werden.

1000 Kartons müssen umgezogen werden

Und der Umzug reicht über den reinen Patientenumzug hinaus: auch die Materialien müssen umgezogen werden. Ab circa 10 Uhr waren deshalb sieben Lastwagen und rund 50 Leute im Einsatz, um 1000 Kartons und 7000 Etiketten in den Neubau zu fahren, wie von Pressesprecher Lukas Schult zu erfahren ist.

Damit nicht genug. Woran man im ersten Moment vielleicht nicht denkt, ist die Straßenbeschilderung. Im Zuge des Umzugs mussten rund 50 Straßenschilder geändert werden, damit es zu keinen Fehlleitungen kommt.

Wie erleben Beteiligte diesen Tag?

Einblicke in den Weg eines Patienten gab Andreas Roller. Der gebürtige Haiterbacher nahm den Umzug gelassen. Schließlich habe sich dieser schon die ganze Woche angekündigt. Im neuen Krankenhaus ist er der 21. Patient. „Die Fahrt hierher verlief reibungslos, es war sehr gut organisiert“, zieht Roller sein Fazit.

Andreas Roller war als 21. Patient im neuen Krankenhaus angekommen. Foto: Michelle Holderied

Auch die Besatzungen der Rettungswagen sind zufrieden mit dem Verlauf der Aktion. „Es läuft“, sagt ein zufrieden lächelnder RTW-Fahrer im Hof des alten Krankenhauses.

Das bestätigt auch Bernd Waiblinger, Leiter der Stabstelle Sicherheitsmanagement: „Wir liegen absolut im Zeitplan, wir sind sogar eher zu schnell.“ Darüber hinaus kam es zu keinen Zwischenfällen und das Wetter spielt mit.

Ganz ähnlich formuliert das auch Oberhoff: „In Calw wird das jetzt für die nächsten hundert Jahre der letzte Krankenhausumzug sein.“ Er betont, dass der neue Campus die Zukunft der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum sichert.