Einmal im Jahr sollten Frauen über 50 zur Vorsorge. Foto: Michael Hanschke/dpa

Das Zollernalb-Klinikum ist zertifiziertes Brustkrebszentrum und kann daher die gleichen Therapien anbieten wie an der Uniklinik Tübingen möglich sind.

„Im Oktober denken wir pink“, sagt Julia Klenske, Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe im Zollernalb-Klinikum. Denn: Oktober ist Brustkrebs-Monat. „Deshalb wollen wir darauf aufmerksam machen, dass wir hier in Balingen ein Brustkrebszentrum sind“, so Klenske.

 

Das bedeutet, dass Krebspatientinnen dort die gleichen Therapien machen können, wie beispielsweise am Uniklinikum in Tübingen angeboten werden. „Das ist uns auch ganz wichtig, denn viele Frauen die an Brustkrebs erkrankt sind wissen gar nicht, dass wir in Balingen all die selben Möglichkeiten bieten, wie in Tübingen.“

Dass das im ländlichen Raum möglich ist, sei bei weitem keine Selbstverständlichkeit, hob Geschäftsführer Gerhard Hinger hervor. „Dafür haben wir nach der Krankenhausstrukturreform hart gekämpft, sonst hätten wir diese besondere Zertifizierung verloren.“

Wenn’s schnell gehen muss

„Was unser Angebot von der Uniklinik unterscheidet, ist, dass wir die Patientinen besser und schneller persönlich beraten können“, fügt er hinzu. „Wenn eine Frau die Befürchtung hat, dass etwas nicht stimmt, bekommt sie bei uns innerhalb von 48 Stunden einen Termin zur Klärung“, so Hinger. „In diesem Moment will man schnell Klarheit.“ Den weiteren Weg kann man im Zollenalb-Klinikum mit vertrauten Gesichtern gehen, notfalls bis zum Ende. „Man hat hier den Vorteil, dass man nicht bei jedem Termin jemand neues vor sich sitzen hat.“ Eine größere Klinik könne sich das nicht leisten.

Auf dem neusten Stand

Mitunter wurde das durch die Anschaffung moderner Geräte zur Brustkrebsdiagnostik möglich gemacht. „Seit eineinhalb Jahren haben wir ein Tomosynthese-Gerät“, erzählt Klenske. „Die Tomosynthese ist ein modernes Verfahren zur Brustkrebsdiagnostik“, erklärt sie. „Im Gegensatz zur herkömmlichen digitalen Mammographie erzeugt es eine Serie von Schichtaufnahmen, die eine dreidimensionale Darstellung der Brust ermöglicht.“ Dadurch sollen Überlagerungen von Gewebestrukturen ausgeblendet und das Brustdrüsengewebe besser beurteilbar werden.

Gerhard Hinger, Sabine Berrera, Julia Klenske, Heidrun Moron und Simone Osenberg Foto: Müller

Gefährlich ist das übrigens nicht: „Es hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Strahlung bei diesen Screenings bedenklich ist“, so die Chefärztin. „Dabei ist die Strahlungbelastung bei einer Mammographie geringer als bei einem Ausflug in den Schwarzwald“, verbildlicht Hinger.

Im November kommt zudem ein neues Kernspingerät dazu. „Auch dadurch wird unser Angebot nochmal verbessert“, fügt er hinzu.

Vorsorge ist das A und O

Einmal im Monat sollte man den Brustbereich auf Auffälligkeiten abtasten und einmal im Jahr sollten insbesondere Frauen über 50 zur Vorsorgeuntersuchung gehen, erklärt das Ärzte-Team. Das ist wichtig, denn je früher die Krankheit erkant wird, desto höher sind die Heilungschancen. „Wir erleben immer wieder, dass besonders ältere Damen viel zu lange warten bis sie einen Arzt aufsuchen“, so Klenske. „Sie wissen meist dann schon, dass sie Brustkrebs haben, wollen ihrem Umfeld aber nicht zur Last fallen.“

Auch Männer betroffen

Etwa ein Prozent der von Brustkrebs betroffenen Patienten in Deutschland sind Männer. „Wenn ein Mann Brustkrebs hat, wird das meist erst dann erkannt, wenn der Krebs bereits sehr weit fortgeschritten ist“, so Klenske. Deshalb sollten insbesondere Männer, in deren Familie Brustkrebs eine Rolle spielt, regelmäßig zur Vorsorge gehen.

Das Sekretariat der Gynäkologie ist unter Telefon 07433/90922551 und das Sekretariat Mammographie unter Telefon 07433/90922516 erreichbar.