Bereits Anfang Mai hat Diplom-Psychologin Suzan Aksümer ihre Praxis für Psychotherapie im Bethel in Trossingen in der Wagnerstraße 5 eröffnet. Foto: Ingrid Kohler

In zu wenig Kassenzulassungen sieht die Diplom-Psychologin Suzan Aksümer den Grund für lange Wartezeiten in der Psychotherapie.

Klein aber fein, so kann man die Praxis von Suzan Aksümer bezeichnen, die ihr das Bethel in Trossingen mit Zugang über die Therapeutische Ambulanz ermöglicht hat.

 

Neben der Praxis für Orthopädie und Unfallchirurgie von Dr. Mohammed Jardawi, die Anfang des Jahres eröffnet wurde und der Allgemeinarztpraxis von Dr. Yasmin Simsek, die zum 1. September eröffnet wird, ist dies die dritte Praxis im Bethel, die für eine bessere Facharztversorgung in Trossingen Sorge trägt.

Die 52-jährige Psychologische Psychotherapeutin hatte in Stuttgart lange Zeit eine Praxis für Privatpatienten, später dann in Reutlingen und hatte schon lange „Lust darauf aus dem Speckgürtel raus zu ziehen in den ländlichen Raum“. Doch das sei gar nicht so einfach gewesen, denn „ich finde das Zwei-Klassen-System ganz furchtbar“, so die Therapeutin.

So sei die Suche nach einem Kassensitz losgegangen, doch „bevor man diesen bekommt, braucht man Praxisräume“. Ein schier unendlicher Kreislauf also. Sie habe im ganzen Landkreis Tuttlingen zunächst vergeblich nach einem Praxisraum Ausschau gehalten. „Lediglich der Bürgermeister von Talheim hat mir sogar einen Bauplatz angeboten“, ansonsten habe sie zunächst keinerlei Unterstützung erfahren.

Zunächst Praxis in Spaichingen

In Trossingen habe sie gemeinsam mit ihrem Mann Stefan Scholpp, der bei den Stadtwerken Trossingen arbeitet, ein Haus gekauft, wo sie ohne Kinder, aber mit zwei Hunden leben. Eine Praxis führte Suzan Aksümer dann seit 2022 am Marktplatz in Spaichingen, und zeigt sich jetzt überglücklich, dass sie umziehen konnte nach Trossingen ins Bethel.

„Wir haben auf Wunsch von Frau Aksümer dem 30 Quadratmeter großen Raum im Erdgeschoss mit Zugang bei der Therapeutischen Ambulanz mit Trennwänden versehen“, erklärt Bethel Hauptgeschäftsführerin Helene Sleiers-Vink. Es sei mit der Praxis für Psychotherapie wieder eine Win-Win-Situation, denn „wir müssen in der Rehaklinik auch einen Psychotherapeuten anbieten“ und „mit der Kooperationsvereinbarung mit Frau Aksümer können wir somit eine Lücke schließen für unser Haus“.

Aktuell bestehe die Reha-Abteilung aus 70 Betten. Einen eigenen Psychotherapeuten anzustellen sei aber nicht rentabel, denn „es kommt nur gelegentlich vor, dass ein Patient psychotherapeutische Behandlung benötigt“.

Umfangreich qualifiziert

Suzan Aksümer ist Diplom-Psychologin und approbierte psychologische Psychotherapeutin für Verhaltenstherapie mit jahrelanger Berufserfahrung in Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen. Ihr besonderes Behandlungsangebot ist die muttersprachliche, kultursensible Behandlung von Migranten mit türkischen Wurzeln.

Auch für Kassenpatienten

Ihre Praxis im Bethel in der Wagnerstraße 5, hat sie seit 1. Mai geöffnet, immer dienstags, freitags und am Samstag. Neben Kassenpatienten betreut sie auch Privatpatienten. Der Zulauf von Patienten sei insgesamt sehr groß „eigentlich bin ich auf Jahre ausgebucht“, so die Psychologische Psychotherapeutin.

Insgesamt habe sie nicht den Eindruck, dass es mehr Patienten werden, denn „es gibt nicht zu wenige Therapeuten, sondern zu wenige Kassenzulassungen“, deshalb seien die Wartezeiten für die Psychologische Behandlung oft so lange.