Nathalie und Cedric Güthe Foto: Silke Thiercy

Nathalie und Cedric Güthe haben einen „Plan A“: So nämlich heißt ihre Physiotherapiepraxis, die sie in der Zollernstraße 50 eröffnet haben. In den Neubau sollen demnächst auch Ärzte einziehen.

Neu ist das Ehepaar in der Stadt nicht. Seit 2011 waren die Güthes mit ihrer Praxis im Eyachzentrum in der Karlstraße. „Die Räume sind aus allen Nähten geplatzt“, sagt Nathalie Güthe. Und die Patienten hätten auch oft Pech mit den raren Parkplätzen beim Eyachzentrum gehabt.

 

Als die Stadt das Grundstück in der Zollernstraße 50 zum Verkauf anbot überlegten die beiden nicht lange und kauften das Gelände. Entstanden ist ein zweigeschossiges Gebäude. In dem in dunklem Grau angestrichenen Komplex ist seit Januar „Plan A“ am Start. In den oberen Stock soll zeitnah ein MVZ um Dr. Spengler einziehen.

Ans Aufhören denkt das Paar noch lange nicht

500 Quadratmeter groß ist die Physiopraxis. Es gibt zwölf Therapieräume und zwei Räume für Gymnastik und Trainingstherapie. Die Wand zwischen den beiden Sälen ist flexibel – aus einem guten Grund: „Wir wollen Vorträge mit Ärzten oder Osteopathen veranstalten“, erklärt Cedric Güthe. Einen Osteopathen haben sie selbst im Team, geplant ist bereits ein Fortbildungsvortrag mit Professor Duffner zum Thema Bandscheibe. Themenideen sind auch Infoveranstaltungen zum Thema Knie-Operation und Prophylaxe.

Die Güthes sind 59 respektive 60 Jahre alt – ein Alter, in dem viele schon an die Rente denken. Das Paar lacht. „Wir lieben unseren Beruf, es macht uns viel Spaß“, erzählt Nathalie Güthe. Ans berufliche Aufhören denken die Beiden noch lange nicht. „Wir haben ein junges Team, auf das wir bauen können.“

Die meisten Patienten sind ältere Menschen

Ihr Mann ergänzt: „Viele Ärzte arbeiten bis ins sehr hohe Alter.“ Das findet er gut und wichtig, denn „wer sollte sonst die Patienten versorgen?“

Als Konkurrenz zu Fitnessstudios wollen die Güthes ihr Angebot nicht verstanden wissen. „Wir bieten medizinische Trainingstherapie an“, sagt Nathalie Güthe. Die meisten Patienten seien Ältere, ergänzt ihr Mann. Ein Praxisschwerpunkt liege deswegen darauf, die Menschen im Alter fit zu halten.

Sarkopenie nennt sich das“, berichtet Cedric Güthe. „Das meint den Muskelabbau im Alter.“ Dem wollen die Güthes mit dem zehnköpfigen Team aus Physiotherapeuten, Osteopath und Ernährungsberaterin entgegen wirken helfen.

Es wird auch Rehasport angeboten

Es wird wie schon im Eyachzentrum geriatrische Kurse geben, aber auch Rehasport. Die Kosten hierfür würden von den Krankenkassen übernommen. „Wir haben aber auch viele Freizahler, die nach Auslaufen der Behandlung weiter zu uns kommen“, sagt Cedric Güthe.

Für die neurologischen Patienten also Menschen nach einem Schlaganfall oder mit einer Parkinsonerkrankung, stehen im Neubau spezielle Behandlungsräume zur Verfügung. „Wir machen auch Hausbesuche“, berichtet Cedric Güthe beim Rundgang durch die Räume.

Unterwegs auf der nicht gerade kurzen Strecke begegnen ihm Kollegen. Der Umgang ist freundlich und humorvoll, auch mit den Patienten, die im Wartebereich sitzen. Die Güthes sind Teamplayer.

Wann geht das MVZ an den Start?

Der Raum mit den Übungsgeräten ist noch nicht wirklich in Betrieb. Güthes haben diese vor einem Jahr bestellt – es gibt Lieferschwierigkeiten. Und auch im Obergeschoss ist noch nicht alles fertig, einige Handwerksarbeiten sind noch zu erledigen.

Im Frühjahr wird dann dort das MVZ Spengler einziehen, mit einem Allgemeinarzt, Kardiologen, Internisten und Arbeitsmediziner. Einen genauen Termin für die Praxiseröffnung kann das Ehepaar noch nicht nennen.