Seit fünf Monaten ist die Löwen-Apotheke in Bierlingen geschlossen. Der Eutinger Apotheker Jesse Christian Egesa will die Versorgung in Starzach sichern und täglich liefern.
Die Bemühungen um eine Nachfolge in der Bierlinger Löwen-Apotheke blieben bislang erfolglos. Die Löwen-Apotheke gegenüber dem Rathaus hat seit dem Jahreswechsel geschlossen. Es habe zwar Interessenten gegeben, diese hätten aber alle gesagt, der Standort sei nicht wirtschaftlich zu betreiben, informierte Bürgermeister Thomas Noé kürzlich in einer Gemeinderatssitzung.
Wer kein Auto hat, ist auf Hilfe angewiesen
Die nächstgelegenen Apotheken sind, je nachdem, von welchem Starzacher Teilort man startet, in Rottenburg, Eutingen, Empfingen oder Hirrlingen – auf jeden Fall aber etliche Kilometer entfernt. Wer fit und mobil ist, für den ist das kein Problem. Wer krank ist und kein Auto hat, der ist auf Hilfe angewiesen.
Das hat den Eutinger Apotheker Jesse Christian Egesa auf den Plan gerufen. Egesa betreibt seit April 2024 die Engel-Apotheke in Eutingen. Für Starzach bietet er nun einen täglichen Lieferservice an. Dafür hat er in den Teilorten Flyer verteilen lassen, auf denen beschrieben wird, wie man den Service nutzen kann: per App auf dem Smartphone, aber auch mit einem Anruf direkt in der Apotheke. Auf Wunsch, heißt es auf dem Flyer, können Rezepte nach Rücksprache auch beim Arzt abgeholt werden. Wichtig sei, dass die Rezepte frühzeitig bestellt werden. Auslieferung ist jeden Vormittag.
Nun liegen zwischen Eutingen und Wachendorf 15 Kilometer und knapp 20 Minuten Fahrzeit. In die Teilorte im Neckartal fährt man von Eutingen aus auch eine knappe Viertelstunde. Ob sich das wirtschaftlich betreiben lässt? „Ich muss mich da erst mal rantasten und schauen, wie man die Prozesse am besten durchführen kann“, sagt Egesa. Er habe auch schon überlegt, ob man Abholstationen einrichten könne. Das sei aber rechtlich nicht so einfach.
„Versorgung auf dem Land sicherstellen“
Egesa hat in Frankfurt studiert und war nach seinem Abschluss für die Pharmaindustrie tätig. Dass der gebürtige Kenianer seinen gut dotierten Job in der Pharmaindustrie aufgegeben hat und Apotheker in einer Landgemeinde wurde, begründet Egesa damit, dass er Verantwortung übernehmen wollte. „Wir Jungen müssen auch dafür sorgen, dass die Versorgung auf dem Land sichergestellt wird.“