Christian Wulff und seine Frau Bettina bei der Verkündung von Wulffs Mitglied. Foto: AP

Der ehemalige Bundespräsident will offenbar die gleichen Privilegien wie seine Vorgänger.

Berlin - Ungeachtet der Debatte um Christian Wulffs Ehrensold will laut "Spiegel" das Präsidialamt im kommenden Haushalt auch ein Büro inklusive Mitarbeiter für den Ex-Präsidenten beantragen. Wulff wünsche die gleiche Behandlung wie die vier anderen noch lebenden ehemaligen Staatsoberhäupter, berichtet das Magazin. Die Kosten für den Stab sollen sich auf etwa 280.000 Euro pro Jahr belaufen. Wulff, der zurückgetreten war, soll einen Ehrensold von jährlich 199.000 Euro erhalten. Das hatte eine hefige Debatte über eine Reform der Ruhestandsbezüge für Ex-Präsidenten ausgelöst.

Der frühere Heeresinspekteur Helmut Willmann hält die geplante Verabschiedung Wulffs mit einem Großen Zapfenstreich der Bundeswehr für unangemessen. Er kritisierte die von Verteidigungsminister Thomas de Maizière vorgebrachte Begründung, es handle sich dabei um „geübte Staatspraxis“. Natürlich müsse die Amtszeit des Bundespräsidenten „geordnet und in Würde“ beendet werden, sagt Willmann. Die Situation verlange aber nicht nach Ehrungen mit aufmarschierender Truppe, Fackelschein und Nationalhymne. „Dies ist die Zeit für Bescheidenheit, Zurückhaltung und Demut im äußeren Auftreten. Das ungerührte Weiter-So ist ein Zeichen erschreckender Realitäts- und Bürgerferne der Politik.“

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