In der Meatery bekommt man Fleisch vom Feinsten Foto: PPFotodesign.com

Um’s gleich zu sagen: Wer kein Fleisch mag, ist hier fehl am Platz. In der Meatery, die mit den englischen Wörtern Meat (Fleisch) und Eatery (Lokal) spielt, werden zwar auch Fisch und Salate geboten. Im Mittelpunkt stehen jedoch Steaks vom Feinsten.

Stuttgart - Um’s gleich zu sagen: Wer kein Fleisch mag, ist hier fehl am Platz. In der Meatery, die mit den englischen Wörtern Meat (Fleisch) und Eatery (Lokal) spielt und sich eigentlich mit einer dämlichen Klammer ums M schreibt, werden zwar auch Fisch und Salate geboten. Im Mittelpunkt stehen jedoch Steaks vom Feinsten. In Hamburg hat sich das Restaurant bereits im Fünf-Sterne-Hotel Side etabliert. Seit wenigen­ Wochen reift das Fleisch auch in der Stuttgarter Kronprinzstraße – und zwar in eigenen Schränken, den sogenannten Dry Aging Boxes. In den beleuchteten Vitrinen wird das Fleisch wie ein Schmuckstück präsentiert. Der Gast kann den Reifeprozess, der mindestens sechs Wochen dauert, durch die Scheiben bewundern. Und weiß somit auch stets, was er auf den Teller bekommt.

Einfach ins Steakhaus gehen und ein ordentliches Stück Fleisch mit Pfeffersoße oder Kräuterbutter verputzen? Nein, darum geht es in der Meatery nicht. Hier werden fleischliche Gelüste zelebriert. Ein Trend aus New York und London, der nun auch in Deutschland angekommen ist. Logisch­, dass auf den Rohstoff größten Wert gelegt wird – und dieser dann auch seinen Preis hat. Vergleichsweise günstig ist das Black-Angus-Rind aus Argentinien – etwa ein 180 Gramm schweres Filet Mignon für 26 Euro. In der Klasse darüber folgt das American Beef mit ausgeprägter Marmorierung und vor dem Export trocken gereift. Ein Sirloin Cut (280 Gramm) ist für 38 Euro zu haben.

Stolz ist man hier aber auf seine Luxusklasse: das Europäische Weiderind, mit aromatisch-kräftigem Geschmack, das 700 Gramm schwere T-Bone-Steak zu 58 Euro. Wir wählen eine kleinere Version, den New York Cut (400 Gramm samt Knochen) für 41 Euro, im speziellen Ofen bei 800 Grad auf den Punkt medium-rare gegart, und bereuen keinen Cent. Im Preis inklusive sind eine Beilage, etwa würziger Blattspinat, eine Soße und eine Buttervariante.

Wer Vorspeisen wählt, etwa zartes Tatar (zwölf Euro), kann sich eines der großen Steaks auch gut teilen und für vier Euro weitere Beilagen dazu bestellen. Eine schmackhafte und günstigere Alternative sind Burger (ab zwölf Euro samt Pommes und herrlicher Wasabimayo) und hausgemachte Bratwürste. Beides steht allerdings auf der Lunchkarte, die man abends extra verlangen muss. Die Weinkarte ist umfangreich, aber bei den offenen Tropfen preislich hoch angesetzt: 0,2 Liter kosten im Schnitt acht Euro. Punktabzug gibt es für den fast schon unverschämt kleinen Abstand zwischen den Tischen – und dafür, dass der Service im Lauf des Abends ein wenig das Interesse am Gast verliert.