Wasser drang jüngst durch die Decke der Mazmannhalle ein. Wie es langfristig weitergeht, ist noch unklar. Foto: Sessler

Wie geht es mit der Ebinger Mazmannhalle weiter? Kurzfristig werden die undichten Stellen geflickt; langfristig werden verwaltungsintern schon Lösungen diskutiert.

Dass jüngst Wasser durch undichte Stellen in die Ebinger Mazmannhalle eingetreten ist, thematisierte Oberbürgermeister Roland Tralmer auch in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend. Die Folge: Die Stadt musste die Halle vorübergehend sperren; die Handballer der HSG Albstadt ihren Rundenspieltag absagen.

 

Die Bilder von den Schäden an der Flachdachabdichtung und Löchern an den Oberlichtern sprechen eine eindeutige Sprache. Woher diese Beschädigungen rühren, wollte CDU-Gemeinderat Markus Maag wissen. Die Löcher an den Oberlichtern wohl von einem Hagelschaden, dazu picken vermutlich Vögel Öffnungen in das Dach.

Immerhin: Inzwischen sind zwei von drei Hallendritteln sowie der Gymnastikraum wieder nutzbar, lediglich das mittlere Hallendrittel ist noch gesperrt. Für den Trainingsbetrieb habe dankenswerterweise die Landessportschule der HSG Trainingsflächen zur Verfügung gestellt, wie Bürgermeister Steve Mall informierte.

HSG ist auch wegen ihren Sponsoren auf die Mazmannhalle angewiesen

Ein Dauerzustand sei das natürlich keiner. Immerhin stellte er Maßnahmen in Aussicht, dass der nächste Heimspieltag am kommenden Wochenende wieder gewohnt über die Bühne gehen könne. Denn: Nachholtermine für den eng getakteten Spielkalender zu finden, sei durchaus eine Herausforderung. Die Abstimmung mit den Verantwortlichen hierzu laufe.

Die HSG ist allein aus Sponsorensicht auf die Mazmannhalle angewiesen. Wegen der geringeren Zuschauerkapazitäten habe der Verein daher am vergangenen Spieltag auch die Alternative ausgeschlagen, kurzfristig in die Raichberg-Turnhalle auszuweichen.

Frank Otterbach (FDP) gab zu Bedenken, dass die HSG finanziell von den Heimspieltagen abhängig sei. „Der Verein generiert Einnahmen an einem Spieltag.“ Durch kurzfristige Absagen bleibe der Verein beispielsweise auf Vorbestellungen sitzen. Seine Bitte: Die Stadt möge sich doch nachhaltig mit dem Thema auseinandersetzen.

Uli Metzger (Frei Wähler) erklärte: „Wir wussten, dass dies eines Tages kommt.“ Er warnte gar davor, dass Albstadt aufpassen müsse, seinen guten Ruf als Sportstadt durch die Hallensituation nicht zu verspielen. Immerhin trete die HSG in der Regionalliga an. Für solch einen Verein seien bespielbare Hallen elementar, sonst würde noch mehr Talente als ohnehin schon nach Balingen oder Meßstetten abwandern.

Möglich, dass das Thema noch in diesem Jahr erneut in den Gemeinderat kommt

Kurzfristig werden die erkennbaren Leckagen repariert, die Oberlichter provisorisch abgedichtet und arbeitssicherheitstechnische Mängel behoben. Auch wird geprüft, ob durch den Wassereintritt nicht die Dämmung Feuchtigkeit aufgesaugt habe und die Statik dadurch beeinträchtigt sei.

Klar ist aber auch: Wasser kann jederzeit wieder eintreten. Baubürgermeister Roland Schmidt sagt: „Die Mazmannhalle ist am Ende ihres Zyklus.“ Nun sei die Frage, ob dieser verlängert werden soll. Heute über einen Abriss der 1971 gebauten Halle – wie bereits in der Hallenkonzeption 2015 vorgesehen – zu sprechen, sei aber der falsche Weg.

Oberbürgermeister Tralmer ergänzte: „Die Hallensituation ist uns allen bekannt.“ Einen ligatauglichen Plan B zur Mazmannhalle gebe es nicht. Die Stadtverwaltung diskutiere intern bereits mögliche Lösungen des Problems. Noch sei aber nichts spruchreif. Doch er kündigte an, mit dem Thema voraussichtlich noch in diesem Jahr erneut in den Gemeinderat zu kommen.