Mayer & Cie. will die Personalkosten reduzieren. Jetzt prüft die IG Metall die Vorschläge des Unternehmens. Foto: Mayer & Cie.

Die Gewerkschaft lässt die jüngsten Vorschläge der Firma Mayer & Cie. an die Belegschaft prüfen.

Wie die IG Metall Albstadt auf Anfrage unserer Redaktion mitteilt, lässt sie die Vorschläge, welche die Geschäftsleitung des Tailfinger Strickmaschinenherstellers Mayer und Cie. in einer Betriebsversammlung am 3. September gegenüber der Belegschaft vorgebracht hat, derzeit von einem wirtschaftlichen Sachverständigen prüfen.

 

Angesichts von Umsatzzahlen, die um 36 Prozent unter denen des bereits angespannten Vorjahres liegen, wünscht sich Mayer & Cie., dass die rund 300 Firmenmitarbeiter nun auch auf das Weihnachtsgeld und die entsprechenden Sonderzahlungen verzichten, die laut Tarifvertrag 2025 fällig gewesen wären.

Bereits im Frühjahr war ein Verzicht auf Urlaubs- und Trafogeld vereinbart worden. Im Gegenzug sagt das Unternehmen eine Beschäftigungssicherung und die Verringerung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden zu.

Keine Abweichung vom Tarifvertrag ohne IG Metall

Wenn solche Abweichungen vom Tarifvertrag anstehen, ist die IG Metall als Tarifpartnerin automatisch mit von der Partie. Laut Gewerkschaftssekretär Gerald Müller wird dann üblicherweise der Weg des „Pforzheimer Verfahrens“ eingeschlagen: Ein Wirtschaftsgutachter schaut sich die Zahlen an und gibt dann sein Urteil darüber ab, ob die wirtschaftliche Situation des fraglichen Unternehmens die vorgeschlagenen Maßnahmen erfordert und rechtfertigt – oder ob es um die Firma so schlecht bestellt ist, dass die Arbeitnehmer durch Zugeständnisse nur verlieren können.

Die Prüfung ist üblich; dass sie vorgenommen wird, sagt über den Zustand von Mayer & Cie. nichts aus.

Am 24. September ist Mitgliederversammlung

Mit einem Ergebnis rechnet Gerald Müller bis zum 24. September; für diesen Tag hat er eine Versammlung der gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter von Mayer & Cie. anberaumt. Falls Gewerkschaftsführung und -mitglieder damit einverstanden sind, dass Verhandlungen über die Vorschläge von Mayer & Cie. geführt werden, könnten diese danach umgehend beginnen. Auf die Frage nach einer Tendenz antwortete Müller dem Schwarzwälder Boten, „Verständnis ist da“ – doch zuerst wolle man das Gutachten abwarten.