Auch die Energieversorgung wird auf dem künftigen Maute-Areal innovativ gestaltet sein. Foto: Kauffmann

Wie werden die künftigen Gebäude auf dem Maute-Areal mit Strom versorgt? Eine entscheidende Frage, die in Zeiten von Energiekrisen und Umbau der Stromerzeugung eine kaum zu unterschätzende Relevanz erhält.

Energieversorgung ist ein Thema von Langwierigkeit. Das sieht man auch im Hinblick auf das Maute-Areal. Der Gemeinderat hat bereits 2022 ein Energiekonzept in Auftrag gegeben, und 2023 sollte eine Machbarkeitsstudie klären, inwieweit all das, was in diesem Konzept steht, realisierbar ist. Daraus soll nun ein Plan entstehen, aus dem hervorgeht, wie die Machbarkeitsstudie konkret umgesetzt werden könnte. Das hat der Gemeinderat am Dienstag weiterhin beim Energieversorger EnBW in Auftrag gegeben. Kostenpunkt: rund 113 000 Euro.

 

Energie soll direkt auf Maute-Areal produziert werden

Die Ergebnisse der bisher vorliegenden Machbarkeitsstudie leiten bislang zur Erkenntnis, dass die Energieversorgung mit Niedertemperatur-Nahwärme vorangetrieben werden soll. Dazu wären 50 Erdwärmesonden 150 Meter tief im Erdreich nötig. Die Energiezentrale könnte unter der künftigen Markthalle verortet werden. Außerdem rechnet die Studie dem Thema Photovoltaik gute Chancen aus: Bis zu 400 kWp wären demnach möglich. Die künftig verbrauchte Wärme und der verbrauchte Strom sollen direkt auf dem Maute-Areal produziert werden, so das Ziel.

Auch die direkten Anwohner können mitmachen. Wie der Vertreter von EnBW bei der Gemeinderatssitzung berichtete, müssten jedoch erst sämtliche Anrainer befragt werden, ob sie anschließen wollen und wenn ja, wann. Erst dann könnten im angrenzenden Bereich weitere Planungen vorangetrieben werden.

Bauarbeiten sollen 4,9 Millionen Euro kosten

Falls die Pläne mit der EnBW umgesetzt werden, würden sie in der Realisierung 4,9 Millionen Euro kosten. Diesen Betrag investiert die EnBW, nicht die Gemeinde. Es ist zwar noch eine Weile hin, aber an den Ausführungen des EnBW-Vertreters Simon Marx ist deutlich geworden wie detailliert die Kosten für die Verbraucher schon jetzt kalkuliert werden können. So nannte er 180 Euro für Strom und Wärme pro Monat für eine Wohnung mit 90 Quadratmetern.

Käufer müssten sich an der Energieversorgung beteiligen

Er spricht also nicht umsonst von „attraktiven Preisen“. Darüber hinaus haben die Abnehmer „keine Preissteigerungen“ zu erwarten. Die Reparaturen am System wären mit drin – wohlgemerkt unter der Voraussetzung, dass die EnBW auch das baut, was sie im Auftrag der Gemeinde nun plant.

Aber: Wenn all das funktionieren soll, müssten sich Grundstückskäufer und Investoren an der Finanzierung der Energieversorgung beteiligen. Marx wirft fünf Euro pro Quadratmeter für die Energieversorgung in den Raum. Diese fünf Euro würden dann auf den Kaufpreis obendrauf kommen. Die Energieversorgung (Wärme und Strom) wäre im Kaufpreis damit enthalten.

Ähnlich macht es die Stadt Hechingen mit dem Neubaugebiet Killberg IV. Investoren, die dort ein Grundstück kaufen, kaufen die Energieversorgung gleich mit. Es muss also weder an die Installation von Wärmepumpen oder sonstiger Heizungstechnik in den Häusern gedacht werden, abgesehen vom Anschluss ans Wärmenetz.

Das wirtschaftliche Risiko ist vorhanden

Marx sprach aber auch von wirtschaftlichen Risiken, denn die 4,9 Millionen Euro müssten erst einmal finanziert werden. Die EnBW müsse diese Summe aber nicht auf einmal umsetzen, sondern könnte dies Stück für Stück tun und das Wärme- und Stromnetz immer dann zu erweitern, wenn weitere Grundstücke verkauft wurden.